25.02.2013 11:01
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MÄRKTE EUROPA/Börse setzt auf europafreundliche Italiener

Von THOMAS LEPPERT Die Finanzmärkte in Europa machen am Tag der mit Hoffen und Bangen verfolgten Wahl in Italien in Optimismus. An den Börsen wird darauf gesetzt, dass sich die Italiener klar zu Europa bekennen. Erste Ergebnisse dürften bereits am späten Nachmittag eintrudeln. Holger Schmieding, Chefvolkswirt der Berenberg Bank, geht davon aus, dass der Gewinner der Wahl in Italien den eingeschlagenen Weg weiter verfolgen wird. Eine Verunsicherung an den Börsen dürfte schnell schwinden, sollten Pierluigi Bersani und Mario Monti in Zukunft die Geschicke des Landes führen.

   Jegliche Regierungsbeteiligung mit dem Populisten Berlusconi oder dem Ex-Komiker Grillo dürfte dagegen kurzfristig für Verunsicherung an den Kapitalmärkten sorgen. Doch daran scheinen nur die wenigsten zu glauben.

   Der Euro-Stoxx-50 handelt 0,7 Prozent fester bei 2.650 Punkten, für den Dax geht es im frühen Handel um 0,9 Prozent auf 7.735 Punkte nach oben. Die Börse in Mailand gehört mit einem Plus von 0,3 Prozent zu den Schlusslichern unter Europas Börsen. Die Zuversicht der handelnden Akteure lässt sich auch am Euro ablesen, der zum Dollar zulegt und mit 1,3221 umgeht. Zum Handelsende am Freitag lag der Euro noch unter 1,32 Dollar.

   "Wenn sich eine Hängepartie abzeichnet, dann dürfte sich der Euro zum Dollar in Richtung 1,3075 orientieren", erwartet Chris Weston von IG Markets. "Bei einem Land mit einer derart hohen Verschuldung wird der Bondmarkt nicht glücklich sein über eine instabile politische Lage", sagt Weston.

   Impulse kommen aber nicht nur aus Italien. Großbritannien wurde das Spitzenrating durch Moody's entzogen, in China schwächelt das Wirtschaftswachstum und der Bank of Japan könnte in Zukunft ein Chef vorstehen, der einen schwachen Yen propagiert.

   Nachdem die Ratingagentur Moody's Großbritannien die Spitzenbonität "AAA" entzogen hat, steht das britische Pfund unter Druck. Moody's Hauptsorge ist, dass das düstere Wachstumsbild in Großbritannien - das Bruttoinlandsprodukt ist seit 2010 im Wesentlichen unverändert - fortwähren wird und die Aufgabe, das Haushaltsdefizit zu senken, dadurch noch schwerer wird. Auch die beiden anderen Ratingagenturen S&P und Fitch haben einen negativen Ausblick auf ihrem Rating für Großbritannien, damit könnte weiteres Ungemach drohen.

   Zwischenzeitlich stark unter Druck stand auch der Yen, während an der japanischen Börse der Nikkei-Index deutlich zulegte. Hintergrund sind Spekulationen, wonach Haruhiko Kuroda von der Asian Development Bank neuer Chef der Bank of Japan werden dürfte. Kuroda leitete Anfang der Nullerjahre vier Jahre lang die geldpolitische Abteilung im japanischen Finanzministerium. Unter anderem unternahm er damals eine Initiative, um den Yen abzuwerten und japanische Exporte auf dem Weltmarkt zu verbilligen. Der Yen gibt zum Dollar nach, wenngleich er sich von seinem Tief bei rund 94,70 für einen Dollar wieder etwas erholen konnte. Aktuell kostet der Dollar 93,87 Yen.

   Keine Belastung ist bislang der tendenziell negative Konjunkturimpuls aus China. Dort ist der HSBC -Einkaufsmanager-Index im Februar auf 50,4 von 52,3 im Januar, gesunken. Die chinesische Industrie bleibt trotzdem auf der Erholungsspur", sagte HSBC-Volkswirt Qu Hongbin. Der Februar sei trotz des Rückgangs der vierte Wachstumsmonat in Folge für die Industrie.

   Unter den Einzelwerten an der Börse stechen im DAX VW und K+S ins Auge. K+S profitieren von einer Kaufempfehlung aus dem Hause der Citigroup. Die Aktie gewinnt 2,9 Prozent. Auch die VW-Aktie legt um 2,9 Prozent zu. Hier kommt es nach dem deftigen Minus vom Freitag im Anschluss an die Vorlage von Geschäftszahlen und Ausblick nun zu einer Gegenbewegung. Der Subindex der Autowerte ist zugleich klarer Tagesfavorit mit einem Plus von 1,5 Prozent, nachdem am Freitag auch andere Autotitel im Sog von VW nachgegeben hatten und sich nun wieder erholen.

   Um fast drei Prozent zieht auch die Vivendi-Aktie an. Händler begründen den Kurssprung mit brasilianischen Presseberichten über einen Verkauf der dortigen Tochter GVT. Daneben gebe es Medienberichte, denen zufolge der Kabelnetzbetreiber Numericable ein Barangebot für die Vivendi-Tochter SFR vorbereite. "Der Verkauf von Beteiligungen bestimmt das Geschehen bei Vivendi und ist damit ein starker Kurstreiber", sagt ein Händler.

   Gegen den breiten Markt verliert die Merck-Aktie 0,6 Prozent. Das Pharma-Unternehmen hat mit einem Medikament in der Phase-III-Studie den primären Endpunkt verfehlt.

=== DEVISEN zuletzt +/- % Mo, 8.26 Uhr Fr, 17.32 Uhr EUR/USD 1,3244 0,18% 1,3220 1,3162 EUR/JPY 124,4047 -0,17% 124,6183 122,8959 EUR/CHF 1,2285 0,00% 1,2284 1,2263 USD/JPY 93,9600 -0,33% 94,2665 93,3590 GBP/USD 1,5137 0,02% 1,5135 1,5259 === Kontakt zum Autor: thomas.leppert@dowjones.com

   DJG/thl/gos

   (END) Dow Jones Newswires

   February 25, 2013 04:30 ET (09:30 GMT)

   Copyright (c) 2013 Dow Jones & Company, Inc.- - 04 30 AM EST 02-25-13

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