03.01.2013 18:45

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MÄRKTE EUROPA/Börsen schalten nach Rally einen Gang zurück


   Von MANUEL PRIEGO-THIMMEL

   FRANKFURT--Nach der Rally zum Jahresauftakt haben Europas Börsen am Donnerstag erst einmal durchgeatmet. Im Handel war von Gewinnmitnahmen die Rede, als belastend erwies sich auch der nachgebende Euro. Der Dax verlor 0,3 Prozent auf 7.756 Punkte bei einem als ruhig beschriebenen Geschäft. Am Mittwoch hatte der deutsche Leitindex mit hohen Kursgewinnen noch den höchsten Stand seit fast genau fünf Jahren erreicht. Der Euro-Stoxx-50 gab 0,4 Prozent auf 2.701 Punkte nach.

   Auch neigten einige Teilnehmer zur Vorsicht wegen des US-Arbeitsmarktberichts für Dezember am Freitag. Der ADP-Arbeitsmarktbericht und die wöchentlichen Erstanträge sprachen keine eindeutige Sprache. Die Analysten von Newedge bleiben vorsichtig. Die US-Wirtschaft wachse noch immer deutlich unter Potenzial und eine nachhaltige Besserung am Arbeitsmarkt sei kurzfristig sehr unwahrscheinlich, hieß es.

   Auffallend unter Druck stand der Euro. Zwischenzeitlich fiel er sogar unter die Marke von 1,31 Dollar. Neben der Einigung im Haushaltsstreit profitiert der Dollar von den zuletzt besseren Konjunkturdaten aus den USA. Der bessere ISM-Index aus den USA am Vortag habe für den Dollar gesprochen, die schlechteren Einkaufsmanager-Daten aus Europa gegen den Euro, brachte es ein Händler auf den Punkt.

   Keine Erholung gab es am deutschen Rentenmarkt. Der Bund-Future, ein viel gehandelter Terminkontrakt auf Bundesanleihen, hatte am Mittwoch vor dem Hintergrund der gestiegenen Risikobereitschaft den größten Kurseinbruch seit Anfang August hinnehmen müssen und standen auch am Donnerstag unter Abgabedruck. Die Rendite zehnjähriger deutscher Bundesanleihen stieg um 4 Basispunkte auf 1,48 Prozent.

   Dirk Gojny von der National-Bank rechnet dennoch mit einer Erholung nach dem Kursdesaster: "Das weitere Studium des Kompromisses in den USA mit seinen Folgen könnte durchaus für Ernüchterung sorgen", meinte der Rentenstratege. Die Stimmung an den Börsen könnte sich also wieder eintrüben, was stützend auf die als sicher geltenden Anleihemärkte wirke.

   Günstig wie nie zuvor hat sich Frankreich bei der jüngsten Anleihe-Auktion refinanziert. Die Rendite der 2022 fälligen zehnjährigen Staatsanleihe sank auf das Rekordtief von 2,07 Prozent. Marktbeobachter begründeten die gute Nachfrage nach den Staatsanleihen mit der im Vergleich zu deutschen Papieren attraktiveren Rendite. Dass Frankreich seitens Standard & Poor's und Moody's nicht mehr mit "AAA" bewertet werde, spiele eher eine untergeordnete Rolle.

   An den Börsen waren kursbewegende Nachrichten von Unternehmen Mangelware. Ins Auge stach der hohe Abschlag von 4,1 Prozent bei der Aktie des spanischen Versorgers Iberdrola. Grund war die Ausschüttung einer sogenannten flexiblen Dividende. Dabei werden Rechte an die Aktionäre ausgegeben, die auf unterschiedliche Arten zu Geld gemacht werden können.

   Fiat ließ am Vorabend wissen, dass die Absatzzahlen auf dem Heimatmarkt seit 33 Jahren nicht mehr "so negativ" gewesen seien wie im vergangenen Jahr. Rund die Hälfte aller Fahrzeuge verkauft die Fiat-Gruppe in Italien, 2012 waren es dem Unternehmen zufolge 415.000 Fahrzeuge. Allerdings verzeichnete Fiat in Brasilien einen Rekordabsatz. Das verhalf der Aktie zu einem Plus von 1,4 Prozent.

   Im Dax fielen die Autowerte BMW und Daimler 0,4 bzw 0,3 Prozent nach schwachen deutschen Zulassungszahlen für Dezember. Die VW-Aktie hielt sich mit Abschlägen von 0,1 Prozent besser. Hier stützten gute Absatzzahlen aus den USA etwas, die allerdings nicht wirklich überraschten.

   Größter Verlierer im Dax war die K+S-Aktie mit einem Minus von 3,5 Prozent auf 33,88 Euro. Die Citigroup hatte ihr Anlagevotum für die Aktie des Düngemittelproduzenten auf "Neutral" von "Kaufen" gesenkt und dies mit schwachen Kalipreisen begründet.

   Dafür erholte sich der angeschlagene Solarsektor kräftig und sorgte damit für ein Plus des TecDax von 1,3 Prozent. Die Stimmung wurde gehoben von der Nachricht, dass Warren Buffett mit einem Milliardenbetrag in ein Solarprojekt in Kalifornien eingestiegen ist. SMA Solar Titel stiegen 12,1 Prozent und Solarworld 14,9 Prozent. Wacker Chemie Papiere aus dem MDAX zogen kräftig um 5,1 Prozent an.

. Index Schluss- Entwicklung Entwicklung Entwicklung . stand absolut in % seit . Jahresbeginn Europa Euro-Stoxx-50 2701,22 -10,03 -0,4% 16,6 . Stoxx-50 2640,37 18,59 +0,7% 11,4 . Stoxx-600 286,83 1,50 +0,5% 17,3 Frankfurt XETRA-DAX 7756,44 -22,34 -0,3% 31,5 London FTSE-100 6047,34 19,97 +0,3% 8,6 Paris CAC-40 3721,17 -12,76 -0,3% 17,8 Amsterdam AEX 350,74 0,53 +0,2% 12,2 Athen ATHEX-20 325,78 3,15 +1,0% 23,0 Brüssel BEL-20 2516,85 1,58 +0,1% 20,8 Budapest BUX 18626,78 139,27 +0,8% 9,7 Helsinki OMXH-25 2314,61 18,61 +0,8% 19,2 Istanbul ISE NAT. 30 100014,38 458,61 +0,5% 2,3 Kopenhagen OMXC-20 508,41 1,98 +0,4% 30,4 Lissabon PSI 20 5812,10 55,77 +1,0% 3,8 Madrid IBEX-35 8447,60 -44,20 -0,5% 2,9 Mailand FTSE-MIB 16909,83 16,44 +0,1% 12,1 Moskau RTS Geschlossen Oslo OBX 420,97 0,98 +0,2% 17,7 Prag PX 1063,04 -2,97 -0,3% 2,3 Stockholm OMXS-30 1130,40 0,44 +0,0% 14,4 Warschau WIG-20 2628,36 2,15 +0,1% 22,6 Wien ATX 2486,88 10,64 +0,4% 31,5 Zürich SMI 7020,46 198,02 +2,9% 18,3

DEVISEN zuletzt '+/- % Do, 8.23 Uhr Mi, 17.55 Uhr EUR/USD 1,3110 -0,26% 1,3144 1,3197 EUR/JPY 113,9967 -0,65% 114,7423 114,9273 EUR/CHF 1,2092 -0,03% 1,2096 1,2092 USD/JPY 86,9500 -0,38% 87,2850 87,0950 GBP/USD 1,6150 -0,52% 1,6234 1,6255 Kontakt zum Autor: manuel.priego-thimmel@dowjones.com

   DJG/mpt/cln

   (END) Dow Jones Newswires

   January 03, 2013 12:15 ET (17:15 GMT)

   Copyright (c) 2013 Dow Jones & Company, Inc.- - 12 15 PM EST 01-03-13

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