14.03.2013 19:06
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MÄRKTE EUROPA/DAX steigt auf ein neues Jahreshoch

Von Manuel Priego-Thimmel Europas Börsen ist am Donnerstag endlich der Ausbruch aus der seit Tagen währenden Warteschleife gelungen. Unterstützt von guten US-Arbeitsmarktdaten stieg der Dax auf ein neues Jahreshoch von 8.060 Punkten. Der DAX ging mit 8.058 aus dem Handel, ein Plus von 1,1 Prozent. Für den Euro-Stoxx-50 ging es 1,5 Prozent auf 2.745 nach oben. Bis zum Jahreshoch fehlen noch zehn Punkte. Die technischen Analysten der Commerzbank halten einen baldigen Anlauf im DAX auf die Allzeithochs um 8.150 für wahrscheinlich.

   Als Kursindex berechnet - also ohne reinvestierte Dividenden wie dies beim gebräuchlicheren Performance-DAX der Fall ist - liegt der DAX mit nun 4.389 Zählern noch weit unter seinem Allzeithoch von 6.266 aus dem Jahr 2000. Den nächsten Impuls setzt nun der große Verfall am Freitag, an dem Optionen und Futures auf Indizes und Einzelaktien auslaufen. Ein nachhaltiger Anstieg über die Marke von 8.150 könnte größeren Eindeckungsbedarf auslösen und dem DAX ein weiteren Aufwärtsschub versetzen.

   Der Euro erholte sich bis zum Börsenschluss gegen den Dollar in einer technischen Gegenbewegung auf knapp über 1,30, nachdem die Gemeinschaftswährung zuvor ein neues Jahrestief bei 1,2911 Dollar markiert hatte. Börsianer begrüßten die Schwäche der Einheitswährung, die sich zukünftig in steigenden Unternehmensgewinnen widerspiegeln dürfte. Übergeordnet profitiert der Dollar von - im Vergleich zur Eurozone - zuletzt guten Konjunkturdaten aus den USA.

   Eine eher durchwachsen verlaufene Sonderauktion spanischer Staatsanleihen tat der guten Stimmung an den Börsen keinen Abbruch. Spanien konnte lediglich 800 Millionen Euro unterbringen, einige Analysten hatten mit ein bis zwei Milliarden Euro gerechnet. Doch die Nachfrage nach den Papieren, die zwischen 2029 und 2041 fällig werden, war ordentlich. Mit den Renditen für spanische Benchmarkanleihen ging es am Sekundärmarkt um 9 Basispunkte auf 4,84 Prozent nach oben. Nach der Italien-Wahl waren die Zinsen kurzzeitig über 5 Prozent gestiegen.

   Nach Geschäftsausweisen hinkten Automobilwerte wie Volkswagen und BMW mit Abschlägen von 1,1 Prozent und 0,5 Prozent dem Gesamtmarkt hinterher. Der Kursabschlag bei VW wurde unter anderem mit dem Rückgang der Margen im Automobilgeschäft begründet. Im vierten Quartal hat sich die EBIT-Marge gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum auf 2,5 Prozent halbiert. Bei BMW bemängelten Anleger den fehlenden Ausblick auf das laufende Jahr. Auch habe die Dividende die Erwartungen nicht erfüllt. Der europäische Sektorindex schloss ganz knapp im Minus und hielt damit die Rote Laterne.

   Commerzbank-Aktien setzten die Verluste der vergangenen Tage fort und waren mit Abschlägen von 5,2 Prozent auf 1,19 Euro Tagesverlierer im DAX. Einen Tag nach der Ankündigung einer massiven Kapitalerhöhung über 2,5 Milliarden Euro hagelte es Herabstufungen durch Analysten. So empfahl etwa equinet das Papier nun zum "Verkauf" und nannte ein Kursziel von nur noch 1 Euro.

   Lufthansa-Aktien stiegen dagegen 3,6 Prozent. Die endgültigen Geschäftszahlen ließen den Markt zwar kalt, für eine Überraschung sorgten aber niedrigere Kerosinkosten. Die Titel von HeidelbergCement legten 3 Prozent zu, nachdem die Nettoverschuldung deutlicher reduziert werden konnte als erwartet. Damit ist die Grundlage für ein besseres Kredit-Rating gelegt. K+S stiegen nach Zahlenausweis um 1,9 Prozent.

   SGL Carbon enttäuschten dagegen beim Gewinn. Die Titel verloren 1,7 Prozent. Die Analysten der DZ-Bank wiesen darauf hin, dass der Ausblick deutlich unter der Markterwartung ausgefallen ist. Unter den Erwartungen blieb laut DZ auch der Ausblick von Hugo Boss, die Aktie gab 2,8 Prozent nach.

   Generali-Titel stiegen gleich um 9,4 Prozent und zogen damit auch Allianz-Papiere um 1,7 Prozent nach oben. Italiens größter Versicherer hat massive Abschreibungen vorgenommen. Operativ lief das Geschäft allerdings gut. Vor allem eine gute Schaden-Kosten-Quote wurde im Handel als Grund für das Kursplus genannt.

   Europäische Schlussstände von Donnerstag, den 14. März 2013:

=== Index Schluss- Entwicklung Entwicklung Entwicklung stand absolut in % seit Jahresbeginn Europa Euro-Stoxx-50 2.744,70 39,97 +1,5% 4,1 Stoxx-50 2.726,77 32,57 +1,2% 5,8 Stoxx-600 298,52 3,20 +1,1% 6,7 Frankfurt XETRA-DAX 8.058,37 87,46 +1,1% 5,9 London FTSE-100 6.529,41 47,91 +0,7% 10,7 Paris CAC-40 3.871,58 35,54 +0,9% 6,3 Amsterdam AEX 355,85 3,83 +1,1% 3,8 Athen ATHEX-20 315,86 -1,95 -0,6% 2,0 Brüssel BEL-20 2.647,69 15,65 +0,6% 6,9 Budapest BUX 18.354,98 -116,83 -0,6% 1,0 Helsinki OMXH-25 2.381,16 9,12 +0,4% 7,7 Istanbul ISE NAT. 30 101.660,24 -903,18 -0,9% 4,0 Kopenhagen OMXC-20 554,81 -1,00 -0,2% 11,8 Lissabon PSI 20 6.066,66 154,66 +2,6% 10,0 Madrid IBEX-35 8.498,30 159,60 +1,9% 6,0 Mailand FTSE-MIB 16.131,05 385,71 +2,4% -0,9 Moskau RTS 1.535,73 4,59 +0,3% 0,6 Oslo OBX 445,08 3,42 +0,8% 8,5 Prag PX 1.018,88 2,06 +0,2% -1,9 Stockholm OMXS-30 1.221,85 10,96 +0,9% 10,6 Warschau WIG-20 2.498,84 24,89 +1,0% -3,5 Wien ATX 2.512,70 18,80 +0,8% 4,6 Zürich SMI 7.842,85 61,97 +0,8% 15,0

DEVISEN zuletzt '+/- % Do, 8.22 Uhr Mi, 18.07 Uhr EUR/USD 1,3026 0,50% 1,2961 1,2958 EUR/JPY 124,8699 0,22% 124,5975 124,4985 EUR/CHF 1,2323 -0,25% 1,2354 1,2343 USD/JPY 95,8440 -0,30% 96,1340 96,0750 GBP/USD 1,5095 0,97% 1,4949 1,4925 === Kontakt zum Autor: manuel.priego-thimmel@dowjones.com DJG/mpt/flf (END) Dow Jones Newswires

   March 14, 2013 13:36 ET (17:36 GMT)

   Copyright (c) 2013 Dow Jones & Company, Inc.- - 01 36 PM EDT 03-14-13

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