16.11.2012 19:05
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MÄRKTE EUROPA/Europas Börsen geraten unter die Räder

Von Manuel Priego-Thimmel FRANKFURT--Zum Wochenausklang hat sich der Druck auf Europas Börsen verschärft. Der Dax ist deutlich unter die psychologisch wichtige Marke von 7.000 Punkten gefallen. Die Angst vor der US-Fiskalklippe drückte die Notierungen genauso wie schwache Konjunkturdaten aus den USA. Der DAX verlor 1,3 Prozent oder 93 auf 6.951 Punkte und ging auf Tagestief aus dem Handel. Für den Euro-Stoxx-50 ging es um 1,4 Prozent bzw 34 auf 2.427 Zähler nach unten. Der Euro geriet ebenfalls unter Abgabedruck und rutschte zeitweise unter die Marke von 1,27 zum Dollar.

   Am Freitag kam es erstmalig zu Sondierungsgesprächen zwischen Präsident Barack Obama und den Führern des US-Kongresses. Bis zum Börsenschluss gab es allerdings noch keine Ergebnisse. Zwar gebe es von beiden Seiten Anzeichen für Zugeständnisse im Haushaltsstreit, sagte Mitul Kotecha vom Credit Agricole. "Es dürfte aber schwierig sein, Realität und Rhetorik zu vereinen", warnte der Analyst. Wie das Wall Street Journal berichtete, arbeitet das Weiße Haus an einem Plan, um den Großteil der zum Jahreswechsel drohenden automatischen Ausgabenkürzungen zu verschieben.

   Als belastend erwiesen sich auch schwache Daten zur US-Industrieproduktion. Diese gab im Oktober um 0,4 Prozent gegenüber dem Vormonat nach. Erwartet wurde dagegen ein Anstieg um 0,2 Prozent. Bereits am Vortag fielen US-Konjunkturdaten zum Teil deutlich unter den Prognosen aus. Es ist unklar, inwieweit der Wirbelsturm Sandy hier einen Belastungsfaktor darstellte. Nicht gut für die Stimmung war zudem der eskalierende Konflikt zwischen Israel und radikalislamischen Hamas. Letztere beschoss die Stadt Jerusalem.

   Der Euro verlor kräftig zum Greenback und notierte zum Börsenschluss um 1,2710 Dollar. Am Vortag lag die Gemeinschaftswährung zeitweise noch bei 1,28. Der Markt wartet gespannt auf die weiteren Entscheidungen zu Finanzhilfen für Griechenland. Dabei geht es hauptsächlich um die Frage, ob sich der IWF mit seiner Forderung eines erneuten Schuldenschnitts durchsetzt. Dies lehnt die EU bislang ab, da in diesem Fall erstmals auch die öffentlichen Gläubiger auf einen Teil ihrer Forderungen verzichten müssten. Bundespräsident Weidmann hat am Freitag einen späteren Schuldenschnitt angedeutet. Zudem musste Griechenland am Freitag Schulden über 5 Milliarden Euro bedienen.

   Deutlich abwärts ging mit den Aktien von Henkel. Sie verloren nach dem Quartalsbericht 4,7 Prozent. Die Zahlen des Chemiekonzerns für das vergangene Quartal sind zwar laut Marktteilnehmern in Ordnung, bei den Zielen für 2016 habe der Markt aber mehr erwartet. Insbesondere gab es keine Aussagen zur erwarteten Margenentwicklung. Investoren sind sehr empfindlich gegenüber Zukunftsaussagen bei Henkel, weil der Aktienkurs seit Jahresbeginn um fast 32 Prozent zugelegt und damit auch den DAX deutlich hinter sich gelassen hat.

   Schwer unter Druck standen Finanztitel. Deutsche-Bank-Aktien verloren 3,8 Prozent, BBVA-Titel gaben 2,5 Prozent nach. Unter den Versicherungstiteln verloren Allianz-Aktien 2,4 Prozent, während es für die Papiere von AXA 1,8 nach unten ging. E.ON-Aktien gaben weiter ab und sanken um 1,5 Prozent auf 13,82 Euro. Für RWE-Titel ging es 3 Prozent nach unten.

   Auf der Gewinnerseite standen SAP-Aktien mit einem Plus von 0,3 Prozent. Für gute Laune sorgten Aussagen, beim Erreichen der Ziele für 2015 schon weiter als geplant zu sein. "Das sind starke Aussagen", sagte ein Händler. Software werde von immer mehr Investoren als unverzichtbar für die Komplexität der modernen Gesellschaft erkannt. "Und da setzt sich SAP immer mehr an die Spitze", ergänzte der Händler.

   Daneben sorgten Bayer und Reckitt Benckiser für Gesprächsstoff. Der britische Waschmittelhersteller hat Bayer beim Kampf um Schiff Nutrition International überboten. Bayer hatte 34 Dollar geboten, Reckitt bietet nun 42 Dollar je Aktie in bar. Analysten halten nun einen Bieterwettstreit für möglich. Die Bayer-Aktie verlor 0,2 Prozent, während es für Reckitt um 1,3 Prozent nach unten ging.

   Europäische Schlussstände von Freitag, den 16. November 2012:

=== Index Schluss- Entwicklung Entwicklung Entwicklung stand absolut in % seit Jahresbeginn Europa Euro-Stoxx-50 2427,32 -34,45 -1,4% 4,8 Stoxx-50 2446,78 -25,65 -1,0% 3,3 Stoxx-600 262,86 -2,66 -1,0% 7,5 Frankfurt XETRA-DAX 6950,53 -92,89 -1,3% 17,8 London FTSE-100 5605,59 -72,16 -1,3% 0,7 Paris CAC-40 3341,52 -40,88 -1,2% 5,8 Amsterdam AEX 319,84 -4,92 -1,5% 2,4 Athen ATHEX-20 279,11 1,00 +0,4% 5,4 Brüssel BEL-20 2300,68 -23,56 -1,0% 10,4 Budapest BUX 18416,36 -321,78 -1,7% 8,5 Helsinki OMXH-25 1999,77 -22,66 -1,1% 3,0 Istanbul ISE NAT. 30 88061,10 -1063,73 -1,2% 42,7 Kopenhagen OMXC-20 475,70 -1,53 -0,3% 22,0 Lissabon PSI 20 5238,14 -100,25 -1,9% -6,5 Madrid IBEX-35 7695,50 -107,30 -1,4% -11,4 Mailand FTSE-MIB 14855,79 -307,03 -2,0% -1,6 Moskau RTS 1370,66 -1,85 -0,1% -0,8 Oslo OBX 400,05 -1,15 -0,3% 11,9 Prag PX 970,20 0,85 +0,1% 6,5 Stockholm OMXS-30 1027,04 -11,29 -1,1% 4,0 Warschau WIG-20 2367,74 -4,03 -0,2% 10,4 Wien ATX 2157,01 -13,00 -0,6% 14,0 Zürich SMI 6508,66 -65,90 -1,0% 9,6

DEVISEN zuletzt '+/- % Fr., 8.39 Uhr Do, 18.03 Uhr EUR/USD 1,2715 -0,40% 1,2766 1,2782 EUR/JPY 103,5597 2,00% 101,5300 103,7484 EUR/CHF 1,2045 -0,11% 1,2058 1,2039 USD/JPY 81,4290 2,39% 79,5320 81,1530 GBP/USD 1,5863 -0,83% 1,5996 1,5865 === Kontakt zum Autor: manuel.priego-thimmel@dowjones.com DJG/mpt/flf (END) Dow Jones Newswires

   November 16, 2012 12:35 ET (17:35 GMT)

   Copyright (c) 2012 Dow Jones & Company, Inc.- - 12 35 PM EST 11-16-12

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