27.12.2012 18:42
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MÄRKTE EUROPA/Fiskalklippe bremst erneut die Börsen

Von Benjamin Krieger Die Fiskalklippe in den USA hat am vorletzten Handelstag des Jahres ein neues DAX-Hoch verhindert. Dabei standen die Signale für Europas Börsen anfangs auf grün. Mit guten Vorgaben aus Japan schien am Nachmittag sogar der Sprung des Dax über die Marke von 7.700 Punkten möglich. Über dieser Hürde handelte der Index letztmals im Januar 2008. Doch eineinhalb Stunden vor Handelsschluss sagte der Fraktionsführer der Demokraten im Senat, Harry Reid, es sehe so aus als könnten die USA über die Fiskalklippe stürzen. Das ließ Aktien und den Euro wieder nachgeben.

   Reid befürchtet, dass die verbleibende Zeit nicht ausreicht, um einen Sturz über die Fiskalklippe zu vermeiden. Der Politiker forderte die Abgeordneten des republikanisch beherrschten Repräsentantenhauses auf, sofort nach Washington zurückzukehren, um die Verhandlungen über den künftigen US-Haushalt wieder in Gang zu bringen.

   Die Aussagen Reids ließen den Euro, der zuvor mit 1,3285 Dollar noch auf einem Wochenhoch handelte, wieder auf 1,3227 Dollar zurückfallen. Auch zum Yen fiel der Euro wieder zurück, nachdem er kurz vor der Warnung Reids noch auf den höchsten Stand seit Juli vergangenen Jahres gestiegen war. Die Gemeinschaftswährung gilt als risikoreicher als der Dollar und wird daher tendenziell bei negativen Nachrichten für die Finanzmärkte verkauft.

   Der Euro-Stoxx-50 legte um 0,4 Prozent auf 2.660 Zähler zu. Der DAX gewann 0,3 Prozent auf 7.656 Punkte. Außer den Börsen in Helsinki und Zürich meldeten alle größeren Handelsplätze leichte Kursgewinne. In Mailand legte der MIB-Index um 0,5 Prozent zu. Kurz vor dem Jahresende hat Italien noch einmal die Geldgeber angezapft und für insgesamt elf Milliarden Euro sechsmonatige Schatzwechsel und zweijährige Anleihen platziert. Die Papiere stießen auf eine solide Nachfrage. Daraufhin waren vor allem die Aktien der italienischen Banken wie UniCredit, Intesa SanPaolo, Banca Popolare Milano oder Mediobanca ein Kauf. Seit Ende Juli haben sich Europas Bankenaktien kräftig erholt.

   Am Freitag will Italien noch einmal für bis zu sechs Milliarden Euro fünf- und zehnjährige Staatspapiere bei Investoren unterbringen. Damit endet der Reigen großer Anleihe-Auktionen von überschuldeten Staaten der Eurozone für dieses Jahr, der die Börsen 2012 oftmals in Atem gehalten hat. Bundesanleihen legten am Donnerstag kräftig zu, angetrieben von den Aussagen Harry Reids zur Fiskalklippe. Investoren bevorzugten daraufhin im späten Börsenhandel wieder die als sicher geltenden Staatsanleihen.

   Daimler rückten um 0,5 Prozent vor. Die Stuttgarter wollen im Lkw-Geschäft im kommenden Jahr an die Absatzzahlen von 2012 anknüpfen und Marktanteile hinzu gewinnen. Daimler ist bereits der größte Lkw-Hersteller der Welt. Bei Lanxess-Aktien nahmen Anleger Gewinne mit, was sie um 1,7 Prozent drückte. Seit Jahresbeginn ist die Aktie um 66 Prozent gestiegen.

   An der Londoner Börse waren die Aktien der großen Bergwerkskonzerne gesucht. "Sie haben einen guten Lauf, weil sich die Preise für Eisenerz stabilisieren", sagt Stan Schamu von IG Markets. Schon im asiatisch-pazifischen Börsengeschäft konnten diese Papiere zulegen. Aktien von Anglo American, BHP Billiton und Xstrata verteuern sich zwischen 0,8 und 2,1 Prozent.

=== Europäische Schlussindizes am Donnerstag, 27. Dezember:

. Index Schluss- Entwicklung Entwicklung Entwicklung . stand absolut in % seit . Jahresbeginn Europa Euro-Stoxx-50 2658,30 9,77 +0,4% 14,8 . Stoxx-50 2582,76 -4,36 -0,2% 9,0 . Stoxx-600 280,44 -0,06 -0,0% 14,7 Frankfurt XETRA-DAX 7655,88 19,65 +0,3% 29,8 London FTSE-100 5954,30 0,12 +0,0% 6,9 Paris CAC-40 3674,26 21,65 +0,6% 16,3 Amsterdam AEX 344,71 0,19 +0,1% 10,3 Athen ATHEX-20 315,45 6,47 +2,1% 19,1 Brüssel BEL-20 2486,75 9,53 +0,4% 19,4 Budapest BUX 18069,89 121,58 +0,7% 6,5 Helsinki OMXH-25 2229,68 -6,80 -0,3% 14,8 Istanbul ISE NAT. 30 98154,65 712,35 +0,7% 59,1 Kopenhagen OMXC-20 497,93 0,95 +0,2% 27,7 Lissabon PSI 20 5710,56 -6,11 -0,1% 3,8 Madrid IBEX-35 8299,50 -18,60 -0,2% -3,3 Mailand FTSE-MIB 16408,28 74,33 +0,5% 8,7 Moskau RTS 1535,05 0,00 0% 11,1 Oslo OBX 413,95 -0,86 -0,2% 15,8 Prag PX 1035,95 -0,43 -0,0% 13,7 Stockholm OMXS-30 1111,67 3,74 +0,3% 12,5 Warschau WIG-20 2613,33 30,27 +1,2% 21,9 Wien ATX 2416,74 12,37 +0,5% 27,8 Zürich SMI 6862,55 -26,99 -0,4% 15,6

DEVISEN zuletzt '+/- % Do, 7.41 Uhr Mi, 18.25 Uhr EUR/USD 1,3217 -0,20% 1,3243 1,3225 EUR/JPY 113,7346 0,17% 113,5384 113,2908 EUR/CHF 1,2090 0,00% 1,2090 1,2074 USD/JPY 86,0540 0,35% 85,7500 85,6350 GBP/USD 1,6084 -0,38% 1,6145 1,6118 === Kontakt zum Autor: benjamin.krieger@dowjones.com

DJG/bek/ros (END) Dow Jones Newswires

   December 27, 2012 12:12 ET (17:12 GMT)

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