FRANKFURT (Dow Jones)--Das sich abzeichnende Chaos nach den griechischen Parlamentswahlen lastet am Montagmittag auf den Kursen an Europas Aktienmärkten. Gute Konjunkturdaten aus Deutschland bremsen die Talfahrt allerdings merklich. Bei dem Urnengang am Wochenende haben mit der konservativen Nea Demokratia und der sozialdemokratischen Pasok die beiden großen zu den Verpflichtungen der Rettungspakete für Athen stehenden Parteien die Mehrheit verloren. Der Chef der Nea Demokratia, Antonis Samaras, muss in den kommenden drei Tagen eine Regierung bilden und benötigt neben der Pasok einen weiteren Partner.
Allerdings haben die anderen fünf im Parlament vertretenen Parteien zumindest Änderungen an den Hilfspaketen von Internationalem Währungsfonds, EU-Kommission und Europäischer Zentralbank verlangt. Die Niederlage von Nicolas Sarkozy, zusammen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel zuletzt der Motor bei der Durchsetzung einer verschärften Haushaltsdisziplin im Euroraum, schockt die Börsianer nicht mehr, zu klar hatten die Umfragen zuletzt den Sieg des gegen das vermeintliche Berliner Spardiktat wetternden Francois Hollande prognostiziert.
Athener Aktienindex bricht ein
Der Euro-Stoxx-50 verliert gegen 12.25 Uhr noch 0,5 Prozent auf 2.238 Punkte, für den Stoxx-50 geht es um 0,1 Prozent auf 2.367 Punkte nach unten. Besonders herb fallen die Verluste erwartungsgemäß in Athen aus, wo der Leitindex um gut 8 Prozent einbricht. Dabei werden vor allem die Papiere der Banken verkauft, für Alpha Bank geht es um 18,6 Prozent nach unten, Eurobank büßen 15,4 Prozent ein. Gleichzeitig steigt die Rendite der zehnjährigen griechischen Staatsanleihen um rund 180 Basispunkte, umgekehrt markieren die als sicherer Hafen geltenden deutschen Bund-Futures mit 142,44 Prozent ein neuerliches Allzeithoch.
Der Euro fiel angesichts der abermaligen Zweifel am Sparwillen in Hellas zunächst unter die wichtige Unterstützung von 1,30 Dollar, erholte sich anschließend aber wieder. Stützend wirken sich dabei unter anderem die besser als erwartet ausgefallenen Zahlen zum deutschen Auftragseingang aus. So zogen die Orders im März um satte 2,2 Prozent binnen Monatsfrist an, Volkswirte hatten lediglich eine Zunahme um 0,5 Prozent erwartet.
Roche leiden unter eingestelltem Test für Cholesterinsenker
Aus Sektorperspektive stehen europaweit vor allem Zykliker unter Abgabedruck, Chemiewerte geben im Schnitt um 0,8 Prozent nach, Automobiltitel um 0,6 Prozent. Der Index der Pharmawerte leidet unter den Kursverlusten beim Schwergewicht Roche, für das es um 3,5 Prozent nach unten geht. Der schweizerische Pharmagigant hat eine klinische Studie mit dem Cholesterinsenker Dalcetrapib wegen mangelnder Wirksamkeit eingestellt. In das Produkt hatten die Baseler große Hoffnung gesetzt. Es sollte zu den Blockbustern mit einem Umsatz von mehr als 1 Milliarde Dollar jährlich aufrücken.
INDEX Stand +-% Euro-Stoxx-50 2.240,35 -0,36% Stoxx-50 2.368,42 -0,07% DAX 6.509,12 -0,80% FTSE Feiertagsbedingt kein Handel CAC 3.153,64 -0,26% EUREX Stand +-Ticks Bund-Future 142,15 +7DEVISEN zuletzt '+/- % Mo, 8.25 Uhr Fr, 17.55 Uhr EUR/USD 1,3036 0,22% 1,3008 1,3088 EUR/JPY 104,0685 0,27% 103,7859 104,5038 EUR/CHF 1,2012 -0,01% 1,2013 1,2012 USD/JPY 79,8300 0,04% 79,8020 79,8475 GBP/USD 1,6173 0,18% 1,6144 1,6146 DJG/jej/gos
(END) Dow Jones Newswires
May 07, 2012 06:33 ET (10:33 GMT)
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