16.01.2013 18:56

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MÄRKTE EUROPA/Goldman-Zahlen schieben Europas Börsen ins Plus


Von Thomas Leppert Spätes Kaufinteresse nach überraschend guten Zahlen von Goldman Sachs hat die Börsen in Europa am Mittwochnachmittag noch ins Plus drehen lassen. Nachdem die Anleger die längste Zeit des Tages vorsichtig agierten, schöpften sie mit den überraschend guten Quartalszahlen von Goldman Sachs Zuversicht. Unter den Investoren steigt damit die Hoffnung, dass weitere Unternehmen positiv überraschen. Zudem hat die Apple-Aktie ihren Kursabsturz beendet und legt in New York um drei Prozent zu. Der Dax schloss um 0,2 Prozent fester bei 7.691 Punkten. Der Euro-Stoxx-50 beendete den Tag mit einem Plus von einem Punkt bei 2.703.

   Goldman Sachs konnte den Gewinn im vierten Quartal kräftig steigern. Zugute kam dem Institut vor allem eine starke Entwicklung im Bereich Investmentbanking. Von Oktober bis Dezember verdiente Goldman Sachs hier mit 2,89 Milliarden US-Dollar fast dreimal so viel wie im Vorjahr und übertraf die Erwartungen der Analysten deutlich. Der Gewinn je Aktie lag bei 5,60 Dollar, während die Analysten im Durchschnitt lediglich mit einer Gewinnverdopplung auf 3,71 Dollar je Aktie gerechnet.

   Damit macht sich die Hoffnung breit, dass auch die europäischen Wettbewerber eine gute Berichtssaison hinlegen. Während die europäischen Banken am Mittag noch zu den größten Verlierern gehörten, grenzte der Banken-Index seine Abgaben im späten Verlauf auf minus 0,4 Prozent ein. Einige Bankaktien, wie die spanische BBVA, drehten sogar ins Plus. Mit einem Minus von 2,8 Prozent schloss dagegen die Aktie der Societe Generale, nachdem die Analysten von Cheuvreux die Aktie auf Underperform gesenkt hatten.

   In der Reisebranche scheint sich eine große Fusion anzubahnen. Die TUI AG will sich möglicherweise mit ihrer britischen Tochter TUI Travel zusammenschließen. TUI Travel bestätigte, dass der deutsche Konzern mit dieser Idee an den Londoner Reiseveranstalter herangetreten sei. Die Gespräche seien aber noch in einem frühen Stadium. Ob die Verhandlungen in einer Fusion der beiden Unternehmen münden, sei noch offen. Während TUI um 8,8 Prozent auf 8,05 Euro in die Höhe schnellten, schlossen TUI Travel knapp vier Prozent fester bei 292,50 Pence. Der Branchen-Index gewann 0,4 Prozent.

   Den schwächsten Sektor in Europa stellten mit minus 1,3 Prozent die Rohstoffwerte, die durch einen Kursabschlag von drei Prozent bei Anglo American belastet wurden. Unter anderem hatten die Analysten der Societe Generale die Aktie auf "Sell" heruntergestuft. Goldman Sachs hat zudem das Kursziel für das Minenunternehmen gesenkt und dabei die Verkaufsempfehlung bestätigt.

   Beim Energie-Konzern E.ON wird womöglich bald das erste Mal seit 13 Jahren wieder gestreikt. In der Tarifauseinandersetzung mit der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft verdi und der IG BCE hat die Große Tarifkommission einstimmig das Scheitern der Verhandlungen beschlossen. Ein Streik käme für E.ON zu einem besonders schlechten Zeitpunkt, versucht das Unternehmen doch, bis 2015 inflationsbereinigt zwei Milliarden Euro an Betriebskosten zu sparen. Die Aktien des Versorgers verloren ein Prozent auf 13,84 Euro.

   Die Anleger kaufen weiterhin gerne deutsche Bundesanleihen. Mit einem Nachfrage-Angebots-Verhältnis von 1,67 ist eine zehnjährige Bundesanleihe am Primärmarkt auf eine gute Nachfrage gestoßen, sagt Annalisa Piazza von Newedge Strategy. Die Unsicherheit, mit denen der wirtschaftliche Ausblick für die Eurozone behaftet sei, und die damit verbundenen politischen Risiken sorgten unverändert für eine solide Nachfrage nach Anleihen der Euro-Kernländer.

=== Europäische Schlussindizes am Mittwoch, 16. Januar:

. Index Schluss- Entwicklung Entwicklung Entwicklung . stand absolut in % seit . Jahresbeginn Europa Euro-Stoxx-50 2702,54 0,95 +0,0% 16,7 . Stoxx-50 2633,43 -0,89 -0,0% 11,1 . Stoxx-600 286,03 0,06 +0,0% 17,0 Frankfurt XETRA-DAX 7691,13 15,22 +0,2% 30,4 London FTSE-100 6103,98 -13,33 -0,2% 9,6 Paris CAC-40 3708,49 11,14 +0,3% 17,4 Amsterdam AEX 348,84 0,98 +0,3% 11,6 Athen ATHEX-20 324,29 1,88 +0,6% 22,4 Brüssel BEL-20 2504,45 5,05 +0,2% 20,2 Budapest BUX 19186,94 174,43 +0,9% 13,0 Helsinki OMXH-25 2319,02 17,32 +0,8% 19,4 Istanbul ISE NAT. 30 105058,47 2243,17 +2,2% 7,5 Kopenhagen OMXC-20 529,22 2,78 +0,5% 35,7 Lissabon PSI 20 6130,45 -19,17 -0,3% 8,1 Madrid IBEX-35 8601,00 -19,90 -0,2% 5,1 Mailand FTSE-MIB 17339,95 -127,53 -0,7% 14,9 Moskau RTS 1571,15 0,00 0% 13,7 Oslo OBX 426,58 2,40 +0,6% 19,3 Prag PX 1039,31 -3,03 -0,3% 0,1 Stockholm OMXS-30 1130,62 3,11 +0,3% 14,5 Warschau WIG-20 2565,15 32,73 +1,3% 19,6 Wien ATX 2447,15 -2,11 -0,1% 29,4 Zürich SMI 7304,85 32,54 +0,4% 23,1

DEVISEN zuletzt '+/- % Mi, 8.11 Uhr Di, 17.40 Uhr EUR/USD 1,3300 0,13% 1,3282 1,3337 EUR/JPY 117,7383 0,48% 117,1707 118,0115 EUR/CHF 1,2397 0,21% 1,2370 1,2385 USD/JPY 88,5400 0,36% 88,2210 88,4880 GBP/USD 1,5995 -0,30% 1,6044 1,6088 === Kontakt zum Autor: thomas.leppert@dowjones.com

DJG/thl/ros (END) Dow Jones Newswires

   January 16, 2013 12:25 ET (17:25 GMT)

   Copyright (c) 2013 Dow Jones & Company, Inc.- - 12 25 PM EST 01-16-13

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