29.11.2012 18:59
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MÄRKTE EUROPA/Hoffnung treibt Börsen dicht ans Jahreshoch

   Von Michael Denzin

   Mit kräftigen Kursgewinnen haben sich Europas Kapitalmärkte am Donnerstag aus dem Handel verabschiedet. Selbst an den Devisen- und Anleihemärkten machte sich Optimismus breit. Gute Konjunkturdaten aus Europa und den USA trieben den Markt, zudem die Erleichterung über das Hilfspaket für Griechenland. Der Euro lugte sogar kurz über die 1,30er-Marke zum Dollar. Sämtliche Branchen am Aktienmarkt gingen im Plus aus dem Tag. Größte Gewinner waren die konjunktursensitiven Rohstoffwerte und Banken aus Italien und Spanien.

   Der Dax stieg um 0,8 Prozent auf 7.401 Punkte und liegt damit nur noch 77 Punkte unter seinem Jahreshoch. Der Euro-Stoxx-50 legte sogar 1,4 Prozent auf 2.582 Zähler zu. Hier fehlen noch etwa 40 Punkte zum 2012er Gipfel.

   Eine Kombination überraschender Konjunkturdaten aus Europa und den USA sorgte für gute Laune. So hellte sich das Geschäftsklima in der Eurozone im November auf, ebenso zum ersten Mal seit Januar die Wirtschaftsstimmung. In den USA wurde das BIP für das dritte Quartal deutlich nach oben revidiert auf plus 2,7 Prozent. Die Arbeitslosenanträge rutschten unter die magische 400.000er-Marke und der Verkauf von US-Häusern sprang auf ein 5-Jahres-Hoch.

   Die wieder erwachte Risikofreude spiegelte sich besonders in Europas Anleihemarkt und trieb die Bank-Aktien. Seit dem Hilfspaket für Griechenland sind die Renditen Italiens und Spaniens kräftig gefallen. Italiens zehnjährige Anleihen rentierten im Tagestief nur noch bei 4,50 Prozent. Eine Anleiheauktion am Vormittag hatte sogar die niedrigsten Renditen seit fast zwei Jahren erbracht. Auch Spaniens Zehnjährige fielen auf 5,20 Prozent in der Spitze und damit auf den niedrigsten Stand seit März. "Kurz vor Jahresende steigt die Verzweiflung weiter an, noch etwas Rendite mitzunehmen", sagte Ciaran O'Hagan, Renten-Stratege der Societe Generale zum Kaufrausch bei den Anleihen Süd-Europas.

   Italiens Banken zählten daher zu den Spitzenreitern an Europas Märkten. Intesa stiegen 4,2 Prozent, Unicredit 4,4 Prozent, die spanischen BBVA 3,1 Prozent und Santander 2,4 Prozent. Auch Frankreichs Institute stiegen über 2 Prozent. Im DAX legten Commerzbank 2,6 und Deutsche Bank 1,6 Prozent zu.

   Störfeuer am Abend gab es zum Thema "Fiskalklippe" in den USA. Der republikanische Mehrheitsführer im Repräsentantenhaus, John Boehner, ruderte von vorigen Aussagen zurück. Noch gebe es "keine substanziellen Fortschritte" beim laufenden Streit. Der Euro rutschte nach Handelsschluss im DAX wieder fast einen halben Cent ab.

   "Die Zeitvorgabe zur Lösung des Haushaltsstreits ist sehr knapp", merkte allerdings Joe Bracken an, Chefvolkswirt bei BT Investment Manager. Zugleich sagte er: "Ich glaube an eine Lösung, da niemand das Interesse hat, das Wirtschaftswachstum zu blockieren." Beide Seiten müssen sich bis zum Jahresende einigen, sonst drohen automatische Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen.

   Am Aktienmarkt schlossen sämtliche Branchenindizes im Plus. Die stärksten Gewinne wiesen zyklische Branchen wie Rohstoffe, Automobile und Banken aus. Stahlwerte wie ArcelorMittal und Salzgitter stiegen bis zu 3 Prozent. Schlusslichter waren die als defensiv geltenden Nahrungsmittel-Hersteller, Freizeit- und Einzelhandelsaktien.

   Im Rohstoffsektor trieb das Plus von 5,1 Prozent bei der Rio-Tinto-Aktie. Der britisch-australische Bergbaukonzern will seine Ausgaben künftig zusammenstreichen und 7 Milliarden US-Dollar einsparen. Auch für BHP Billiton, Xstrata und BHP ging es in diesem Sog nach oben. Der Sektor-Index stieg um 2,6 Prozent.

   Im Unternehmensbereich sorgte die Übernahme der Bahn-Sparte des britischen Invensys-Konzerns durch Siemens für rund 2,2 Milliarden Euro für Gesprächsstoff. Die Siemens-Aktie stieg 0,3 Prozent, Invensys schnellten in London 9 Prozent nach oben. Analysten sprachen von einem strategisch richtigen Schritt und einer weiteren Fokussierung bei Siemens auf das Kerngeschäft.

   Mit einer bestätigten Dividendenprognose legten Zurich Insurance Group in der Schweiz um 2,5 Prozent zu. Von den bis 2013 angepeilten Einsparungen von 500 Millionen Dollar seien bereits 200 Millionen Dollar erreicht, teilte der Versicherer mit.

Europäische Schlussbörsen vom Donnerstag, 29.November .=== . Index Schluss- Entwicklung Entwicklung Entwicklung . stand absolut in % seit . Jahresbeginn Europa Euro-Stoxx-50 2581,69 34,85 +1,4% 11,4 . Stoxx-50 2558,64 25,98 +1,0% 8,0 . Stoxx-600 276,31 3,16 +1,2% 13,0 Frankfurt XETRA-DAX 7400,96 57,55 +0,8% 25,5 London FTSE-100 5870,30 67,02 +1,2% 5,4 Paris CAC-40 3568,88 53,69 +1,5% 12,9 Amsterdam AEX 338,10 3,82 +1,1% 8,2 Athen ATHEX-20 284,98 -1,52 -0,5% 7,6 Brüssel BEL-20 2451,50 47,08 +2,0% 17,7 Budapest BUX 17845,24 210,28 +1,2% 5,1 Helsinki OMXH-25 2146,04 33,87 +1,6% 10,5 Istanbul ISE NAT. 30 90255,98 608,93 +0,7% 46,3 Kopenhagen OMXC-20 490,77 4,33 +0,9% 25,9 Lissabon PSI 20 5223,00 37,22 +0,7% -4,3 Madrid IBEX-35 7837,60 136,10 +1,7% -6,9 Mailand FTSE-MIB 15887,99 434,56 +2,8% 5,3 Moskau RTS 1416,04 13,62 +1,0% 2,5 Oslo OBX 410,75 7,47 +1,9% 14,9 Prag PX 992,14 0,00 0% 8,9 Stockholm OMXS-30 1085,03 15,64 +1,5% 9,8 Warschau WIG-20 2410,79 9,25 +0,4% 12,4 Wien ATX 2296,22 38,68 +1,7% 21,4 Zürich SMI 6828,52 72,04 +1,1% 15,0

DEVISEN zuletzt '+/- % Do, 7.42 Uhr Mi, 18.15 Uhr EUR/USD 1,2969 0,21% 1,2942 1,2925 EUR/JPY 106,4281 0,15% 106,2724 105,7815 EUR/CHF 1,2037 -0,01% 1,2038 1,2034 USD/JPY 82,0650 -0,07% 82,1250 81,8450 GBP/USD 1,6035 0,16% 1,6009 1,5999 .=== Kontakt zum Autor: micheal.denzin@dowjones.com

   DJG/mod/raz

   (END) Dow Jones Newswires

   November 29, 2012 12:29 ET (17:29 GMT)

   Copyright (c) 2012 Dow Jones & Company, Inc.- - 12 29 PM EST 11-29-12

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