Von THOMAS LEPPERT
Kräftig nach oben geht es an der
Börse in Europa. "Es herrscht eine Stimmung am Markt, dass der Rücksetzer von gestern nach der Enttäuschung durch das Ausbleiben konkreter Schritte der EZB übertrieben war", meint David Jones von IG Index. Die laufende Berichtssaison hat einmal mehr positiv überrascht und das Sentiment für
Aktien verbessert. Der nächste große Termin ist nun der
US-Arbeitsmarktbericht am Nachmittag.
Der Euro-Stoxx-50 steigt um 2,6 Prozent auf 2.322 Punkte. Am deutschen Aktienmarkt geht es für den Dax um 2,1 Prozent auf 6.743 Zähler nach oben. Mailand stellt in Europa den bisherigen Gewinner des Tages, der italienische Leitindex zieht um 3,7 Prozent an.
Rückenwind erhalten Euro und Aktien von den endgültigen Einkaufsmanagerindex der Dienstleister aus der Eurozone. "Der vor allem von der Binnennachfrage getragene Sektor hält sich über Wasser, weil die Nachfrage noch immer stabil ist", sagt eine Beobachterin mit Blick auf den deutschen Service-PMI. Dieser liegt im Juli im Expansionsbereich und über der Prognose.
Die Renditen der spanischen Benchmarkstaatsanleihen rentieren bei 7,02 Prozent und damit wieder nahe der kritischen Marke. Auslöser des kräftigen Renditeanstiegs um rund 50 Basispunkten war EZB-Präsident Mario Draghi, der am Vortag keine konkreten Schritte zur Lösung der Eurokrise aus dem Hut gezaubert hatte. Nach Einschätzung von Credit Agricole dürfte die EZB nun erst Anfang September konkrete Maßnahmen zur Stützung der Eurozone ergreifen. "Bis dahin werden weiter dunkle Wolken über den Märkten hängen", glaubt Analyst Anthony Lam.
Am Nachmittag werden die Daten vom US-Arbeitsmarkt das weitere Geschehen an den Börsen bestimmen. Die Erholung dürfte auch im Juli schwach geblieben sein. Volkswirte erwarten, dass die Zahl der Beschäftigten um 95.000 zugenommen hat. Die Arbeitslosenquote wird unverändert bei 8,2 Prozent gesehen.
Michael Carey von der Credit Agricole rechnet mit einer Zunahme um 90.000 Stellen. "Sollten die Juli-Zahlen im Rahmen unserer Erwartungen ausfallen, dürfte das die Federal Reserve nicht beeindrucken", sagt der Analyst. Solange sich die Lage am US-Arbeitsmarkt nicht durchgreifend bessere, werde die Fed an ihrer Haltung auch nichts ändern.
Dollar und Yen werden nach Einschätzung von J.P. Morgan nach Vorlage der US-Arbeitsmarktdaten unter Druck geraten. Dabei spiele es keine Rolle, wie die Daten ausfielen, sagt Chefstratege Junya Tanase. Sollte es starke Daten zur Entwicklung der Stellen außerhalb der Landwirtschaft geben, dürfte es an den Finanzmärkten zu einer höheren Risikoneigung kommen; schwache Zahlen würden hingegen die Erwartung untermauern, dass die US-Notenbank eine dritte Runde der quantitativen Lockerungen einläutet. Der Euro setzt sich vom Vortagestief bei 1,2183 Dollar nach oben ab und notiert bei 1,2240.
Das angekündigte Aktienrückkaufprogramm von Siemens wird an der Börse sehr positiv aufgenommen, die Aktie steigt um 4,2 Prozent auf 71,32 Euro. Die Aktie wird nach Einschätzung aus dem Handel im Vergleich zum DAX und zum Sektor relative Stärke zeigen - auch in den nächsten Monaten. "Mit einem Minus von fast 20 Prozent auf Jahressicht gehört die Aktie zu den schwachen Titeln im DAX. Siemens will sie wieder attraktiver machen", sagt ein Händler. Auch die Analysten der WGZ-Bank bewerten den Schritt positiv und haben das Kursziel auf 83 nach 79 Euro nach oben genommen.
Die Geschäftszahlen der Allianz stuft Analyst Christian Muschick von Silvia Quandt Research als "unspektakulär" ein. "Alles in allem ist die Ergebnisqualität leicht oberhalb meiner Erwartung ausgefallen." Trotz Schuldenkrise hat die Allianz die gute Entwicklung aus den ersten drei Monaten auch im zweiten Quartal fortsetzen können. Der Gesamtumsatz stieg leicht auf 25,2 Milliarden Euro - 600 Millionen Euro mehr als im Vorjahresquartal. Die Analysten von Morgan Stanley machen im Geschäftsbericht mehr Positives als Negatives aus. An der Börse wird die solide Geschäftsentwicklung honoriert, die Aktie steigt um 3,7 Prozent auf 81,54 Euro.
Ein Blick auf die europäischen Indizes zeigt, dass die Sektoren der Banken mit einem Plus von 2,8 und die Versicherer mit einem Plus von 2,4 Prozent die Liste der Gewinner anführen. Die italienische Bank Intesa Sanpaolo überzeugt mit ihren Geschäftszahlen. Der Nettogewinn fiel mit 470 Millionen deutlich oberhalb der Markterwartung aus, die Kernkapitalquote liegt bei respektablen 10,7 Prozent. Die Aktie legt um 6,6 Prozent auf 1,00 Euro zu, UniCredit steigen um 6 Prozent auf 2,73 Euro. Das Kreditinstitut wird gegen 17.00 Uhr MESZ Rechenschaft über das erste Halbjahr ablegen.
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INDEX Stand +-%
Euro-Stoxx-50 2.320,82 +2,54%
Stoxx-50 2.504,83 +1,31%
DAX 6.744,56 +2,10%
FTSE 5.738,83 +1,35%
CAC 3.308,22 +2,34%
EUREX Stand +-Ticks
Bund-Future 143,95% -90
DEVISEN zuletzt '+/- % Fr, 8.35 Uhr Do, 18.00 Uhr
EUR/USD 1,2279 0,69% 1,2194 1,2151
EUR/JPY 96,0648 0,66% 95,4320 95,0225
EUR/CHF 1,2009 -0,05% 1,2015 1,2012
USD/JPY 78,2660 0,02% 78,2515 78,2450
GBP/USD 1,5590 0,43% 1,5523 1,5500
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August 03, 2012 06:52 ET (10:52 GMT)
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