Mit gut erholtem Wochenstart werden Europas Finanzmärkte am Montag erwartet. Hoffnungen auf eine Lösung im US-Haushaltsstreit sorgen an Asiens Börsen für Zuversicht und mehrheitlich für steigende Aktienkurse. Die anhaltenden Schwäche des Yen treibt Japans Nikkei-Index auf ein Zweimonatshoch. Der Dax dürfte sich an die Rückeroberung der 7.000er-Marke machen. Für den Euro-Stoxx-50 geht es vorbörslich um 0,9 Prozent auf 2.449 Punkte nach oben.
Die Stimmung am Markt hat sich nach positiven Aussagen zu den Verhandlungen um die US-Fiskalklippe aufgehellt. Der Mehrheitsführer im US-Repräsentantenhaus, der Republikaner John Boehner hatte die ersten Gespräche im US-Haushaltsstreit als "sehr konstruktiv" bezeichnet. Danach hatten sich die Kurse an Wall Street von anfänglichen Verlusten erholt und den Handelstag am Freitag im Plus beendet. Sorgen angesichts der drohenden Steuererhöhungen und Haushaltskürzungen in den USA hatten die Börsen zuvor weltweit belastet.
Am Devisenmarkt zeigt sich der Dollar zum Yen weiter stark, der Yen fällt auf ein Siebenmonatstief. Die Schwäche des Yen liegt an der Vermutung, die Liberaldemokraten in Japan werden die anstehenden Wahlen für sich entscheiden. Sie wollen den Druck auf die Notenbank erhöhen, die Notenpresse anzuwerfen. Weniger gut sieht es in China aus, wo der Schanghai-Composite-Index durch die 2.000er-Marke gebrochen ist. Marktteilnehmer sind darüber enttäuscht, dass Chinas neue Führer noch keine Wirtschaftsprogramme bekanntgegeben haben.
Im Fokus stehen daneben weiter die Krisenländer Europas. Mit Spannung wird auf die Auftragseingänge der italienischen Wirtschaft geblickt. Daneben könnten Spekulationen und Gerüchte über die Freigabe der nächsten Hilfstranche für Griechenland den Tag bestimmen, sagt Dirk Gojny von der National Bank. Schließlich trifft sich am Dienstag die Eurogruppe zu einer außerordentlichen Sitzung. Deutsche Anleihen sollten daher mit leichten Kursverlusten in den Tag starten.
Viel Zeit für Kurserholungen bleibt dem Markt diese Woche nicht. Mit dem US-Feiertag "Thanksgiving" am Donnerstag und dem wichtigsten Termin für private Einkäufe des Jahres, dem "Black Friday", rückt die Börse aus dem Blick. In den USA wird der Termin traditionell als Start in die Weihnachtssaison gesehen.
Auch in Deutschland rückt Weihnachten in den Fokus: Der Handelskette DOUGLAS erwartet im Advent noch vollere Kassen als 2011. "Wir gehen davon aus, dass dieses Weihnachtsgeschäft noch besser wird als im Vorjahr", sagte der Chef der Douglas-Holding, Henning Kreke, zur "Welt". Auch andere Konsumwerte könnten davon profitieren.
HOCHTIEF steht mit Berichten über eine mögliche Zerschlagung im Blick. Der verschuldete spanische Mutterkonzern ACS tauscht den Vorstand aus. Dies wird als Zeichen gesehen, den Widerstand der deutschen Vorstände gegen Teilverkäufe zu brechen. Für die Mitarbeiter sind dies schlechte, für die Aktienkurse aber gute Nachrichten. Bei Lang & Schwarz wird der Aktienkurs 1,4 Prozent fester getaxt.
===
DEVISEN zuletzt +/- % 0.00 Uhr Fr, 17.42 Uhr
EUR/USD 1,2765 +0,2% 1,2741 1,2704
EUR/JPY 103,7488 -0,0% 103,7533 103,2536
EUR/CHF 1,2054 +0,0% 1,2048 1,2044
USD/JPY 81,2580 -0,2% 81,4290 81,2580
GBP/USD 1,5914 +0,1% 1,5892 1,5851
===
Kontakt zum Autor: trade.de@dowjones.com
DJG/mod/flf
(END) Dow Jones Newswires
November 19, 2012 02:04 ET (07:04 GMT)
Copyright (c) 2012 Dow Jones & Company, Inc.- - 02 04 AM EST 11-19-12