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13.06.2012 08:58

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MÄRKTE EUROPA/Schaukelbörse und steigende Anleihe-Zinsen

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   Das Spannungsfeld guter US-Vorgaben und steigender Renditen bei europäischen Staatsanleihen bestimmt am Mittwoch das Geschehen an den Finanzmärkten. Die US-Börsen profitierten am Dienstag von der Hoffnung auf weiteren Aktionen der US-Notenbank, die Wachstumsimpulse für die Wirtschaft liefern. Über allem hängt aber unverändert wie eine dunkle Wolke die Eurokrise. Denn bisher wurde kein Weg gefunden, die Risiken der europäischen Banken von den Staatsschuldenrisiken abzukoppeln und zudem rückt die möglicherweise richtungsweisende Wahl in Griechenland immer näher.

   Der XDAX gewinnt im frühen Frankfurter Handel 0,4 Prozent, der Euro-Stoxx-50 wird 0,3 Prozent höher erwartet. Auf dem Euro, der unter der Marke von 1,25 Dollar notiert, lastet besonders die Unsicherheit über den Wahlausgang am Wochenende in Griechenland. Die EU-Komission beschäftigt sich bereits mit Notfall-Szenarien für den Fall eines Austritt Griechenlands aus der Eurozone, gesprochen wird dem Vernehmen nach auch über Kapitalverkehrskontrollen. "Vor der wichtigen Griechenland-Wahl halten sich die Anleger eher bedeckt", sagt Justin Harper von IG Markets.

   In New York hatten die Aussagen des Präsidenten der Notenbank von Chicago, Charles Evans, für eine kleine Erholungsrally gesorgt. Er wiederholte in einem Interview, dass er eine weitere Geldmengenausweitung durch die US-Notenbank unterstütze. "Es ist inzwischen ein Reflex der Börse, auf die Hoffnung einer weiteren Runde des quantitative Easing mit Kursgewinnen zu reagieren", so ein Geschäftsführer von Direct Access Partners.

   Auch wenn auf der Notenbanksitzung der US-Notenbank in der kommenden Woche keine neue Runde der Geldmengenausweitung eingeläutet werden sollte, gehen Marktteilnehmer davon aus, dass die auslaufende "Operation Twist" möglicherweise verlängert wird. Damit würde die US-Notenbank Gelder aus fälligen Staatsanleihen für Käufe länger laufender US-Staatsanleihen verwenden.

   Während bei den Aktien zunächst mit Kursgewinnen gerechnet wird, wird mit Sorge auf die Entwicklung bei den europäischen Staatsanleihen geschaut. Die Renditen des größten Schuldners der Eurozone, Italien, haben sich über der kritischen Marke von 6 Prozent für zehnjährige Anleihen festgesetzt. Und die Renditen der viertgrößten Volkswirtschaft der Eurozone, Spanien, rentieren mit 6,64 Prozent bereits sehr deutlich jenseits dieser Marke.

   Erste Warnzeichen senden nun auch die deutschen Bundesanleihen, die seit Anfang des Monats doch deutlich steigende Renditen, also fallende Kurse, aufweisen. Während die zehnjährige Benchmarkanleihe, die 1,75 prozentige mit einer Laufzeit bis Juli 2022, Anfang des Monats noch auf einem Tief von 1,17 Prozent rentierte, wirft sie nun bereits 1,42 Prozent ab. Spannend wird daher, wie die Aufstockung der Anleihe am Vormittag verläuft. Der Bund stockt das Volumen der Bundesanleihe um 5 Milliarden Euro auf.

   Die Societe Generale betont bereits, dass der "Sichere-Hafen-Status" der Bundesanleihen schwinde. Die Bank empfiehlt ihren Kunden dagegen US-Staatsanleihen und britische Anleihen zum Kauf. Die Entwicklung in Europa halte für den Schuldner Deutschland zwei Risiken parat. Entweder habe Deutschland einen größeren Teil der europäischen Schuldenlast zu tragen, oder aber die Ausweitung der Zinsdifferenzen belaste die Bilanzen der Banken so stark, dass der Staat möglicherweise einschreiten müsse.

   Von Seiten der Unternehmen sind Nachrichten Mangelware. Mit Kursgewinnen bei den deutschen Solarwerten rechnen Händler, nachdem an der Wall Street die Aktien des US-Wettbewerbers First Solar um 21 Prozent haussierten. Der US-Hersteller von Dünnschicht-Solarmodulen hat die Schließung seines Werks in Frankfurt an der Oder von Ende Oktober auf das Jahresende verschoben. "Der Grund dafür ist eine gestiegene Nachfrage in Europa, die auf kurze Frist über den Erwartungen liegt", sagte ein Sprecher von First Solar. Also gute Nachrichten für die Branche. Erste Indikationen zeigen den Branchenprimus SolarWorld mit einem Plus von 6 Prozent.

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   DJG/thl/gos

   (END) Dow Jones Newswires

   June 13, 2012 02:27 ET (06:27 GMT)

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