04.02.2013 19:15
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MÄRKTE EUROPA/Sorgen um Südeuropa lösen Kursrutsch an Börsen aus

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   Von THOMAS LEPPERT

   Tiefrot haben die Börsen in Südeuropa den Handel beendet. In Mailand brach der Aktienindex um 4,5 Prozent ein, die Börse in Madrid schloss 3,8 Prozent leichter. Vor allem die politischen Schlagzeilen belasteten die Geduld der Investoren. Korruptionsvorwürfe gegen die Volkspartei von Premier Rajoy sorgten für Aufregung in Spanien. In Italien werfen die Ende Februar anstehenden Wahlen ihren langen Schatten voraus.

   Die in den vergangenen Wochen erkaufte Stabilität innerhalb der Eurozone zeigte erste Risse, auch wenn das Fundament nicht bröckelt. Der Euro wertete gegenüber dem Dollar kräftig ab. Nachdem die Gemeinschaftswährung am Freitag noch oberhalb von 1,37 notierte, kostete sie nun nur noch 1,3525 Dollar. Der Euro-Stoxx-50 schloss 3,1 Prozent leichter bei 2.625 Punkten. Die bisherige Jahresbilanz des Index ist damit negativ. Der Dax beendete den Tag mit einem Minus von 2,5 Prozent bei 7.638,23 Punkten und damit praktisch auf seinem Tagestief.

   "Ob die Korruptionsvorwürfe gegen die Volkspartei von Premier Rajoy gerechtfertigt sind, entzieht sich unserer Beurteilung. Wir gehen aber davon aus, dass die aus den Vorwürfen resultierende Unsicherheit auf die Stimmung drückt", beurteilte Michael Leister von der Commerzbank die Entwicklung. Auch wenn der spanische Ministerpräsident Rajoy am Nachmittag die Korruptionsvorwürfe zurückwies, brachte dies keinen Stimmungsumschwung an der Börse. Die Renditen der spanischen Staatsanleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren sprangen um 23 Basispunkte auf 5,41 Prozent in die Höhe.

   Mit Blick auf Italien stehen vor allem die mit Unwägbarkeiten verbundenen Parlamentswahlen am 24./25. Februar im Fokus. Für die Marktstrategen der Deutschen Bank legen die jüngsten Umfragen noch immer einen Kompromiss zwischen der Mitte-Links-Koalition und Montis Mitte nahe. Allerdings hätten die Unsicherheiten zuletzt zugenommen, hieß es einschränkend. Das Risiko, dass der Reformeifer nach den Wahlen deutlich nachlasse, nehme zu. Die Renditen der italienischen Staatsanleihen schossen um 14 Basispunkte auf 4,46 Prozent in die Höhe.

   Ein Blick auf die Sektoren zeigt kräftige Kursverluste bei den Automobilwerten, der Index verlor 3,1 Prozent. Der deutsche Automarkt ist schwach ins Jahr gestartet, die Neuzulassungen sind im Januar um 8,5 Prozent eingebrochen. Damit hat die PKW-Nachfrage den schwachen Trend aus dem Vorjahr zunächst fortgesetzt. Die Aktien von VW schlossen 3,6 Prozent leichter, BMW gaben um 3,3 Prozent nach, Daimler 2,6 Prozent und Continental 3,6 Prozent.

   Innerhalb des Sektors stellte die Aktie von Fiat mit einem Minus von 5,4 Prozent den größten Verlierer. Der angeschlagene italienische Autobauer will die geplante Fusion mit seiner US-Tochterfirma Chrysler im nächsten Jahr abgeschlossen haben. Strittig ist noch der Preis für jene Anteile an Chrysler, die sich noch im Besitz der US-Gewerkschaft United Auto Workers befinden.

   Aber auch der Bankensektor kam unter die Räder, am Ende schloss der europäische Subindex knapp drei Prozent leichter. Es waren vor allem die Banken aus Italien und Spanien, die nicht nur in der Gunst der Investoren fielen. Die Aktien der UniCredit schlossen 8,3 Prozent leichter, Banco Santander verloren 5,7 Prozent und Intesa SanPaolo büßten 5,3 Prozent ein.

   In Deutschland drückten hohe Wertberichtigungen die Commerzbank im vierten Quartal tief in die roten Zahlen. Die Bank verbuchte im Zeitraum von Oktober bis Dezember nach vorläufigen Angaben einen Verlust von 720 Millionen Euro. Die Aktie brach in Folge um knapp 6 Prozent auf 1,52 Euro ein.

.=== . Index Schluss- Entwicklung Entwicklung Entwicklung . stand absolut in % seit . Jahresbeginn Europa Euro-Stoxx-50 2.625,17 -84,91 -3,1% -0,4 . Stoxx-50 2.600,22 -39,88 -1,5% 0,9 . Stoxx-600 283,90 -4,30 -1,5% 1,5 Frankfurt XETRA-DAX 7.638,23 -195,16 -2,5% 0,3 London FTSE-100 6.246,84 -100,40 -1,6% 5,9 Paris CAC-40 3.659,91 -113,62 -3,0% 0,5 Amsterdam AEX 349,69 -5,86 -1,7% 2,0 Athen ATHEX-20 334,65 6,24 +1,9% 8,1 Brüssel BEL-20 2.506,23 -53,78 -2,1% 1,2 Budapest BUX 19.090,21 -267,95 -1,4% 5,0 Helsinki OMXH-25 2.296,89 -28,70 -1,2% 3,9 Istanbul ISE NAT. 30 100.281,39 646,60 +0,6% 2,6 Kopenhagen OMXC-20 547,74 0,08 +0,0% 10,4 Lissabon PSI 20 6.254,44 -118,04 -1,9% 8,5 Madrid IBEX-35 8.229,70 -310,10 -3,8% -3,0 Mailand FTSE-MIB 16.539,00 -779,94 -4,5% 1,6 Moskau RTS 1.612,52 -15,79 -1,0% 5,6 Oslo OBX 432,50 -2,05 -0,5% 5,4 Prag PX 1.007,53 -9,28 -0,9% -3,0 Stockholm OMXS-30 1.161,19 -14,92 -1,3% 5,1 Warschau WIG-20 2.469,73 -29,46 -1,2% -4,6 Wien ATX 2.385,34 -55,05 -2,3% -0,7 Zürich SMI 7.362,72 -57,63 -0,8% 7,9

DEVISEN zuletzt '+/- % Do, 8.23 Uhr Fr, 17.37 Uhr EUR/USD 1,3538 -0,72% 1,3637 1,3701 EUR/JPY 125,4052 -0,25% 125,7177 126,8058 EUR/CHF 1,2312 -0,62% 1,2389 1,2369 USD/JPY 92,6300 0,43% 92,2340 92,5490 GBP/USD 1,5736 -0,87% 1,5874 1,5739

.=== Kontakt zum Autor: thomas.leppert@dowjones.com

   DJG/cln

   (END) Dow Jones Newswires

   February 04, 2013 12:44 ET (17:44 GMT)

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