FRANKFURT--An den europäischen Börsen haben sich die Kurse mit Schützenhilfe aus den USA stabilisiert. Neue US-Verbraucherpreise bestätigten fehlenden Inflationsdruck. Damit hat die US-Notenbank Spielraum für Maßnahmen zur Stützung der Wirtschaft. Der Euro-Stoxx-50 stieg um 0,2 Prozent auf 2.148 Punkte. Der Dax gab leicht um 0,2 Prozent auf 6.139 Punkte nach. Gefragt waren weiterhin Aktien aus Italien und Spanien.
Vor den Wahlen in Griechenland und dem Großen Verfall an den Terminbörsen dominierte aber die Zurückhaltung. In Griechenland wird das Parlament neu gewählt. Marktteilnehmer hoffen auf einen Sieg der etablierten Parteien Nea Dimokratia und Pasok, die den Sparauflagen zustimmen. Sollten aber die Reformgegner die Nase vorn haben, könnte es am Montag turbulent werden.
Die Eurokrise brodelt unterdessen weiter. Eine italienische Staatsanleiheauktion unterstrich die schwierige Lage. Italien hat bei Anleihen mit längerer Laufzeit tiefer in die Tasche greifen müssen als bislang. So stieg die Rendite der 2015 fälligen Papieren auf 5,30 von 3,91 Prozent. Auch in Spanien bleibt die Lage brisant. Am Mittwochabend hatten gleich zwei Ratingagenturen ihr Rating für Spanien nach unten genommen. Egan-Jones senkte das Spanien-Rating auf Ramschniveau, Moody's nahm das Rating um drei Stufen auf "Baa3" herunter. Moody's senkte zudem das Rating für Zypern um zwei Stufen. Marktteilnehmer hoffen nun auf rasche Schritte zur Bewältigung der Krise.
Ein Weg könnte ein Fiskalpakt sein. Doch gibt es bereits skeptische Stimmen. Ein solcher Pakt dürfte nach Ansicht der Analysten von J.P.Morgan scheitern - genau wie zuvor die im Vertrag von Maastricht vereinbarten Ziele und der Stabilitäts- und Wachstumspakt im Vorfeld des Starts der Währungsunion. "Für einige Staaten der Region ist der Weg einfach zu lang und das Wachstumsumfeld zu schwach", heißt es von Seiten der Analysten.
Der Euro gewann an Boden und stieg am frühen Abend auf 1,2611 Dollar. Händler führten die Erholung auf die US-Daten zurück. Entscheidend sei allerdings der Ausgang der Griechenland-Wahlen, so dass die Erholung der Gemeinschaftswährung nicht überbewertet werden sollte
Bankaktien erholen sich - mit Ausnahmen
Gefragt waren Bankaktien, die im Schnitt um 0,3 stiegen. Gerade spanische und italienische Titel aus dem Bereich legten zu. Marktteilnehmer begründeten dies mit Hoffnungen, dass eine Lösung für die angeschlagenen Institute gefunden wird. So gewannen Santander 1,8 Prozent und BBVA 0,9 Prozent. Es gab aber auch Verlierer. Credit Suisse brachen um 10,5 Prozent ein. Auslöser waren Aussagen der Schweizerischen Nationalbank (SNB). Danach müssen sowohl die Credit Suisse als auch die UBS ihre Eigenkapitaldecke erhöhen. Deren Niveau sei im internationalen Vergleich unterdurchschnittlich, vor allem bei der CS Group. Die UBS-Aktie kam mit 0,3 Prozent Abschlag noch relativ gut weg.
Nokia-Warnung lastet auf den Technologiewerten
Der Handyhersteller Nokia kommt bei der Bewältigung der eigenen Krise nicht hinterher. Das Unternehmen senkte die Gewinnprognose zum dritten Mal in nur etwas mehr als einem Jahr. Bis Ende 2013 sollen nun weltweit weitere 10.000 Stellen gestrichen und zwei Werke geschlossen werden, darunter eins in Ulm. "Nokia ist auf der Verliererstraße und fällt bei den wichtigen Smart-Phones weiter hinter Samsung und Apple zurück", meinte ein Händler. Die Aktie brach um 17,8 Prozent auf 1,82 Euro ein und zog auch andere Technologiewerte nach unten, so dass der Technologiesektor um 2,4 Prozent nachgab.
Konjuktursensibele Aktie unter Druck
Autowerte schwächelten erneut. Zwei große Investmentbanken hatten ihre Wachstumsprognosen für China nach unten revidiert. Da China für die deutsche Automobilindustrie einer der wichtigsten Absatzmärkte ist, nahmen Anleger Gewinne mit. BMW verloren 2,6 Prozent auf 56,29 Euro und Daimler 2 Prozent auf 33,59 Euro. Rohstoffwerte erlitten aus demselben Grund Verluste. Der Stoxx-600-Index für die Branche sank um 1,1 Prozent.
centrotherm-Kurs bricht ein
Im TecDax brach die centrotherm-Aktie um 26,5 Prozent auf 3,75 Euro ein. Kreditversicherer wollen die Warenlieferungen an den TexDAX-Konzern nicht mehr versichern und Banken haben offene Kreditlinien gesperrt. Zudem steigt die Aktie am Freitag aus dem Index ab. Solarworld wurden gleich mitverkauft. Die Aktie, die seit Jahresbeginn bereits 60 Prozent an Wert verloren hat, gab um 4,2 Prozent auf 1,35 Euro ab.
Europäische Schlussbörsen vom Donnerstag, 14. Juni
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. Index Schluss- Entwicklung Entwicklung Entwicklung
. stand absolut in % seit
. Jahresbeginn
Europa Euro-Stoxx-50 2148,21 4,71 +0,2% -7,3
. Stoxx-50 2303,13 -6,91 -0,3% -2,8
. Stoxx-600 241,84 -0,72 -0,3% -1,1
Frankfurt XETRA-DAX 6138,61 -13,88 -0,2% 4,1
London FTSE-100 5467,05 -16,76 -0,3% -1,8
Paris CAC-40 3032,45 2,41 +0,1% -4,0
Amsterdam AEX 291,98 0,38 +0,1% -6,6
Athen ATHEX-20 205,93 22,97 +12,6% -22,3
Brüssel BEL-20 2103,41 10,09 +0,5% 1,0
Budapest BUX 16852,05 -110,93 -0,7% -0,7
Helsinki OMXH-25 1781,91 -21,28 -1,2% -8,2
Istanbul NAT30 70256,71 198,60 +0,3% 13,9
Kopenhagen OMXC-20 428,73 -2,51 -0,6% 9,9
Lissabon PSI 20 4408,73 38,84 +0,9% -19,1
Madrid IBEX-35 6615,30 80,70 +1,2% -21,8
Mailand FTSE-MIB 13084,62 189,82 +1,5% -13,3
Moskau RTS 1300,30 -2,84 -0,2% -5,9
Oslo OBX 351,96 0,72 +0,2% -1,6
Prag PX 875,90 2,40 +0,3% -3,9
Stockholm OMXS-30 971,66 -4,35 -0,4% -1,6
Warschau WIG-20 2207,85 -1,26 -0,1% 3,0
Wien ATX 1888,09 4,09 +0,2% -0,2
Zürich SMI 5908,51 -36,18 -0,6% -0,5
DEVISEN zuletzt '+/- % Do, 7.30 Uhr Mi, 18.10 Uhr
EUR/USD 1,2599 0,13% 1,2584 1,2592
EUR/JPY 99,8992 -0,06% 99,9574 99,9261
EUR/CHF 1,2011 -0,03% 1,2014 1,2009
USD/JPY 79,2890 -0,19% 79,4380 79,3720
GBP/USD 1,5523 0,01% 1,5521 1,5558
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June 14, 2012 12:47 ET (16:47 GMT)
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