Von Benjamin Krieger
Dow Jones NEWSWIRES
FRANKFURT (Dow Jones)--Einen Tag vor der Sitzung der Europäischen Zentralbank standen die Kursampeln für Europas Börsen auf "Grün". Europaweit zogen die Kurse an - mit den Ausnahmen Athen und Frankfurt. In Athen brach das Börsenbarometer um mehr als 5 Prozent ein auf den tiefsten Stand seit 22 Jahren. In Frankfurt gab der Dax um 0,2 Prozent auf 5.969 Punkte nur leicht nach. An den übrigen Börsenplätzen reichten die Gewinne von 0,3 Prozent in Brüssel über 0,9 Prozent in Helsinki bis zu 1,1 Prozent in Paris.
Einen konjunkturellen Lichtblick im seit Wochen und Monaten düsteren Börsenumfeld gab es am Nachmittag aus den USA. Eine monatliche Umfrage unter Einkäufern im Dienstleistungssektor schnitt im Mai etwas besser ab als Volkswirte erwartet hatten. Daraufhin machten die Kurse, die zuvor schon im Plus lagen, noch etwas Boden gut. Im Devisenhandel sorgte das Zahlenwerk für Kursverluste des Yen gegen Euro und Dollar.
Keine Kursimpulse gingen dagegen von einer überraschend angesetzten Telefonkonferenz der Finanzminister der sieben führenden Industriestaaten (G-7) über die europäische Finanzkrise und mögliche Antworten darauf. "Es scheint genau das bei der Telefonkonferenz herausgekommen zu sein, was MAN realistischerweise erwarten konnte: Keine Entscheidungen über irgendwelche Maßnahmen, sondern die Bestätigung, die Probleme zu kennen und sie lösen zu wollen", sagt ein Händler.
Bankenaktien gesucht, nur in Athen nicht
Wie schon am Montag machten Bankenaktien Boden gut. Der Sektor stieg um 0,8 Prozent. Erneut waren vor allem die Aktien der französischen und italienischen Geldhäuser ein Kauf. BNP Paribas, Crédit Agricole und Société Générale verteuerten sich zwischen 2,4 und 4 Prozent. Aber auch die Papiere der spanischen Santander und der italienischen Intesa Sanpaolo legten zu. In Lissabon zogen Aktien der Banco Espirito Santo um mehr als 12 Prozent an. Commerzbank legten 1,6 Prozent zu.
Sollte die Europäische Zentralbank die Zinsen senken oder den auf hohen faulen Krediten und löchrigen Bilanzen sitzenden Banken zusätzliche Liquidität in Aussicht stellen, könnte sich der angeschlagene Bankensektor weiter stabilisieren. In den vergangenen Wochen sind angesichts einer niedrigen Inflation und immer düsterer Konjunkturdaten in der Eurozone die Erwartungen für Zinssenkungen gestiegen.
In Athen brachen Bankenaktien dagegen ein. Die Athener Börse fiel um mehr als 5 Prozent auf den niedrigsten Stand seit 22 Jahren. Ein Händler sagte, offenbar wolle niemand im Vorfeld der Parlamentswahlen am 17. Juni griechische Aktien im Depot haben. Zunehmend werde mit einem Austritt des Landes aus der Eurozone gerechnet. Hinzu kommt die Sorge, das hoch verschuldete Zypern benötige Hilfe. Zypern hat enge Beziehungen zu griechischen Banken. Alpha Bank verloren 8,9 Prozent, EFG Eurobank 15,2 Prozent und National Bank of Greece 8,5 Prozent.
Aktienkäufe von VW zünden Kursfeuerwerk bei MAN
Ein Kursfeuerwerk brannten MAN-Aktien ab. Als VW zwei Stunden vor Handelsschluss mitteilte, mittlerweile gut drei Viertel der MAN-Aktien zu besitzen, schossen MAN in die Höhe und gingen mehr als 9 Prozent fester aus dem Handel. Anleger setzen auf die Karte, dass VW den Anteil noch ausbaut. "Und damit ist die MAN-Aktie natürlich ein klarer Kauf", sagte ein Händler.
Im Währungshandel dominierte der Yen das Geschehen. Nach dem überraschenden Anstieg des ISM-Index wertete die japanische Währung am Nachmittag zu Dollar und Euro kräftig ab. Der Yen hatte als sicherer Währungshafen in den vergangenen Monaten von der weltweiten Konjunktuereintrübung profitiert und stark aufgewertet. Der Euro gab zum Dollar einen Teil der Kursgewinne der vergangenen beiden Tagen wieder ab und kostete im späten europäischen Handel 1,2438 Dollar.
Warten auf die Sitzung der EZB am Mittwoch lautete das Motto an den Rentenmärkten. Bundesanleihen traten auf der Stelle, nachdem sie in den vergangenen Sitzungen von einem Allzeithoch zum nächsten geeilt waren. "Bezüglich der EZB-Ratssitzung bleiben (...) die Erwartungen im Raum, dass eine Zinssenkung nicht gänzlich ausgeschlossen werden kann", sagte Viola Julien von der Helaba.
Europäische Schlussbörsen vom Dienstag, 5. Juni
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. Index Schluss- Entwicklung Entwicklung Entwicklung
. stand absolut in % seit
. Jahresbeginn
Europa Euro-Stoxx-50 2087,31 8,35 +0,4% -9,9
. Stoxx-50 2217,44 3,97 +0,2% -6,4
. Stoxx-600 234,59 0,72 +0,3% -4,1
Frankfurt XETRA-DAX 5969,40 -8,83 -0,1% 1,2
Paris CAC-40 2986,10 31,61 +1,1% -5,5
Amsterdam AEX 284,99 1,92 +0,7% -8,8
Athen ATHEX-20 169,88 -9,15 -5,1% -35,9
Brüssel BEL-20 2054,46 5,21 +0,3% -1,4
Budapest BUX 16398,39 -96,44 -0,6% -3,4
Helsinki OMXH-25 1777,82 15,47 +0,9% -8,5
Istanbul NAT30 66933,46 -40,26 -0,1% 8,5
Lissabon PSI 20 4471,98 20,72 +0,5% -18,2
Madrid IBEX-35 6239,50 28,30 +0,5% -26,8
Mailand FTSE-MIB 12973,66 81,70 +0,6% -14,0
Moskau RTS 1239,10 6,25 +0,5% -10,3
Oslo OBX 344,73 2,51 +0,7% -3,6
Prag PX 874,60 10,70 +1,2% -4,0
Stockholm OMXS-30 951,91 5,79 +0,6% -3,6
Warschau WIG-20 2039,72 -38,04 -1,8% -4,9
Wien ATX 1867,79 10,56 +0,6% -1,3
Zürich SMI 5714,57 1,23 +0,0% -3,7
DEVISEN zuletzt '+/- % Di, 8.25 Uhr Mo, 17.55 Uhr
EUR/USD 1,2436 -0,62% 1,2514 1,2497
EUR/JPY 97,8498 -0,34% 98,1848 97,7900
EUR/CHF 1,2009 -0,01% 1,2011 1,2007
USD/JPY 78,7050 0,31% 78,4630 78,2550
GBP/USD 1,5356 -0,25% 1,5395 1,5382
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DJG/bek/raz
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June 05, 2012 12:53 ET (16:53 GMT)
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