23.01.2013 18:47
Bewerten
 (0)

MÄRKTE EUROPA/Wachstumssorgen belastet die Stimmung

Von Manuel Priego-Thimmel FRANKFURT--Europas Börsen sind auch am Mittwoch nicht in die Gänge gekommen. Überwiegend gute Quartalszahlen standen negativen Konjunkturdaten aus der Eurozone gegenüber. Die spanische Notenbank schätzt, dass die Wirtschaftsleistung im vierten Quartal zum Vorjahresquartal um weitere 1,7 Prozent eingebrochen ist. In Frankreich trübte sich das Geschäftsklima in der Industrie im Januar überraschend ein. Auch hat der IWF die Wachstumsprognose für die Eurozone gesenkt.

   Der Euro-Stoxx-50 verlor 0,3 Prozent auf 2.708 Punkte, der Dax schaffte ein leichtes Plus von 0,2 auf 7.708 Zähler. Der IWF geht davon aus, dass die Eurozone auch im laufenden Jahr in der Rezession bleiben wird. Der Währungsfonds erwartet, dass die Wirtschaft im laufenden Jahr um 0,2 Prozent schrumpfen wird. Zuvor war noch ein Wachstum von 0,2 Prozent prognostiziert worden.

   Ein klar über den Erwartungen ausgefallener ZEW-Index am Vortag hatte angedeutet, dass sich zumindest in Deutschland die Lage bessert. Unterstützung erfuhr der Markt durch die bislang in den USA gut laufende Berichtssaison. Nach guten Geschäftszahlen legten sowohl IBM-Aktien als auch Google-Papiere kräftig zu. In Europa läuft die Saison bislang nicht so rund wie in den USA.

   Ein Beispiel dafür lieferte Siemens. Die Aussagen des Technologiekonzerns waren eher in Moll gehalten. Das laufende Geschäftsjahr sei ein "Jahr des Übergangs" und mit den Umsätzen und Margen sei man "insgesamt zufrieden", hieß es. Der Auftragseingang bei den Münchnern sank - wenn auch weniger stark als befürchtet. Mit 83,68 Euro ging das Siemens-Papier unverändert aus dem Handel.

   Die endgültigen Ergebnisse von SAP enthielten nach Ansicht der DZ-Bank nichts Überraschendes mehr. Der Software-Konzern hatte vor einer Woche erste Ergebnisse veröffentlicht, woraufhin die Aktie eingebrochen war. Die Anleger reagierten nun mit Erleichterung und zogen die Aktie 2,4 Prozent auf 59,20 Euro in die Höhe.

   Die Aktie von Novartis stieg um 4,1 Prozent, obwohl der Nettogewinn im vierten Quartal die Konsensprognose um 14 Prozent verfehlt hatte. Im nächsten Jahr will das Unternehmen aber wieder wachsen. Positiv wurde von den Anlegern die Rücktrittsankündigung des CEO Daniel Vasella gewertet. Die Citigroup erwartet in Zukunft eine aktionärsfreundlichere Politik des Pharmakonzerns und empfahl die Aktie zum Kauf.

   Unilever-Titel verteuerten sich nach dem Zahlenausweis um 2,4 Prozent. Die Ergebnisse des Lebensmittel- und Konsumgüterriesen hätten im vierten Quartal die Erwartungen übertroffen, kommentierte Shore Capital. Nach Einschätzung von Jefferries überzeugten die Geschäftszahlen auf allen Ebenen. Die Analysten hoben hervor, dass das organische Wachstum mit einem Plus von 7,8 Prozent deutlich oberhalb der Markterwartung ausgefallen sei.

   Am Devisenmarkt zeigte sich der Euro volatil. Erfolgreiche Platzierungen syndizierter Anleihen in Spanien am Vortag und Portugal am Mittwoch unterstrichen die Entspannung in der Eurozone. Der Euro kletterte am Vormittag bis auf 1,3350 zum Dollar. Mit der Wachstumsrevision durch den IWF kam die Einheitswährung aber unter Druck und notierte am Abend um 1,33. Im Handel hieß, dass Anleger nun auf eine Zinssenkung durch die EZB auf der nächsten Sitzung spekulierten.

   Europäische Schlussstände von Mittwoch, den 23. Januar 2013:

=== Index Schluss- Entwicklung Entwicklung Entwicklung stand absolut in % seit Jahresbeginn Europa Euro-Stoxx-50 2708,28 -8,42 -0,3% 16,9 Stoxx-50 2649,64 12,78 +0,5% 11,8 Stoxx-600 288,22 0,56 +0,2% 17,8 Frankfurt XETRA-DAX 7707,54 11,33 +0,1% 30,7 London FTSE-100 6197,64 18,47 +0,3% 11,3 Paris CAC-40 3726,17 -14,84 -0,4% 17,9 Amsterdam AEX 353,01 -0,44 -0,1% 13,0 Athen ATHEX-20 345,14 8,72 +2,6% 30,3 Brüssel BEL-20 2535,48 -14,23 -0,6% 21,7 Budapest BUX 19168,52 -42,67 -0,2% 12,9 Helsinki OMXH-25 2362,04 2,87 +0,1% 21,6 Istanbul ISE NAT. 30 108070,69 853,32 +0,8% 10,6 Kopenhagen OMXC-20 537,92 2,61 +0,5% 37,9 Lissabon PSI 20 6271,05 66,54 +1,1% 12,1 Madrid IBEX-35 8632,10 -18,80 -0,2% 5,5 Mailand FTSE-MIB 17579,00 -136,90 -0,8% 16,5 Oslo OBX 432,66 3,40 +0,8% 21,0 Prag PX 1026,82 1,56 +0,2% -1,1 Stockholm OMXS-30 1140,82 1,67 +0,1% 15,5 Warschau WIG-20 2558,39 -8,21 -0,3% 19,3 Wien ATX 2439,45 2,56 +0,1% 29,0 Zürich SMI 7391,95 100,10 +1,4% 24,5

DEVISEN zuletzt '+/- % Mi, 08.05 Uhr Di, 18.04 Uhr EUR/USD 1,3309 0,12% 1,3294 1,3305 EUR/JPY 117,8275 0,64% 117,0792 117,8978 EUR/CHF 1,2370 0,16% 1,2351 1,2354 USD/JPY 88,5385 0,54% 88,0640 88,6350 GBP/USD 1,5847 0,20% 1,5815 1,5860 === Kontakt zum Autor: manuel.priego-thimmel@dowjones.com DJG/mpt/flf (END) Dow Jones Newswires

   January 23, 2013 12:16 ET (17:16 GMT)

   Copyright (c) 2013 Dow Jones & Company, Inc.- - 12 16 PM EST 01-23-13

Artikel empfehlen?
Für den Live-Chat können Sie sich mit Ihrem finanzen.net-, Facebook- oder Twitter Account anmelden. Um immer die neusten Beiträge zu sehen, stellen Sie bitte "Neuesten" ein.

Anzeige

Heute im Fokus

DAX geht schwächer ins Wochenende -- MorphoSys-Aktie und Roche-Aktie fallen kräftig -- US-Börsen in der Gewinnzone -- GfK-Konsumklima auf höchstem Stand seit acht Jahren

BayernLB verklagt Ecclestone. Euro gibt leicht nach. Studio Babelsberg erwartet für 2014 Millionenverlust. Sartorius verkauft Sparte. Ölpreise deutlich gestiegen. Verdi ruft an vier Amazon-Standorten zu Streiks bis Heiligabend auf. Allianz stimmt Vergleich nach Amoklauf von Winnenden zu. Facebook will mehr über Datenschutz informieren.
Diese Aktien sind auf den Kauflisten der Experten

Welche Unternehmen sind am attraktivsten für Informatiker?

Diese Flughäfen werden hoch frequentiert

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

So viel erhalten die Deutschen

Aktien-Profiteure der Cannabis-Legalisierung in den USA

Mit welchen Techniken sparen Weltkonzerne Steuern?

Welche sind die reichsten Amerikaner unter 40 Jahren?

Wenn Zukunft Gegenwart wird

mehr Top Rankings

Umfrage

Bundeskanzlerin Angela Merkel will sich mit Haut und Haar für das Freihandelsabkommen mit den USA stark machen. Was halten Sie von TTIP?