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08.06.2012 19:17

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MÄRKTE EUROPA/Zwischen Hoffen und Bangen - Börsen im Verlauf erholt

ThyssenKrupp zu myNews hinzufügen Was ist das?


   FRANKFURT (Dow Jones) Die europäischen Aktienmärkten haben am Freitag kaum verändert geschlossen, nachdem sie anfängliche Verluste im Verlauf aufholen konnten. Schwache Vorgaben aus den USA und die Bonitätsabwertung Spaniens durch Fitch hatten zunächst für Verkäufe gesorgt. Nach dem Ausverkauf vor einer Woche und der anschließenden Stabilisierung seien diejenigen, die auf sinkende Kurse gesetzt haben, nervös geworden, meinte ein Händler zur Erholung im Verlauf des Tages. Sie kauften daher Aktien zurück.

   Der Euro-Stoxx-50 schloss unverändert bei 2.144 Punkten, hat sich damit seit einer Woche aber um 2,9 Prozent erholt. Der Dax schloss zwar mit 0,2 Prozent Abschlag bei 6.131 Punkten, hat damit im Wochenvergleich jedoch 2,1 Prozent gewonnen.

   Die Madrider Börse stieg sogar um 1,8 Prozent. Händler verwiesen auf Meldungen, Spanien könnte am Wochenende offiziell um Hilfe für die unterkapitalisierten Banken des Landes ersuchen. Allerdings dämpfte Spanien selbst die Spekulation. Zunächst sollen neue Stresstests für die spanischen Banken abgewartet werden.

   Viele Marktteilnehmer spekulieren auf Maßnahmen der Europäischen Zentralbank angesichts der angespannten Lage im Euroraum. Gründe dafür gibt es genug. Die Rating-Agentur Fitch hatte am Vorabend die Note für die Kreditwürdigkeit Spaniens gleich um drei Stufen gesenkt. Fitch begründete den Schritt unter anderem mit einem Rekapitalisierungsbedarf der Banken von 60 bis 100 Milliarden Euro. In den vergangenen Tagen kursierten Schätzungen zwischen 40 und 100 Milliarden Euro.

   Der Euro fiel nach den Vortagesgewinnen wieder auf 1,2484 Dollar zurück. Am Donnerstag hatte er sich zeitweise über 1,26 Dollar geschwungen. Das Geschäft am Devisenmarkt verläuft derzeit sehr nervös. Händler warten auf klare Signale der Notenbanken, doch weder EZB-Präsident Mario Draghi noch US-Notenbank-Chef Ben Bernanke haben bislang konkrete Hinweise auf geldpolitische Maßnahmen gegeben. Da sich beiden aber alle Optionen offen gehalten haben, sind Überraschungen jederzeit möglich.

   Rohstoffwerte unter Druck

   Nach der Erholung in den Vortagen kamen die Rohstoffwerte wieder unter Druck. Sie verloren im Schnitt 2,8 Prozent. Die erste chinesische Leitzinssenkung seit 2008, die am Vortag überraschend mitgeteilt worden war, sorgt für Unsicherheit. Sie sei früher gekommen als erwartet und könnte bedeuten, dass die chinesische Notenbank mit schlechten Konjunkturdaten rechnet, meinte ein Händler. Am Wochenende werden unter anderem Daten zur Industrieproduktion und zur Preisentwicklung veröffentlicht.

   Die hohen Abgaben bei ThyssenKrupp begründete ein Marktteilnehmer auch mit den Fragezeichen, die hinter der weiteren Entwicklung stehen. "Das Thema der hohen Verschuldung ist durch die Abstufung durch S&P wieder in den Mittelpunkt gerückt", sagte der Händler. Im Moment sei fraglich, wie das Unternehmen zu einer Verbesserung seiner finanziellen Situation gelangen wolle, meinte der Händler. Der Verkauf der defizitären Werke in Brasilien und den USA gestalte sich schwierig. Die Aktie verlor 3,8 Prozent auf 12,04 Euro.

   Nokia profitieren von Gerücht

   Besser sah es bei Nokia aus. Die gebeutelte Aktie zog um 6 Prozent auf 2,36 Euro an. Sie profitierte von einem Gerücht, wonach Samsung ein Übernahmeangebot für 4 Euro je Anteil abgeben könnte. Ein Analyst äußerte sich freilich skeptisch: "Samsung hat immer gesagt, organisch wachsen und Nokia Marktanteile abnehmen zu wollen. Das ist bisher sehr gut gelungen. Warum sollte man also von dieser Strategie abkehren?". Ein Händler verwies daher auf Spekulationen über verbesserte Absatzzahlen des Smartphone-Modells "Lumia".

   Europäische Indizes am Freitag, 8.Juni:

Index Schluss- Entwicklung Entwicklung Entwicklung stand absolut in % seit Jahresbeginn Europa Euro-Stoxx-50 2143,90 0,82 +0,0% -7,5 Stoxx-50 2280,31 -5,31 -0,2% -3,8 Stoxx-600 241,93 -0,71 -0,3% -1,1 Frankfurt XETRA-DAX 6130,82 -13,40 -0,2% 3,9 London FTSE-100 5435,08 -12,71 -0,2% -2,4 Paris CAC-40 3051,69 -19,47 -0,6% -3,4 Amsterdam AEX 291,73 -1,17 -0,4% -6,6 Athen ATHEX-20 177,58 0,04 +0,0% -33,0 Br ssel BEL-20 2099,84 -4,73 -0,2% 0,8 Budapest BUX 17019,75 29,65 +0,2% 0,3 Helsinki OMXH-25 1855,74 1,05 +0,1% -4,4 Istanbul NAT30 68767,68 783,53 +1,2% 11,5 Kopenhagen OMXC-20 426,59 -6,92 -1,6% 9,4 Lissabon PSI 20 4512,27 17,09 +0,4% -17,6 Madrid IBEX-35 6438,10 113,90 +1,8% -23,5 Mailand FTSE-MIB 13445,46 -99,86 -0,7% -10,9 Moskau RTS 1282,32 -14,12 -1,1% -7,2 Oslo OBX 356,47 -1,56 -0,4% -0,3 Prag PX 886,00 -6,90 -0,8% -2,8 Stockholm OMXS-30 975,76 -6,19 -0,6% -1,2 Warschau WIG-20 2153,86 42,95 +2,0% 0,4 Wien ATX 1901,13 3,15 +0,2% 0,5 Zürich SMI 5869,32 0,11 +0,0% -1,1

DEVISEN zuletzt +/- % Fr, 8.33 Uhr Do, 18.00 Uhr EUR/USD 1,2485 -0,04% 1,2490 1,2567 EUR/JPY 99,1777 0,25% 98,9306 100,1119 EUR/CHF 1,2010 -0,01% 1,2011 1,2013 USD/JPY 79,4400 0,25% 79,2410 79,6650 GBP/USD 1,5428 -0,20% 1,5459 1,5556 DJG/mif/gos

   (END) Dow Jones Newswires

   June 08, 2012 12:47 ET (16:47 GMT)

   Copyright (c) 2012 Dow Jones & Company, Inc.- - 12 47 PM EDT 06-08-12

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