19.12.2012 22:52
Bewerten
(0)

MÄRKTE USA/Anleger feiern GM-Reprivatisierung und misstrauen Politik

   Während Anleger an der Wall Street über den Ausgang des Haushaltsstreits spekuliert haben, schaffte die US-Regierung bei der Abarbeitung der Finanz- und Wirtschaftskrise am Mittwoch Fakten. Washington steigt bei General Motors (GM) aus. Der Staat hatte den einst maroden Automobilkonzern vor dem Zusammenbruch bewahrt. In den kommenden Monaten soll die komplette Staatsbeteiligung abgestoßen werden. Einen Teil der Aktien übernahm GM nun selbst. 5,5 Milliarden Dollar fließen dafür in die klamme Staatskasse. Anleger feierten die Reprivatisierung des Konzerns. Denn die Zahl der Anteilsscheine sinkt durch den Rückkauf um elf Prozent, die künftigen Ergebnisse je Aktie dürften daher signifikant steigen. Das tat auch die Aktie - um 6,6 Prozent.

   Von derartigen Freudensprüngen war der Gesamtmarkt meilenweit entfernt. Der Dow-Jones-Index verlor 0,7 Prozent, der S&P-500 sank um 0,8 Prozent und der Nasdaq-Composite gab 0,3 Prozent ab. Die Indizes schlossen auf Tagestief. Der Umsatz lag bei 0,75 (Dienstag: 0,82) Milliarden Aktien. Den 1.510 (2.276) Kursgewinnern standen 1.533 (816) -verlierer gegenüber. Unverändert schlossen 122 (78) Titel. "Das klare Nein Obamas an den Plan B von John Boehner sorgt für etwas Vorsicht an den Finanzmärkten", sagte ein Händler mit Blick auf die jüngste Entwicklung im Streit um den US-Haushalt. Der republikanische Repräsentantenhaussprecher hatte am Vortag mit einem "Plan B" überrascht, mittels dessen die drohende Fiskalklippe abgewendet werden soll. Im späten Handel forderte er Präsident Obama ultimativ auf, seinen Plänen zuzustimmen. "Ich denke, ein Kompromiss wird gefunden werden. Aber der Zeitpunkt dafür wird immer unklarer. Die Uhr tickt", sagte Marktstratege Jason Ware von Albion Financial. Am Donnerstag soll im Repräsentantenhaus abgestimmt werden.

   Für leichte Ernüchterung sorgten auch die neuen Daten vom Immobilienmarkt. Die Baubeginne waren im November gesunken, nachdem es in den beiden Vormonaten zu kräftigen Zuwächsen gekommen war. Immerhin fiel der Rückgang nicht ganz so deutlich wie befürchtet aus. Positiv überrascht hat im Technologiesektor dagegen Oracle. Die Aktien des Software-Giganten gewannen 3,7 Prozent, nachdem das Unternehmen mit seinen Zweitquartalsergebnissen die Markterwartungen übertroffen hatte.

   Die Ratingagentur Moody's senkte den Ausblick für Alcoa. Dem Aluminiumverhütter droht ein Absturz der Bonität auf "Ramschniveau". Die Anteilsscheine gaben 3,0 Prozent nach und waren damit zweitschwächster Wert im Dow. Die Titel von FedEx zogen derweil um 0,9 Prozent an. Der Paketlogistiker hätte ohne Wirbelsturm Sandy die Marktprognosen zum zweiten Quartal geschlagen. Immerhin rangierte der Umsatz oberhalb der Vorhersagen. Einen formidablen Einbruch um 51,3 Prozent verzeichneten die Anteilsscheine von Oncothyreon. Die Pharmagesellschaft legte bei einem Lungenkrebspräparat enttäuschende Studienergebnisse vor.

   Nach einer zweitägigen Talfahrt erholten sich die Notierungen der US-Staatsanleihemarkt etwas. Die Rendite zehnjähriger Papiere fiel auf 1,81 Prozent. Am Vortag waren die Renditen noch auf den höchsten Stand seit zwei Monaten geklettert. Am Primärmarkt stiegen die Renditen dagegen bei einer Emission siebenjähriger US-Notes, Händler sprachen hier aber von einer soliden Nachfrage.

   Eine gestiegene Dieselnachfrage in den USA verpasste dem Ölpreis einen Schub. "Es sind die Daten zu den Destillaten, die treiben", sagte Ölanalyst Carl Larry von Oil Outlooks and Opinions mit Blick auf die US-Lagerbestände. Der Preis für ein Barrel US-Leichtöl der Sorte WTI kletterte auf 89,51 Dollar, ein Aufschlag zum Vortagessettlement von 1,58 Dollar oder 1,8 Prozent. Die europäische Referenzsorte Brent verteuerte sich um 1,4 Prozent bzw 1,52 Dollar auf 110,36 Dollar.

   Am Devisenmarkt sprang der Euro erstmals seit Anfang April kurzzeitig wieder über die Marke von 1,33 Dollar, im späten US-Handel notierte er aber wieder klar unter diesem Niveau. Die anhaltende Aufwärtsbewegung des Euro erhielt mit der Hochstufung Griechenlands durch die Ratingagentur Standard & Poor's neue Dynamik. Nach dem Vortageseinbruch des Goldpreises hielt die Talfahrt an. Der Preis je Feinunze ermäßigte sich auf 1.669 Dollar. Im Jahreshoch kostete das Edelmetall noch etwas mehr als 1.800 Dollar.

=== INDEX zuletzt +/- % absolut DJIA 13.251,97 -0,74 -98,99 S&P-500 1.435,81 -0,76 -10,98 Nasdaq-Comp. 3.044,36 -0,33 -10,17 Nasdaq-100 2.690,99 -0,53 -14,40

DEVISEN zuletzt '+/- % Mi, 8.20 Uhr Di, 17.58 Uhr EUR/USD 1,3235 -0,04% 1,3241 1,3222 EUR/JPY 111,7122 0,09% 111,6085 111,1076 EUR/CHF 1,2083 0,02% 1,2081 1,2075 USD/JPY 84,3910 0,13% 84,2800 84,0280 GBP/USD 1,6250 -0,11% 1,6267 1,6253

Kupon Titel Kurs Veränderung Rendite Veränderung 1/4% 2-jähr. 99 22/32 unv. 0,278% unv. 1/4% 3-jähr. 99 19/32 + 0/32 0,387% -0,2 BP 3/4% 5-jähr. 99 28/32 + 2/32 0,776% -1,2 BP 1 1/4% 7-jähr. 98 16/32 + 3/32 1,226% -1,4 BP 1 5/8% 10-jähr. 98 11/32 + 6/32 1,808% -2,1 BP 2 3/4% 30-jähr. 95 7/32 +14/32 2,992% -2,4 BP === Kontakt zum Autor: florian.faust@dowjones.com DJG/DJN/flf (END) Dow Jones Newswires

   December 19, 2012 16:21 ET (21:21 GMT)

   Copyright (c) 2012 Dow Jones & Company, Inc.- - 04 21 PM EST 12-19-12

Anzeige
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

Aktien mit Sicherheit und Potenzial

Für die neue Ausgabe des Anlegermagazins haben unsere Redakteure Aktien identifiziert, die aus ihrer Sicht Sicherheit und Potenzial bieten. Einen besonderen Blick werfen sie dabei auf die Chemie- und Versicherungsbranche. Erfahren Sie im aktuellen Magazin, wie Sie "Richtig investieren" und lesen Sie, welche Aktien bei überschaubarem Risiko einiges an Potenzial bieten.
Anlegermagazin kostenlos erhalten

Heute im Fokus

DAX geht mit Verlust ins Wochenende -- Dow Jones im Minus -- STADA-Übernahme erfolgreich -- Verhandlungen über Zukunft von Air Berlin -- Calpine, Deutsche Bank im Fokus

Darmstädter Merck-Konzern will vor weiteren Großübernahmen Schulden abbauen. Analyst ermittelt den perfekten Einstiegskurs für Bitcoins. Busch bei Pfeiffer Vacuum mit neuem Etappensieg. Venezuelas Bolivar fällt auf Rekordtief. Unsicherheit beim iPhone 8: Wann kommt das neue Apple Smartphone? UniCredit-Aufnahme im EuroStoxx möglich - Airbus hofft auf Stoxx.

Top-Rankings

KW 33: Analysten-Tops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Kauflisten der Experten
Nicht nur schön und talentiert
Diese Frauen haben in Hollywood am meisten verdient
Diese Aktien hat Warren Buffett im Depot (Juni 2017)
Die Top-Positionen von Warren Buffett

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Enormer Stressfaktor
In diesen Ländern haben Arbeitnehmer den größten Stress
Der CEO von Allianz, BMW oder doch Daimler?
Diese Manager lieben die Deutschen
Das sind 2017 bislang die größten Verlierer in Buffetts Depot
Welche Aktie enttäuschte bisher am meisten?
Die Meister-Liste der 1. Fußball Bundesliga
Welcher Verein hat die meisten Meistertitel?
Bitcoin & Co.: Die wichtigsten Kryptowährungen
Welche Digitalwährung macht das Rennen?
mehr Top Rankings

Umfrage

Die Deutsche Bank wird optimistischer für deutsche Aktien und sieht beim DAX bis Jahresende noch 3 Prozent Luft nach oben. Was glauben Sie, wie sich der DAX bis zum Ende des Jahres entwickeln wird?

Online Brokerage über finanzen.net

Das Beste aus zwei Welten: Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus der Informationswelt von finanzen.net!
Zur klassischen Ansicht wechseln

Willkommen bei finanzen.net Brokerage

Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus finanzen.net!

Weitere Informationen finden Sie hier.

Jetzt informieren und Depot eröffnen


Sie haben bereits ein Depot? Dann verknüpfen Sie es jetzt mit Ihrem finanzen.net-Account!

Jetzt verknüpfen

Top News
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Goldpreis
Meistgesucht
Deutsche Bank AG514000
Daimler AG710000
Scout24 AGA12DM8
Volkswagen (VW) AG Vz.766403
Apple Inc.865985
BMW AG519000
Allianz840400
E.ON SEENAG99
Air Berlin plcAB1000
Siemens AG723610
Amazon906866
TeslaA1CX3T
CommerzbankCBK100
adidas AGA1EWWW
Nordex AGA0D655