21.12.2012 22:42
Bewerten
 (0)

MÄRKTE USA/Haushaltspoker belastet Wall Street

   Die vorweihnachtliche Bescherung blieb aus: Auch am letzten Handelstag vor Heiligabend konnten sich Republikaner und Demokraten im Haushaltsstreit nicht einigen. Am 24. Dezember findet lediglich ein verkürzter Handel statt, am Aktienmarkt bis 19.00 Uhr deutscher Zeit, am Anleihenmarkt bis 20.00 Uhr. Es konnte kaum trösten, dass der führende Republikaner John Boehner zusicherte, er werde weiter mit Präsident Obama verhandeln. Am Donnerstag war Boehners "Plan B" im Repräsentantenhaus gescheitert, die eigenen Parteifreunde verweigerten ihm die Zustimmung.

   Danach hat die Investoren-Flucht in die sicheren Häfen Dollar und US-Anleihen eingesetzt. Sowohl der Yen als auch Euro haben gegenüber dem Greenback deutlich Federn gelassen. Der Euro fiel unter die Marke von 1,32 Dollar, nachdem er noch am Mittwoch erstmals seit April wieder über die Marke von 1,33 Dollar geklettert war. Am Abend notierte die Devise bei 1,3182 Dollar. Der Goldpreis stabilisierte sich nach der jüngsten Talfahrt zwar etwas, notierte aber weiterhin auf dem tiefsten Stand seit August.

   "Beide Seiten scheinen so weit entfernt zu sein wie eh und je", sagte John Carey von Pioneer Investments. Es gab aber auch noch optimistische Stimmen. "Ich glaube, eine Einigung ist vor dem Jahresende immer noch möglich, aber es wird wohl bis zur letzten Minute dauern, so dass wir warten müssen", sagte Chef-Ökonom Thomas Lam von OSK-DMG.

   Bei den Anlegern überwog allerdings die Sorge, dass die USA in die Rezession abrutscht und dies negative Folgen für die globale Konjunktur hat. Dieser Pessimismus spiegelte sich auch in den Indizes wider. Der Dow-Jones-Index wie der S&P-500 gaben jeweils 0,9 Prozent nach und der Nasdaq-Composite fiel um 1 Prozent. Weggen des Verfalltags stieg der Umsatz auf 1,88 (Donnerstag: 0,68) Milliarden Aktien. Den 992 (2.066) Kursgewinnern standen 2.047 (965) -verlierer gegenüber. Unverändert schlossen 111 (133) Titel.

   Vor diesem Hintergrund hatten Konjunkturdaten kaum Einfluss auf den Markt. Weder die guten US-Auftragseingänge für November noch der schwache Index der Verbraucherstimmung der Uni Michigan hatten fiel größeren Auswirkungen.

   Ein Profiteur der drohenden Fiskalklippe waren die US-Anleihen. Hier ging es mit den Notierungen nach oben. Die Rendite zehnjähriger Titel fiel auf 1,76 Prozent. Vor allem Sorgen vor den globalen Auswirkungen durch einen Fall der USA in die Rezession würden zu Umschichtungen führen, hieß es. Der Ölpreis fiel mit den negativen Entwicklungen im US-Haushaltsstreit ebenfalls zurück. Ein Barrel der Sorte WTI notiert gab 1,6 Prozent ab auf 88,66 Dollar.

   Die Aktien des Blackberry-Herstellers Research In Motion standen deutlich unter Druck und verloren knapp 23 Prozent. Grund für die negative Kursreaktion war Beobachtern zufolge aber nicht das vorgelegte Quartalsergebnis, das sowohl beim Umsatz als auch beim Ergebnis besser ausfiel als erwartet, wenngleich RIM weiter rote Zahlen schrieb. In einem Ausblick sprach RIM aber von einem weiter anhaltenden Druck auf die operativen Ergebnisse vor dem Hintergrund der steigenden Ausgaben zur Vorbereitung für den Start des Blackberry 10.

   Für die Nike-Aktie ging es dagegen um gut 6 Prozent nach oben. Hier war das Ergebnis im zweiten Quartal mit 1,14 Dollar Gewinn je Aktie besser ausgefallen als im Konsens mit 1,00 Dollar erwartet. Mit dem Umsatz von 5,96 Milliarden Dollar blieb Nike dagegen knapp hinter den Schätzungen von 6,01 Milliarden zurück. Nike hatte zudem einen Anstieg der Aufträge um 6 Prozent berichtet.

=== Index Schlussstand Bewegung % Bewegung abs. Dow Jones Industrial 13.191,00 -0,9% -120,72 S&P-500 1.430,17 -0,9% -13,52 Nasdaq-Composite 3.021,01 -1,0% -29,38 Nasdaq-100 2.664,67 -1,1% -28,88

Kupon Titel Kurs Veränderung Rendite Veränderung 1/4% 2-year 99 23/32 up 0/32 0,270% -0,4BP 1/4% 3-Year 99 20/32 up 0/32 0,377% -0,7BP 3/4% 5-year 99 30/32 up 2/32 0,760% -1,2BP 1 1/4% 7-Year 99 13/32 up 6/32 1,211% -2,9BP 1 5/8% 10-year 98 24/32 up 10/32 1,763% -3,7BP 2 3/4% 30-year 96 11/32 up 30/32 2,934% -5,0BP

DEVISEN zuletzt '+/- % Fr, 9.05 Uhr Do, 17.44 Uhr EUR/USD 1,3184 -0,16% 1,3204 1,3224 EUR/JPY 111,0602 0,14% 110,9085 111,5606 EUR/CHF 1,2080 0,09% 1,2069 1,2073 USD/JPY 84,2500 0,29% 84,0100 84,3730 GBP/USD 1,6170 -0,51% 1,6253 1,6265 === Kontakt zum Autor: ralf.zerback@dowjones.com

   DJG/DJN/raz

   (END) Dow Jones Newswires

   December 21, 2012 16:12 ET (21:12 GMT)

   Copyright (c) 2012 Dow Jones & Company, Inc.- - 04 12 PM EST 12-21-12

Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub
Bayer: Monsanto-Deal würde ein neues Burg­graben-Unter­nehmen ergeben!
Mit der Übernahme des US-Saatgutspezialisten Monsanto will Bayer im Agrarchemie-Geschäft den großen Wurf landen und zur weltweiten Nummer Eins aufsteigen. Der strategisch sinnvolle Megadeal ist allerdings mit großen Unsicherheiten behaftet. Lesen Sie in der neuen Ausgabe des Anleger­magazins, warum der Life-Science-Konzern dennoch einen näheren Blick wert ist.

Heute im Fokus

DAX schließt deutlich im Plus -- Dow fester -- Soros wettet gegen Deutsche Bank -- Abgasaffäre in USA soll VW über 14,7 Milliarden Dollar kosten -- Großbritannien-Rating gesenkt -- K+S, RWE im Fokus

KUKA schließt Investorenvereinbarung mit Midea. Nach Brexit-Entscheid droht Freihandelsabkommen TTIP das Aus. Salzgitter rechnet mit besserem Ergebnis im Gesamtjahr. US-Wirtschaft wächst im ersten Quartal um 1,1 Prozent. Mindestlohn steigt auf 8,84 Euro. Was Elon Musk mit der SolarCity-Übernahme wirklich vorhat.
Welches ist das wertvollste Team?
Diese Aktien stehen auf den Verkauflisten der Experten
Diese Aktien stehen auf den Kauflisten der Experten

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Welche Marke ist die teuerste?
Volatilität in Schwellenländern
Das haben die Dax-Vorstände 2015 verdient
Welches Land gewann am häufigsten die europäische Fußballkrone?
Welches Land schnitt bei den Weltmeisterschaften am besten ab?
mehr Top Rankings

Umfrage

Nach dem Brexit-Votum der Briten werden in Europa Stimmen laut, die auch in anderen EU-Ländern Referenden über die Zugehörigkeit zur EU fordern. Sehen Sie unsere Zukunft in der EU?