25.02.2013 22:47
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MÄRKTE USA/Italien drückt Wall Street tief ins Minus

   Italien ist wieder Euro-Sorgenkind Nummer eins, und die Anleger an Wall Street haben darauf geradezu panisch reagiert. Im Verlauf des Montags wuchs die Sorge, dass bei den Parlamentswahlen das reformfeindliche Mitte-Rechts-Bündnis um Ex-Regierungschef Berlusconi im Senat vorn liegen könnte. Nun fürchten die Märkte eine Reformblockade, was die Aktienkurse auch in Amerika kräftig nach unten brachte.

   Der Dow-Jones-Index verlor 1,6 Prozent auf 13.784 Punkte. Das war der stärkste Verlust seit dem 7. November. Der S&P-500 fiel um 1,8 Prozent auf 1.488 Punkte. Der Nasdaq-Composite gab um 1,4 Prozent auf 3.116 Punkte nach. Die Umsätze stiegen auf 0,82 (Freitag: 0,68) Milliarden Aktien eher mäßig. Auf 670 Kursgewinner kamen 2.413 -verlierer. Unverändert schlossen 80 Titel.

   Dass es in der italienischen Abgeordnetenkammer einen Sieg der reformfreundlichen Mitte-Links-Koaltion gab, hilft dem Land nicht weiter, denn Gesetze brauchen die Zustimmung beider Kammern. Für Annalisa Piazza von Newedge Strategy ist das Ergebnis der "Worst Case". Die gegensätzlichen Mehrheiten in den beiden Kammern seien eine "Garantie für Stillstand". Nun wird schon über einen neuen Wahlgang spekuliert, der die Unklarheiten beseitigen soll.

   Teilnehmer sagten, auch die US-Politik habe belastet. Am 1. März läuft die Frist aus, bis zu der sich die Parteien einigen müssen, um automatische Ausgabenkürzungen abzuwenden. Sollten die Kürzungen eintreten, fürchten Experten massive Konjunkturprobleme.

   Positives trat in den Hintergrund. So etwa die zunächst freundlich aufgenommene Aussicht auf eine weitere Geldschwemme in Japan. Der voraussichtliche neue Gouverneur der dortigen Notenbank Haruhoko Kuroda gilt als Freund einer lockeren Geldpolitik.

   Die Investoren mieden Anlagen, die als riskant gelten und suchten Sicherheit. Darunter litt der Euro, der vom Tageshoch rund zweieinhalb Cents auf 1,3050 Dollar nachgab. Deutlich abwärts ging es auch mit dem Britischen Pfund, wenn auch aus einem anderen Grund: Seit dem späten Freitag bewertet Moody's das Land nicht mehr erstklassig.

   Dagegen rissen sich die Anleger um US-Anleihen, so dass die Rendite der zehnjährigen Papiere massiv auf 1,87 Prozent fiel, den tiefsten Stand seit einem Monat. In der Summe wenig Bewegung hingegen zunächst beim Ölpreis, der 2 Cents leichter bei 93,11 Dollar je Barrel WTI-Öl schloss. Allerdings lag er im Tagesverlauf schon deutlich darüber, und zudem fiel er nach dem Settlement weiter bis auf 92,36 Dollar.

   Aktien des Börsenbetreibers CME Group drehten nach frühen Gewinnen mit dem Gesamtmarkt ins Minus und gaben 0,9 Prozent ab. Die Deutsche Börse hat Fusionsverhandlungen mit dem Unternehmen dementiert. Ein Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg, CME sei an die Deutsche Börse wegen Fusionsgesprächen herangetreten, hatte den Kurs der Deutschen Börse zeitweise um über 10 Prozent nach oben getrieben.

   Die Aktien des Buchhändlers Barnes & Noble waren mit plus 11,4 Prozent stark gesucht. Der Chairman und größter Aktionär des Unternehmens, Leonard Riggio, will dessen Einzelhandelsgeschäfte übernehmen, nicht aber das E-Readergeschäft Nook.

   Gute Geschäftszahlen verhalfen den Aktien der Baumarktkette Lowe's nicht zu Kursgewinnen, die Aktie verlor 4,8 Prozent. Der Kurs von Affymax brach massiv um rund 85 Prozent ein. Das Unternehmen ruft gemeinsam mit der japanischen Takeda Pharmaceutical ein Medikament zur Behandlung von Blutarmut zurück. Bei einigen Patienten war es zu schweren allergischen Reaktionen gekommen. Das Medikament wird auch mit einigen Todesfällen in Verbindung gebracht.

=== INDEX zuletzt +/- % absolut DJIA 13.784,17 -1,55 -216,40 S&P-500 1.487,85 -1,83 -27,75 Nasdaq-Comp. 3.116,25 -1,44 -45,57 Nasdaq-100 2.700,97 -1,33 -36,32

DEVISEN zuletzt '+/- % Mo, 8.26 Uhr Fr, 17.32 Uhr EUR/USD 1,3076 -1,09% 1,3220 1,3162 EUR/JPY 119,6109 -4,02% 124,6183 122,8959 EUR/CHF 1,2182 -0,83% 1,2284 1,2263 USD/JPY 91,4580 -2,98% 94,2665 93,3590 GBP/USD 1,5171 0,24% 1,5135 1,5259 === Kontakt zum Autor: ralf.zerback@dowjones.com

   DJG/DJN/raz

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   February 25, 2013 16:16 ET (21:16 GMT)

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