20.03.2017 21:46
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MÄRKTE USA/Öl und G20 bremsen Wall Street - Nasdaq auf Rekordhoch

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   Von Florian Faust

   NEW YORK (Dow Jones)--Fallende Ölpreise und ernüchternde Ergebnisse des G20-Treffens vom Wochenende haben die Wall Street am Montag ausgebremst. Allerdings hielt sich der US-Aktienmarkt angesichts der Rahmenbedingungen recht wacker. Denn nur mit Mühe hatten sich US-Finanzminister Steven Mnuchin und seine Kollegen der 20 führenden Industrie- und Schwellenlandnationen auf eine gemeinsame Abschlusserklärung verständigen können. Mit der Forderung nach einem eindeutigen Bekenntnis gegen Protektionismus waren die Teilnehmer bei Mnuchin hingegen abgeblitzt. Damit verstärkten sich Sorgen, dass sich die Handelspolitik der USA negativ auf das globale Wachstum auswirken könnte.

   Der Dow-Jones-Index verlor 9 Zähler auf 20.906 Punkte, für den S&P-500 ging es um 0,2 Prozent südwärts und der Nasdaq-Composite gewann nach einem abermaligen Allzeithoch knapp einen Punkt. Der Umsatz fiel nach dem Verfalltag auf 0,752 (Freitag: 2,307) Milliarden Aktien. Im Plus schlossen nach vorläufigen Angaben an der Nyse 1.233 (1.799) Titel, denen 1.737 (1.230) -verlierer gegenüberstanden. Unverändert gingen 121 (88) Titel aus dem Handel.

   "Die Berichtssaison liegt hinter uns und die Sitzung der US-Notenbank ist vorbei, daher sind alle Augen auf die Wirtschaftspolitik gerichtet", sagte Analyst Tom Manning von F.L. Putnam Investment Management. "Investoren besitzen nun über die Geldpolitik etwas Klarheit und warten nun, was sich bei der Gesetzgebung tut", ergänzte Chefstratege Maris Ogg von Tower Bridge Advisors. Der Experte sprach von einer sehr wirtschaftsfreundlichen Administration unter US-Präsident Donald Trump.

Geldpolitik kein Stein des Anstoßes Aussagen aus dem Kreise der US-Notenbank lieferten wenig neue Erkenntnisse. Der Präsident der Fed-Filiale in Chicago, Charles Evans, rechnete mit einer sehr robusten Entwicklung der US-Wirtschaft, so dass in diesem Jahr drei Zinserhöhungen "vollkommen möglich" seien. Wenn sich die Konjunktur noch beschleunige, könnten es auch vier Anhebungen werden. Die US-Notenbank hatte bei ihrer jüngsten Sitzung die Zinsen um 25 Basispunkte nach oben genommen und weitere Anhebungen im Jahresverlauf in Aussicht gestellt. Die Frage, ob 2017 mit insgesamt drei oder vier Leitzinsanhebungen zu rechnen ist, hatte die Märkte jüngst beschäftigt.

   Eine Mehrheit der Marktteilnehmer erwartet drei Zinsschritte bis Jahresende. Während Fed-Präsident Patrick Harker aus Philadelphia stetige Zinserhöhungen im weiteren Jahresverlauf in Aussicht stellte und insgesamt mit drei Zinserhöhungen rechnete, verteidigte sein Kollege aus Minneapolis, Neel Kashkari, seine ablehnende Haltung der jüngsten Zinsanhebung. Andererseits sprach sich Kashkari für eine schrumpfende Notenbankbilanz aus, was die Finanzierungsbedingungen ebenfalls straffte.

Ölpreise bleiben weiter volatil Die Ölpreise hatten nach einer kurzen Erholungsphase im Verlauf wieder den Rückwärtsgang eingelegt und setzten damit ihre volatile Entwicklung der Vorwoche fort. Auslöser für die kurze Erholung der Erdölpreise lieferten Berichte, wonach das Erdölkartell Opec weitere Förderkürzungen begrüßte. Analysten unterstrichen umgehend die Notwendigkeit eines solchen Schrittes, doch angesichts der Rahmenbedingungen fielen die Preise schnell wieder zurück in die Nähe eines Viermonatstiefs. Die durch das G20-Treffen ausgelösten Wachstumssorgen und die zum neunten Mal auf Wochensicht gestiegene Anzahl aktiver US-Bohranlagen drückten die Preise. Ein Fass US-Leichtöl der Sorte WTI verbilligte sich um 1,2 Prozent nach auf 48,22 Dollar, für Brent ging es um 0,3 Prozent auf 51,62 Dollar nach unten. Dass der Iran bei einer Verlängerung der Förderbegrenzung durch die Opec bereit ist, seine Produktion einzufrieren, wurde vom Markt schlicht ignoriert.

   Wenig Bewegung gab es am Devisenmarkt. Der Euro stand zuletzt mit 1,0745 Dollar ungefähr dort, wo der Wechselkurse zum Wochenschluss bereits gelegen hatte. Nach der jüngsten Aufwertung rechneten die ING-Devisenanalysten wieder mit einem anfälligen Euro. Am Montagabend steigt in Frankreich die erste TV-Debatte der wichtigsten fünf Präsidentschaftskandidaten. Sollte der Kandidat der Mitte Emmanuel Macron seinen Vorsprung auf seine Gegenkandidaten nicht verteidigen können, werde dies den Euro belasten, so die Experten. Sie sahen ein Abwärtspotenzial in dieser Woche bis 1,07 oder 1,650 Dollar.

   Der Goldpreis baute seine Gewinne weiter aus und kletterte auf das höchste Niveau seit Anfang März. Den Startschuss für die jüngste Rally hatte der weniger falkenhaft als befürchtet ausgefallene Zinsausblick der US-Notenbank geliefert. Nicht so schnell steigende Zinsen halten das zinslose Edelmetall attraktiv für Anleger. Die Feinunze stieg - auch begünstigt von der übergeordneten Dollarschwäche - um weitere 0,3 Prozent auf 1.234 Dollar. In der Vorwoche hatte sie bereits um gut 2 Prozent angezogen.

   Am US-Rentenmarkt stiegen die Notierungen. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen gab um 3 Basispunkte auf 2,47 Prozent nach - der tiefste Stand seit zwei Wochen. Händler sagten, aus den Fed-Aussagen des Tages ließen sich keine Anzeichen für vier Zinsschritte bis zum Jahresende heraushören.

Apple auf Allzeithoch Unter den Einzelaktien legten Apple um 1,0 Prozent zu und stiegen auf ein Allzeithoch. Die Analysten von Piper Jaffray und Cowen bekräftigten ihre Empfehlungen "Übergewichten". Zudem verteidigte Apple-CEO Tim Cook die Globalisierung und machte zugleich keine Anstalten, dem Druck der US-Regierung nach Repatriierung von Arbeitsplätzen stattzugeben. Die fallenden Preise für das "schwarze Gold" drückten auf die Kurse einiger Ölwerte. Transocean und Chesapeake Energy sanken um 2,0 bzw. 2,1 Prozent.

   Caterpillar legten um 2,7 Prozent zu. Der Baumaschinenhersteller hatte ansprechende Absatzzahlen für Februar vorgelegt. Walt Disneys Musical-Film "Beauty and the Beast" hatte nach dem Kinostart am Donnerstag bis Sonntag an den Kassen in Nordamerika 170 Millionen Dollar eingespielt. Nur sechs Filme hatten zuvor besser abgeschnitten. Die Aktie gewann 0,9 Prozent. Movado drehten 5,9 Prozent ins Plus. Der Uhrenhersteller hatte zwar mit Quartalszahlen unter Markterwartung aufgewartet, will aber Stellen streichen. Esperion Therapeutics schossen um 73,5 Prozent in die Höhe, die US-Gesundheitsbehörde FDA hatte eine positive Einschätzung eines Cholesterinsenkers gegeben.

=== INDEX zuletzt +/- % absolut +/- % YTD DJIA 20.905,86 -0,04 -8,76 5,78 S&P-500 2.373,47 -0,20 -4,78 6,01 Nasdaq-Comp. 5.901,53 0,01 0,53 9,63 Nasdaq-100 5.413,31 0,08 4,54 11,30

US-Anleihen Laufzeit Akt. Rendite Bp zu Vortag Rendite Vortag +/-Bp YTD 2 Jahre 1,29 -3,3 1,32 8,6 5 Jahre 1,99 -3,3 2,02 6,2 7 Jahre 2,27 -3,8 2,31 2,2 10 Jahre 2,46 -3,6 2,50 2,0 30 Jahre 3,08 -3,2 3,11 1,0

DEVISEN zuletzt +/- % Mo, 8:14 Fr, 17:45 % YTD EUR/USD 1,0744 -0,25% 1,0771 1,0744 +2,2% EUR/JPY 120,9048 -0,36% 121,3448 121,10 -1,7% EUR/CHF 1,0726 +0,00% 1,0726 1,0718 +0,1% EUR/GBP 0,8694 +0,20% 0,8677 1,1528 +2,0% USD/JPY 112,53 -0,11% 112,66 112,71 -3,7% GBP/USD 1,2357 -0,45% 1,2413 1,2386 +0,2%

ROHÖL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD WTI/Nymex 48,19 48,78 -1,2% -0,59 -13,1% Brent/ICE 51,66 51,76 -0,2% -0,10 -10,9%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD Gold (Spot) 1.234,30 1.230,59 +0,3% +3,71 +7,2% Silber (Spot) 17,43 17,40 +0,2% +0,03 +9,4% Platin (Spot) 971,15 965,30 +0,6% +5,85 +7,5% Kupfer-Future 2,66 2,69 -1,1% -0,03 +5,8% === Kontakt zum Autor: florian.faust@wsj.com

   DJG/DJN/flf

   (END) Dow Jones Newswires

   March 20, 2017 16:15 ET (20:15 GMT)

   Copyright (c) 2017 Dow Jones & Company, Inc.- - 04 15 PM EDT 03-20-17

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