20.02.2013 22:47
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MÄRKTE USA/Selbstzweifel der Fed beunruhigen die Anleger

   Von Claudia Nehrbaß

   Innerhalb der US-Notenbank kommen immer mehr Zweifel an der lockeren Geldpolitik der US-Notenbank auf. Wie aus dem Protokoll der jüngsten Notenbanksitzung im Januar hervorging, sind viele Währungshüter besorgt wegen der Wertpapierkäufe, mit denen die Federal Reserve die Zinsen niedrig halten und die Wirtschaft der USA ankurbeln will. Das ließ den Dollar kräftig aufwerten. Die Anleihenotierungen erholten sich nach einem kurzen Rücksetzer, während der Goldpreis seine Verluste ausbaute. Am Aktienmarkt, wo die Kurse schon vor der Veröffentlichung des Protokolls im Minus lagen, verstärkte sich der Verkaufsdruck etwas.

   Bislang hat die Fed im Zuge ihrer quantitativen Lockerungen reichlich billiges Geld zur Verfügung gestellt. Ein großer Teil davon wurde in Aktien investiert und war mit dafür verantwortlich, dass die US-Aktienindizes zuletzt kräftig zulegten. Nun befürchten viele Mitglieder des Offenmarktausschusses der US-Notenbank, dass Investoren und Banken dazu verleitet werden könnten, zu hohe Risiken einzugehen, und dass letztlich die Stabilität gefährdet werden könnte. Diese Skeptiker wollen daher, dass das Volumen der Ankäufe angepasst wird, je nachdem wie sich die Wirtschaft entwickelt.

   Beobachter mochten den Sinneswandel innerhalb der Fed nicht überbewerten. Eine mögliche Änderung des geldpolitischen Kurses sei weniger dramatisch als der Haushaltsstreit, sagte Art Hogan von Lazard Capital Markets. Viel schlimmer wäre eine Kürzung der Staatsausgaben, die zu Beginn des kommenden Monats automatisch in Kraft treten würde, falls sich die Parteien nicht einigen.

   Der Dow-Jones-Index fiel um 0,8 Prozent auf 13.928 Punkte. Der S&P-500 gab um 1,2 Prozent auf 1.512 Punkte nach und der Nasdaq-Composite büßte 1,5 Prozent auf 3.164 Punkte ein. Das Umsatzvolumen stieg auf 0,82 (Dienstag: 0,73) Milliarden Aktien. Den 718 Kursgewinnern standen 2.351 -verlierer gegenüber, während 95 Titel unverändert schlossen.

   Wenig Einfluss auf den Markt hatten die vorbörslich veröffentlichten US-Konjunkturdaten. Die Erzeugerpreise sind im Januar insgesamt weniger stark als erwartet gestiegen. In der Kernrate - ohne die volatilen Preise für Nahrungsmittel und Energie - deckte sich der Anstieg um 0,2 Prozent genau mit der Konsenserwartung der Volkswirte.

   Auch der Einbruch der Baubeginne im Januar beunruhigte die Anleger nicht. Die Baugenehmigungen verzeichneten nämlich ein überraschend deutliches Plus. Das lässt vermuten, dass die Bautätigkeit bald wieder anziehen wird und die Branchenkonjunktur ihre Erholung fortsetzen wird.

   Unter Druck stand der Goldpreis, der unter die Marke von 1.600 Dollar je Feinunze fiel. Zum Settlement kostete die Feinunze 1.578 Dollar und damit 1,6 Prozent weniger als am Dienstag. Wenn die Fed die geldpolitischen Zügel strafft, verringert sich die Inflationsgefahr. Gold würde dann nicht mehr als Schutz gegen die Geldentwertung gebraucht. Das gelbe Edelmetall sinkt schon seit einigen Wochen in der Gunst der Anleger. Bessere Wirtschaftsdaten aus China und die Erholung des US-Immobilienmarkts haben Konjunkturängste gelindert. Viele Investoren sehen keine Notwendigkeit mehr, ihr Geld in Gold zu parken, zumal anderswo attraktive Renditechancen locken.

   Am Anleihemarkt gaben die Kurse am langen Ende der Zinskurve zunächst etwas nach, erholten sich dann aber. Im späten Handel rentierten zehnjährige Treasurys mit 2,01 Prozent.

   Der Dollar legte mit der Aussicht auf einen Kurswechsel der Fed zu allen wichtigen Währungen zu. Für einen Euro wurden im späten US-Handel nur noch etwa 1,3280 Dollar gezahlt. Vor der Veröffentlichung des Fed-Protokolls kostete die Gemeinschaftswährung etwa 1,3340 Dollar.

   Der Ölpreis geriet schon einige Stunden vorher stärker unter Druck. Händler vermuteten, dass ein Rohstofffonds sich von größeren Positionen trennte. Das Barrel WTI verbilligte sich um 2,3 Prozent bzw 2,20 Dollar auf 94,46 Dollar. Die europäische Referenzsorte Brent ermäßigte sich um 1,6 Prozent bzw 1,92 Dollar auf 115,60 Dollar.

   Bei den Einzelwerten stand Dell im Blickpunkt. Der Computerhersteller hat am Vorabend einen heftigen Umsatz- und Gewinnrückgang bekannt gegeben, aber dennoch etwas besser als erwartet abgeschnitten. Die Aktie schaffte trotz des negativen Marktumfelds ein kleines Plus von 0,2 Prozent.

   Die Papiere von Herbalife gaben um 4,9 Prozent nach. Der Anbieter von Wellness-Produkten gab überraschend gute Geschäftszahlen bekannt und hob zudem die Prognose für das Gesamtjahr an. Jedoch zeigte sich die US-Börsenaufsicht SEC mit den vom Unternehmen gelieferten Informationen nicht zufrieden. Herbalife befindet sich momentan in Auseinandersetzungen mit Hedgefondsmanager Bill Ackman.

   Der Dow-Jones-Index wurde unter anderem von Alcoa belastet, deren Aktienkurs den Öl- und Metallpreisen nach unten folgte und 3,2 Prozent verlor. Caterpillar-Aktien gaben um 2,5 Prozent nach, nachdem der Baumaschinenhersteller enttäuschende Umsatzzahlen für den Monat Januar bekanntgegeben hatte. Vor allem im Raum Asien/Pazifik und in Nordamerika verlief das Geschäft enttäuschend.

   Für die Apple-Aktie ging es um 2,4 Prozent nach unten. Zulieferer Foxconn hat für sein größtes Werk im chinesischen Shenzhen einen Einstellungsstopp verhängt. Boeing-Aktien stiegen um 0,2 Prozent. Der Konzern hat einen Tarifkonflikt mit seinen Ingenieuren abgewendet.

   Aktien von OfficeMax und Office Depot, die am Dienstag von Fusionsplänen der beiden Büroartikelanbieter profitiert hatten, verloren mit Gewinnmitnahmen 7,0 Prozent und 16,7 Prozent.

INDEX zuletzt +/- % absolut DJIA 13.927,54 -0,77 -108,13 S&P-500 1.511,96 -1,24 -18,98 Nasdaq-Comp. 3.164,41 -1,53 -49,19 Nasdaq-100 2.739,99 -1,54 -42,87

DEVISEN zuletzt '+/- % Mi, 9.25 Uhr Di, 17.35 Uhr EUR/USD 1,3282 -1,01% 1,3417 1,3377 EUR/JPY 124,3780 -0,74% 125,3015 125,2426 EUR/CHF 1,2318 -0,21% 1,2344 1,2348 USD/JPY 93,6330 0,25% 93,3990 93,6105 GBP/USD 1,5238 -1,23% 1,5427 1,5425 Kontakt zum Autor: claudia.nehrbass@dowjones.com

   DJG/DJN/cln

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(MORE TO FOLLOW) Dow Jones Newswires

   February 20, 2013 16:17 ET (21:17 GMT)

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