17.01.2013 00:35
Bewerten
 (0)

MÄRKTE USA/Technologiewerte erholen sich kräftig

   Berichtssaison, Boeing, Erholung der Technologiewerte - das waren die Hauptthemen an der Wall Street am Mittwoch. Dazu schwelte im Hintergrund weiter die Sorge wegen der Schuldenobergrenze beim US-Haushalt. Boeing-Titel waren schwächster Wert im Dow-Jones-Index. Hier belasteten die immer neuen Zwischenfälle mit dem Dreamliner. "Was als eine Reihe von relativ kleinen und isolierten Störungen begonnen hat, könnte sich nun zu einem echten Problem für Boeing entwickeln", so die Analysten von RBC. Die Aktie gab 3,4 Prozent nach.

   Ganz anders die Titel der Banken, die Quartalsberichte vorlegten. Vor allem Goldman Sachs hat positiv überrascht. Mit einem Gewinn je Aktie von 5,60 Dollar übertraf das Institut die erwarteten 3,66 Dollar deutlich. Auch der Umsatz lag über den Schätzungen. "Es wird schwer sein, an diesen Zahlen etwas zu bemängeln", sagte ein Händler. Die Aktie verteuerte sich um 4,2 Prozent.

   Weniger klar ist die Lage bei J.P. Morgan. Zwar hat auch diese Bank die Prognosen übertroffen, doch die Zahlen wurden von den Investoren etwas kritischer bewertet. So sei das gute Ergebnis je Aktie vor allem auf eine Steuergutschrift zurückzuführen. Die Aktie drehte nach leichten Verlusten aber dann doch ins Plus und gewann schließlich ein Prozent. Nach den eher durchwachsenen Zahlen von Wells Fargo seien die Ergebnisse von Goldman und J.P. Morgan insgesamt eine positive Nachricht aus der noch immer wichtigen Finanzindustrie, merkte ein Analyst an.

   Gegen den Trend des Dow präsentierten sich die Technologiewerte fester. Die Aktien des Sektors hatten einiges nachzuholen, da sie am Montag und Dienstag hinter dem Gesamtmarkt zurückgeblieben waren. Drückte zu Wochenbeginn die Apple-Aktie auf den Sektor, hievte sie ihn am Mittwoch nach oben. Die Titel des Herstellers von iPhone und iPad haben die 500-Dollar-Marke wieder überwunden. Um 4,2 Prozent erholte sich der Titel.

   Kräftig nach oben ging es im Nachmittagshandel auch mit Hewlett-Packard, die Aktie gewann als stärkster Dow-Wert 4,1 Prozent. Anleger begrüßten Signale, die auf Kaufinteresse für die HP-Töchter Autonomy und EDS hindeuten. Auch wenn CEO Meg Whitman aktuell kein Interesse an einem Verkauf hat, könnte ein solcher dem klammen Konzern Spielraum für neue Wege und Investments schaffen, so die Hoffnung der Börsianer. Im übrigen zeigte sich Whitman zuversichtlich, dass dem Konzern die Wende gelingen wird.

   Insgesamt blieben die Investoren aber eher verhalten. Bleischwer lastete die Unsicherheit um die Schuldenobergrenze auf den Gemütern der Anleger. US-Finanzminister Tim Geithner hatte in einem Brief an den Kongress zuletzt erklärt, dass die Regierung möglicherweise bereits ab Mitte Februar die Rechnungen nicht mehr zahlen kann. Unterdessen sieht die Weltbank den US-Haushaltsstreit als die größte Gefahr für die globale Konjunktur. Sie hat denn auch bereits die Prognose für das weltweite Wachstum gesenkt, auf 2,4 Prozent von 3 Prozent. "Es ist ein risikoreiches Jahr", so Weltbank-Chefökonom Kaushik Basu.

   Der Dow-Jones-Index verlor 0,2 Prozent und der S&P-500 schloss unverändert. Der Nasdaq-Composite gewann hingegen 0,2 Prozent. Das Umsatzvolumen betrug unverändert 0,60 (Dienstag: 0,60) Milliarden Stück. Den 1.384 (1.740) Kursgewinnern standen 1.631 (1.298) -verlierer gegenüber. Unverändert schlossen 130 (103) Titel.

   Die Zurückhaltung der Investoren war auch in den bevorstehenden weiteren Quartalsberichten begründet. Im Wochenverlauf stehen noch weitere wichtige Unternehmensdaten auf der Agenda, unter anderem Intel, Citigroup, Bank of America und General Electric. Die Konjunkturdaten des Tages hatten dagegen kaum Einfluss auf den Handel. Das galt auch für das Beige Book. Es konstatierte ein moderates Wachstum, sieht den Arbeitsmarkt aber kaum verändert.

   Am Devisenmarkt tendierte der Euro nach frühen Verlusten zum Dollar um den Schlussstand vom Dienstag bei rund 1,3280 Dollar. Am Vortag hatten vor allem Aussagen von Eurogruppenleiter Jean-Claude Juncker den Euro belastet. Er ist der Meinung, dass die Gemeinschaftswährung ein "gefährlich hohes" Niveau erreicht habe.

   An den Rohstoffmärkten ging es mit dem Ölpreis kräftig nach oben. Neue amerikanische Lagerbestandsdaten wiesen unerwartet einen Rückgang aus. Ein Barrel der Sorte WTI kletterte um ein Prozent auf 94,24 Dollar. Indessen tendierte der Goldpreis kaum verändert bei 1.680 Dollar je Feinunze. Nach zwei Tagen Anstieg müsse der Markt erst einmal durchatmen, hieß es. Am Anleihemarkt setzten die Notierungen ihren Anstieg fort. Hier sorgten die Bedenken hinsichtlich der Diskussionen um die Schuldenobergrenze weiter für Umschichtungen in den sicheren Hafen der Anleihen, so ein Teilnehmer. Die Rendite zehnjähriger Papiere stand bei 1,82 Prozent.

=== Index Schlussstand Bewegung % Bewegung abs. Dow Jones Industrial 13.511,23 -0,2% -23,66 S&P-500 1.472,62 +0,0% +0,28 Nasdaq-Composite 3.117,54 +0,2% +6,76 Nasdaq-100 2.734,73 +0,4% +11,75

Kupon Fälligkeit Kurs Veränderung Rendite Veränderung 1/8% 2-jähr. 99 24/32 unverändert 0,249% unverändert 3/8% 3-jähr. 100 1/32 + 0/32 0,359% -0,3BP 3/4% 5-jähr. 100 2/32 + 1/32 0,737% -0,8BP 1 1/8% 7-jähr. 99 11/32 + 2/32 1,224% -0,9BP 1 5/8% 10-jähr. 98 8/32 + 3/32 1,818% -1,3BP 2 3/4% 30-jähr. 94 27/32 + 2/32 3,012% -0,4BP

DEVISEN zuletzt '+/- % Mi, 8.11 Uhr Di, 17.40 Uhr EUR/USD 1,3287 0,04% 1,3282 1,3337 EUR/JPY 117,4427 0,23% 117,1707 118,0115 EUR/CHF 1,2370 0,00% 1,2370 1,2385 USD/JPY 88,3900 0,19% 88,2210 88,4880 GBP/USD 1,6004 -0,25% 1,6044 1,6088 === Kontakt zum Autor: ralf.zerback@dowjones.com

   DJG/DJN/raz

   (END) Dow Jones Newswires

   January 16, 2013 16:12 ET (21:12 GMT)

   Copyright (c) 2013 Dow Jones & Company, Inc.- - 04 12 PM EST 01-16-13

Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

Familienunternehmen: Rendite und Sicherheit!

Zwischen Eigentümern und Managern eines Unternehmens besteht häufig ein Interessenskonflikt hinsichtlich kurz- und langfristiger Ziele. Familien- und eigentümergeführte Unternehmen haben solche Konflikte meist nicht. Für Aktionäre sind solche Unternehmen daher meist eine lohnenswerte Investitionsmöglichkeit. Im neuen Anlegermagazin lesen Sie, welche drei Familienunternehmen einen näheren Blick wert sind.
Anlegermagazin kostenlos erhalten

Heute im Fokus

DAX geht tief im Minus ins Wochenende -- Dow Jones leicht im Plus -- BASF-Aktie fällt trotz höherem Quartalsergebnis -- Rocket Internet, NVIDIA, Nordex im Fokus

Griechischer Zentralbankchef Stournaras dringt auf Einigung mit Gläubigern. VW-Führungsspitze verdient künftig weniger. Risse in Triebwerken des Bundeswehr-Pannenfliegers A400M. Kongress-Rede Trumps birgt Sprengkraft für die Börsen. ProSiebenSat.1-Aktien fallen - Analyst will klarere Digitalstrategie. Bitcoin erreicht neues Rekordhoch. Warum die Deutschen einfach keine Lust auf Aktien haben. RBS verliert seit 2008 rund 58 Milliarden Pfund.

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Die Top-Positionen von Warren Buffett
Jetzt durchklicken
Jetzt durchklicken
Welche Airline schneidet am besten ab?
Jetzt durchklicken
Diese 10 Automobil Neuheiten gibt es bei der Detroit Auto Show 2017
Jetzt durchklicken
Diese 10 Aktien kann sich nicht jeder Investor leisten
Jetzt durchklicken
mehr Top Rankings

Umfrage

Welche Wertpapiere besitzen Sie?
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Goldpreis
Meistgesucht
Nordex AGA0D655
BASFBASF11
Daimler AG710000
Deutsche Bank AG514000
Volkswagen AG Vz. (VW AG)766403
CommerzbankCBK100
Apple Inc.865985
BayerBAY001
Deutsche Telekom AG555750
BMW AG519000
TeslaA1CX3T
Allianz840400
E.ON SEENAG99
ProSiebenSat.1 Media SEPSM777
NVIDIA Corp.918422