26.03.2013 21:47
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MÄRKTE USA/Wall Street mit Konjunturoptimismus auf Rekordjagd

   Die US-Aktienmärkte haben sich am Dienstag dank günstiger Konjunkturdaten von dem Schrecken, den ihnen Eurogruppenleiter Jeroen Dijsselbloem am Vortag eingejagt hatte, erholt. Die Eurokrise rückte an der Wall Street in den Hintergrund, der Blick galt den Wirtschaftsaussichten in den USA. Daten zu den Auftragseingängen bei langlebigen Wirtschaftsgütern zeigten, dass sich der Erholungskurs fortsetzt. Das Plus im Februar fiel deutlicher als erwartet aus.

   Der Dow-Jones-Index gewann 0,8 Prozent auf 14.560 Punkte und schloss damit auf Allzeithoch - das erste Mal seit dem 14. März 2012. Der S&P-500 stieg um 0,8 Prozent und verpasste damit sein Allzeithoch auf Schlusskursbasis um rund einen Zähler. Auch das Verlaufshoch aus dem Jahr 2007 rückte in immer greifbarere Nähe. Der technologielastige Nasdaq-Composite legte um 0,5 Prozent zu. Einen vorübergehenden Dämpfer durch das flauere Verbrauchervertrauen machte der Aktienmarkt im Verlauf wett. Das Zutrauen der Konsumenten war im März deutlich gesunken und lag signifikant unter den Marktprognosen.

   Der gebeutelte Immobilienmarkt zeigte unterdessen Licht und Schatten: Die Häuserpreise waren im Januar gemessen am Case-Shiller-Hauspreisindex etwas stärker als erwartet gestiegen. Allerdings waren die Neubauverkäufe im Februar auf Monatssicht gefallen - wenn auch in etwa im vorhergesagten Rahmen. "Am Markt wird noch immer darüber debattiert, was die Zypernrettung letztlich bedeutet. In der globalisierten Welt haben die Dinge in Europa Auswirkungen auf die Märkte in den USA. Aber Anleger blicken zuversichtlicher auf die USA. Die Daten hier hellen sich teilweise auf und die US-Notenbank pumpt weiter Geld in das System", sagte Aktienhändler R.J. Grant von KBW in New York. Vermögensverwalter Hank Herrmann von Waddell & Reed Financial sprach dagegen von gemischt ausgefallenen Konjunkturdaten. "Bis echte Überzeugung entsteht, dass dies ein selbsttragender Aufschwung ist, vergeht noch eine Weile."

   Abzulesen war die Verunsicherung über die konjunkturelle Entwicklung und den Fortgang der Eurokrise am Rentenmarkt, denn dort stiegen die Notierungen. Allerdings belastete eine eher schwach verlaufene Neuemission zweijähriger Notes die Notierungen zusätzlich. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen fiel um 1 Basispunkt auf 1,91 Prozent. Am Ölmarkt wurden die US-Daten selektiv wahrgenommen, die überraschend guten Auftragseingänge verliehen dem Ölpreis Auftrieb.

   Das Barrel US-Leichtöl der Sorte WTI schloss auf einem Fünfwochenhoch und verteuerte sich um 1,6 Prozent oder 1,53 Dollar auf 96,34 Dollar. Es war der höchste Preissprung seit Ende Dezember 2012. Öl der europäischen Referenzsorte Brent legte um 1,1 Prozent bzw 1,19 Dollar auf 109,36 Dollar zu. Die Preisdifferenz, die vor einem Monat noch 20 Dollar betragen hatte, engte sich weiter ein und erreichte das niedrigste Niveau seit Anfang Juli 2012. Die jüngsten Produktionsausfälle in der Nordsee seien behoben, die Nachfrage in Europa bleibe aber schwach, so die Begründung.

   Der Goldpreis fiel mit der Entspannung auf Zypern erstmals seit Mitte März wieder unter die Marke von 1.600 Dollar - auch gebremst durch die Dollaraufwertung. Denn der Euro erholte sich zwar von seinem Tagestief, die Vortagesverluste glich er gleichwohl nicht aus. Im späten US-Handel kostete der Euro 1,2859 Dollar - im Tagestief wurde er mit 1,2828 Dollar gehandelt.

   Unter den Einzelwerten waren Konsumwerte Leidtragende des schwachen Verbrauchervertrauens. So gaben die Papiere von Wal-Mart gegen den Gesamtmarkttrend um 0,1 Prozent nach. Mit ersten Testflügen des Dreamliners hoben auch die Aktien von Boeing ab, die um 2,1 Prozent kletterten und damit die Liste der Dow-Gewinner lange Zeit anführten. Die Meldungen ließen Anleger hoffen, dass der Flugzeughersteller das Batterieproblem in den Griff bekommt.

   Am breiteren Markt zogen die Aktien von RF Micro Devices um 6,9 Prozent an, nachdem die Analysten von Oppenheimer die Titel zum Kauf empfohlen hatten. Aktien von Ziopharm Oncology brachen dagegen um 64,5 Prozent ein. Das Unternehmen setzte die Entwicklung eines Krebsmedikaments nicht fort, weil Studien nicht die erhofften Ergebnisse zeigten. Die Anteilsscheine von Children's Place Retail Stores sanken um 3,2 Prozent, weil der Ausblick des Kinderbekleidungseinzelhändlers Anleger verschreckte.

=== INDEX zuletzt +/- % absolut DJIA 14.559,65 0,77 111,90 S&P-500 1.563,77 0,78 12,08 Nasdaq-Comp. 3.252,48 0,53 17,18 Nasdaq-100 2.806,50 0,61 17,05

DEVISEN zuletzt '+/- % Di, 8.04 Uhr Mo, 17.45 Uhr EUR/USD 1,2861 -0,14% 1,2878 1,2869 EUR/JPY 121,4481 0,07% 121,3645 121,0799 EUR/CHF 1,2195 -0,10% 1,2207 1,2200 USD/JPY 94,4550 0,22% 94,2450 94,1050 GBP/USD 1,5164 -0,22% 1,5198 1,5180 === Kontakt zum Autor: florian.faust@dowjones.com DJG/DJN/flf (END) Dow Jones Newswires

   March 26, 2013 16:16 ET (20:16 GMT)

   Copyright (c) 2013 Dow Jones & Company, Inc.- - 04 16 PM EDT 03-26-13

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