13.07.2012 22:51
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MÄRKTE USA/Zahlen von J.P.Morgan und China-Daten beflügeln

Von Thomas Rossmann Gute Quartalszahlen von J.P.Morgan haben zum Wochenausklang an Wall Street für steigende Kurse gesorgt. Zudem stützen Daten zum Wirtschaftswachstum aus China, die nicht so schlecht ausfielen wie befürchtet. Die Daten waren aber auch nicht so gut, dass sie die Hoffnungen auf stimulierende Maßnahmen der chinesischen Notenbank zunichte machen. Auch aus Europa gab es positive Signale. Trotz der Abstufung durch Moody's um zwei Stufen konnte sich Italien am Anleihemarkt zu etwas günstigeren Konditionen refinanzieren. Die schwächer als erwartete US-Verbraucherstimmung wurde vom Markt dagegen vollständig ignoriert.

   Der Dow-Jones-Index (DJIA) gewann 1,6 Prozent auf 12.777 Punkte. Der S&P-500 erhöhte sich um 1,6 Prozent auf 1.357 Punkte und der technologielastige Nasdaq-Composite schloss mit einem Plus von 1,5 Prozent bei 2.908 Punkten. Umgesetzt wurden dabei 0,68 (Donnerstag: 0,76) Milliarden Aktien. Auf 2.533 (1.123) Kursgewinner kamen 529 (1.899) -verlierer. Unverändert gingen 86 (111) Titel aus der Sitzung.

   "Vor den Daten aus China gab es verstärkte Sorgen um sehr schwache Zahlen, die sich aber nicht bestätigt haben", sagte Andrew Wilkinson von Miller Tabak. "Die Kombination aus langsamerem Wachstum und nachlassender Inflation deutet auf eine lockerere Geldpolitik in China hin", so Frances Cheung von der Credit Agricole. Das chinesische Wirtschaftswachstum ist im zweiten Quartal zwar erneut gesunken, hat die Konsensschätzungen aber dennoch erfüllt.

   Der Euro verzeichnete einen deutlichen Anstieg und notiert nun wieder über der Marke von 1,22 Dollar. Zuvor hatte er bei 1,2162 Dollar noch ein neues Zweijahrestief markiert. Ein Händler sprach von verstärkten Short-Eindeckungen. Anleger, die auf einen weiter fallenden Euro gesetzt hatten, wurden auf dem falschen Fuß erwischt und mussten ihre Positionen schließen, was den Anstieg des Euro zusätzlich verstärkte. Im späten US-Geschäft wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,2242 Dollar gehandelt.

   Goldman Sachs sieht den Euro auf handelsgewichteter Basis erstmals seit Januar 2003 als unterbewertet an. Die Bank, die zuletzt weniger bearish als einige andere Institute war, hält an ihrem Zwölfmonatsziel von 1,40 Dollar fest. Grund sei, dass die Eurozone stärkere Fortschritte bei strukturellen Reformen machen werde als viele andere große Volkswirtschaften und dies mit einer vertieften Fiskal-Integration verbunden sein werde.

   Bei den US-Anleihen kam es nach den jüngsten deutlichen Anstiegen zum Wochenausklang zu Gewinnmitnahmen. "Der Markt ist derzeit völlig überkauft und die niedrigen Renditen sind auf Dauer nicht tragbar", sagte Tom Tucci von CIBC World Markets. Die Rendite zehnjähriger Titel stieg auf 1,49 Prozent. Mit den weiterhin bestehenden globalen Konjunktursorgen sei es aber nur schwer vorstellbar, dass es bei den Renditen zu einer deutlicheren Erholung kommt, sagte ein anderer Teilnehmer.

   Der Ölpreis setzte die Erholungsbewegung vom Donnerstagnachmittag fort. Hier wurde auf die Daten aus China verwiesen, die trotz einer Abschwächung die Erwartungen trafen. Ein Barrel der Sorte WTI notierte zum Settlement bei 87,10 Dollar, ein Plus von 1,3 Prozent gegenüber dem Vortag. Auch der Konflikt mit dem Iran befinde sich weiter im Fokus des Marktes, sagte ein Händler. Der Goldpreis profitierte von der Schwäche des Dollar und legte erstmals seit vier Handelstagen wieder zu. Zum Settlement notierte der Goldpreis bei 1.576,10 Dollar, ein Aufschlag von 1,5 Prozent.

   Auf Unternehmensseite standen die Quartalsergebnisse von J.P.Morgan im Blickpunkt. Die Bank hat mit einem Ergebnis von 1,21 Dollar je Aktie die Schätzungen von 0,78 Dollar weit übertroffen. Allerdings lastet der Handelsverlust aus dem synthetischen Kreditportfolio in Höhe von 4,4 Milliarden Dollar auf dem Institut. Die Aktie von J.P.Morgan legte um 6,0 Prozent zu und war damit stärkster Wert im Dow-Jones-Index. "Die Zahlen von J.P.Morgan sind gut ausgefallen und verstärken bei einigen Anlegern die Hoffnung, dass die Berichtssaison vielleicht doch nicht so schlecht ausfällt wie befürchtet", so Owen Fitzpatrick von DWS Investments.

   Die Zahlen von J.P.Morgan beflügelten den gesamten Finanzsektor an Wall Street. Die Aktie der Bank of America gewann 4,5 Prozent. Die Titel von Wells Fargo kletterten um 3,2 Prozent. Das Finanzinstitut hat für das zweite Quartal einen Gewinnanstieg von 17 Prozent vermeldet. Die Aktie der Citigroup verbesserte sich um 5,4 Prozent. Das Institut legt am Montag die Ergebnisse für das zweite Quartal vor. Die Analysten rechnen hier mit einem Gewinn je Aktie von 0,90 Dollar.

   Gegen den Trend verloren die Titel von Hewlett-Packard 1,9 Prozent und waren damit der einzige Verlierer im Dow-Jones-Index. Zur Begründung wurde auf negative Aussagen von Lexmark verwiesen. Der Drucker-Hersteller senkte den Ausblick für das zweite Quartal. Die Analysten von J.P.Morgan bestätigten zudem ihre Einstufung "Underweight" für die Aktie von Hewlett-Packard.

INDEX zuletzt +/- % absolut DJIA 12.777,09 1,62 203,82 S&P-500 1.356,77 1,65 22,01 Nasdaq-Comp. 2.908,47 1,48 42,28 Nasdaq-100 2.584,97 1,56 39,67

Kupon Laufzeit Kurs Veränderung Rendite Veränderung 1/4% 2-jähr. 100 0/32 + 1/32 0,246% -1,6 Bp 1/4% 3-jähr. 99 23/32 + 1/32 0,344% -0,8 Bp 3/4% 5-jähr. 100 19/32 unv 0,627% +0,0 Bp 1% 7-jähr. 100 4/32 - 2/32 0,981% +0,9 Bp 1 3/4% 10-jähr. 102 10/32 - 4/32 1,494% +1,3 Bp 3% 30-jähr. 109 0/32 - 10/32 2,581% +1,5 Bp

DEVISEN zuletzt '+/- % Fr, 8.32 Uhr Do, 17.50 Uhr EUR/USD 1,2242 0,33% 1,2202 1,2206 EUR/JPY 97,0270 0,34% 96,6959 96,7752 EUR/CHF 1,2011 0,02% 1,2009 1,2007 USD/JPY 79,2550 0,03% 79,2350 79,2885 GBP/USD 1,5575 0,88% 1,5439 1,5429

Kontakt zum Autor: thomas.rossmann@dowjones.com

DJG/DJN/ros (END) Dow Jones Newswires

   July 13, 2012 16:21 ET (20:21 GMT)

   Copyright (c) 2012 Dow Jones & Company, Inc.- - 04 21 PM EDT 07-13-12

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