30.11.2012 22:52
Bewerten
 (0)

MÄRKTE USA/Zurückhaltung regiert - Internetpapiere im Blick

Von Florian Faust Fiskalklippe, Kaufzurückhaltung und Griechenlandrettung haben den Handel an der Wall Street zum Wochenausklang bestimmt. Per saldo sorgte das jedoch für wenig Bewegung am Aktienmarkt. Mehr zu bieten hatte da schon der Blick auf einige ausgewählte Einzelwerte aus der Internetbranche. Die Aktien von Zynga stürzten um 6,1 Prozent ab. Der Anbieter von virtuellen Spielen hat seine bisher engen Geschäftsbeziehungen mit dem sozialen Netzwerk Facebook gelockert. Demnach muss Zynga künftig bei seinen Spielen keine Anzeigen aus der Facebook-Werbeplattform mehr einblenden oder das Bezahlsystem des sozialen Netzwerks nutzen. Im Gegenzug darf Facebook nunmehr auch selbst Spiele entwickeln und damit Zynga Konkurrenz machen.

   Der Höhenflug der Facebook-Titel setzte sich mit den Meldungen fort. Der Wert gewann 2,5 Prozent. Seit Auslaufen der letzten Haltefrist Mitte November hat der Kurs um rund ein Drittel zugelegt. Mit VeriSign zeigte sich ein weiterer Internetwert auffällig. Die Anteilsscheine des Domainbetreibers, der auch digitale Zertifikate vergibt, brachen um 13,2 Prozent ein. Durch eine Vereinbarung mit dem Handelsministerium büßte das Unternehmen bestimmte Möglichkeiten zur Preisanhebung ein.

   Am Gesamtmarkt herrschte dagegen spürbare Zurückhaltung. Der Dow-Jones-Index eroberte im Verlauf die Marke von 13.000 Punkten zurück und gewann letztlich 4 Punkte. Dies reichte zum zweiten Wochengewinn in Folge, auf Monatssicht war es jedoch der zweite Verlust hintereinander. Der S&P-500 schloss am Freitag unverändert und der Nasdaq-Composite sank um 0,1 Prozent. Am Aktienmarkt kamen auf 1.614 (2.168) Kursgewinner 1.411 (859) -verlierer. Unverändert schlossen 109 (106) Titel. Das Umsatzvolumen fiel auf zog auf 1,18 (Donnerstag: 0,68) Milliarden Stück an. Hauptthema blieben die Verhandlungen über den US-Haushalt. Der republikanische Sprecher des Repräsentantenhauses, John Boehner, sprach von "Stillstand". Auch andere Politiker wie US-Präsident Barack Obama meldeten sich zu Wort, ohne konkrete Ergebnisse zu vermelden.

   Ansonsten hielten sich positive und negative Daten die Waage. Die persönlichen Ausgaben und Einkommen lieferten eine leichte Enttäuschung, sie blieben unter den Prognosen. Der Index der Einkaufsmanager in Chicago gab nur ein gemischtes Bild. "Einerseits sind wir wieder über die 50er-Schwelle gesprungen und die Job-Komponente steigt, andererseits sind die Auftragseingänge deutlich gefallen", sagte ein Händler. Mit Erleichterung wurde indes der Beschluss des Deutschen Bundestages zugunsten weiterer Griechenlandhilfen zur Kenntnis genommen. "Die Schlagzeilen aus Europa sorgen für etwas optimistische Stimmung. Die Konsumausgaben kommen dagegen nicht so recht ins Laufen. Das gilt auch für die Investitionen der Unternehmen, solange eine Lösung des Haushaltsstreits auf sich warten lässt", sagte Volkswirt Stephen Guilfoyle von Meridian Equity Partners.

   Analysten von Barclays empfahlen, die einzelnen Äußerungen in der Haushaltsdebatte nicht zu hoch zu hängen. Sie raten zum Übergewichten des Dollar gegen Währungen, die stark vom US-Wachstum profitieren. Denn eine rasche Lösung in dem Streit sei unwahrscheinlich. Der Euro hing an der Marke von 1,30 Dollar fest und damit etwas über Vortagesniveau. Der Ölpreis setzte seine Aufwärtsbewegung des Vortages fort.

   Ein Barrel US-Leichtöl der Sorte WTI mit Lieferung im Januar stieg um 1,0 Prozent oder 0,84 Dollar auf 88,91 Dollar. Ein Fass der europäischen Referenzsorte Brent verteuerte sich um 0,4 Prozent bzw 0,47 Dollar auf 111,23 Dollar. Die Feinunze Gold fiel dagegen im 0,7 Prozent auf 1.715 Dollar. US-Anleihen kamen wieder zurück, die Rendite der zehnjährigen Staatsanleihen stand damit unverändert bei 1,62 Prozent.

   Die Citigroup will in diesem Quartal Berichten zufolge über 150 Stellen streichen und die Boni in der Investment- und Handelssparte um bis zu zehn Prozent kürzen, das Papier tendierte 1,8 Prozent schwächer. Die Aktien des Netzwerkausrüsters Tellabs schnellten um 20,7 Prozent in die Höhe. Die Gesellschaft schüttet eine Sonderdividende von 1 Dollar aus. Die Titel von Yum Brands sanken dagegen um 9,9 Prozent, der Restaurantkettenbetreiber wartete mit einem schwachen Ausblick auf.

=== INDEX zuletzt +/- % absolut DJIA 13.025,58 0,03 3,76 S&P-500 1.416,18 0,02 0,23 Nasdaq-Comp. 3.010,24 -0,06 -1,79 Nasdaq-100 2.677,88 -0,08 -2,15

DEVISEN zuletzt '+/- % Fr, 8.22 Uhr Do, 18.20 Uhr EUR/USD 1,3005 -0,12% 1,3020 1,2966 EUR/JPY 107,2232 -0,20% 107,4395 106,4104 EUR/CHF 1,2053 0,07% 1,2045 1,2037 USD/JPY 82,4600 -0,05% 82,5050 82,0700 GBP/USD 1,6021 -0,23% 1,6058 1,6034 === Kontakt zum Autor: florian.faust@dowjones.com DJG/DJN/flf (END) Dow Jones Newswires

   November 30, 2012 16:21 ET (21:21 GMT)

   Copyright (c) 2012 Dow Jones & Company, Inc.- - 04 21 PM EST 11-30-12

Artikel empfehlen?

Heute im Fokus

DAX in Grün -- Apple: Ist die Beförderung von Jony Ive eigentlich sein Abschied? -- Snapchat stellt Börsengang in Aussicht -- Schäuble: Griechenland muss jetzt über Zukunft im Euro entscheiden

CTS Eventim verdient zum Jahresstart deutlich mehr. US-Geschäft wird für Einzelhändler Ahold teuer - Harter Wettbewerb. GfK - Kauflaune der Deutschen so gut wie zuletzt im Oktober 2001. Polizeieinsatz gegen FIFA-Funktionäre in der Schweiz. ESM-Chef Regling - Tsipras sollte Reformerfolge nicht verspielen. Rheinmetall gründet Joint Venture in Polen.
Diese Aktien sind auf den Kauflisten der Experten

Diese Aktien sind auf den Verkauflisten der Experten

Welche Aktien könnten bis 2018 hin steigen?

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Die rasende Welt der Elektroautos

Die wundersame Welt von Google

Was verdient man bei Apple?

Die größten deutschen Kapitalvernichter

10 Patente, die Apple für die Zukunft bereithält

mehr Top Rankings

Umfrage

Die Schweizer Steuerverwaltung präsentiert die Namen möglicher deutscher und anderer ausländischer Steuerbetrüger im Internet. Was halten Sie von diesem Schritt?