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09.09.2012 17:34

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MONTE CARLO/ROUNDUP: Munich Re begräbt Hoffnung auf höhere Preise

Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft zu myNews hinzufügen Was ist das?


    MONTE CARLO (dpa-AFX) - Eurokrise, Niedrigzinsen und kaum Aussichten auf höhere Preise: Der weltgrößte Rückversicherer Munich Re (Muenchener Rueckversicherungs-Gesellschaft) sieht seine Branche trotz milliardenschwerer Kapitalgewinne vor ernsten Herausforderungen. Angesichts der unsicheren Wirtschaftslage wisse keiner, was als nächstes passiert, sagte Vorstandsmitglied Torsten Jeworrek beim Branchentreffen "Rendez-Vous de Septembre" am Sonntag in Monte Carlo. Die Hoffnung auf höhere Preise in der Rückversicherung hat der Manager vorerst begraben. Selbst Naturkatastrophen-Versicherungen dürften kaum teurer werden - es sei denn, dass in Kürze noch ein Erdbeben, Sturm oder Hochwasser für große Schäden sorgt.

 

    Nach dem Katastrophenjahr 2011 müssen sich Erstversicherer wie die Allianz und Rückversicherer wie Munich Re mit ganz anderen Herausforderungen auseinandersetzen. Die Munich Re spielt Szenarien von weiteren Rettungsaktionen für Schuldenstaaten bis zum Auseinanderbrechen der Eurozone durch. "Wir wollen, dass die Politik die Probleme löst, aber wir rüsten uns für alle möglichen Entwicklungen", sagte Jeworrek.

 

GEFAHR DER NIEDRIGZINSEN

 

    Als größte greifbare Gefahr gelten dabei die Niedrigzinsen. Die sinkenden Kapitalerträge zehren immer stärker am Gewinn der Branche. In der Altersvorsorge lassen sich die Garantiezinsen für die Kunden damit zunehmend schwieriger erwirtschaften. Bei langjährig laufenden Haftpflichtverträgen reiche das niedrige Zinsniveau nicht mehr aus, um die mit der Inflation steigenden Schadensummen aufzufangen, sagte Jeworrek.

 

    Dennoch hat die Munich Re die Hoffnung auf höhere Preise im Schaden- und Unfallgeschäft vorerst aufgegeben. Für die anstehende Vertragserneuerung in der Schaden- und Unfall-Rückversicherung gebe es noch so viel Kapazität auf dem Markt, dass die Preise und Bedingungen zum kommenden Jahreswechsel voraussichtlich stabil blieben. "Die entscheidende Frage wird sein, wie schnell und in welchem Ausmaß es den Erst- und Rückversicherern gelingen wird, das niedrige Zinsniveau in ihre Preisberechnungen einzubeziehen", sagte Jeworrek.

 

KAPITAL WÄCHST

 

    Der Ratingagentur Fitch zufolge verfügt die Rückversicherungsbranche heute über mehr Kapital als zu Beginn des Jahres 2011. Vor allem der Tsunami in Japan, die Erdbeben in Neuseeland und das Hochwasser in Thailand hatten die Versicherungsbranche im laut Munich Re schwersten Naturkatastrophenjahr aller Zeiten 105 Milliarden US-Dollar gekostet. Dass das Eigenkapital dennoch so stark gewachsen ist, führen Experten wie S&P-Analystin Karin Clemens auf das niedrige Zinsniveau zurück. Dieses lässt den Wert älterer, höherverzinster Anleihen steigen, die die Versicherer noch in den Büchern haben. "Dadurch wächst das Eigenkapital an einer Stelle, wo wirkliches Wachstum nicht vorhanden ist", sagte Jeworrek.

 

    Beim jährlichen Treffen in Monte Carlo verhandeln die Rückversicherer mit Erstversicherern, anderen Großkunden und Maklern über die Konditionen für das kommende Jahr. Zum 1. Januar steht jeweils der Großteil der Verträge in der Schaden- und Unfall-Rückversicherung zur Erneuerung an. Während das Katastrophenjahr 2011 kräftige Preiserhöhungen nach sich gezogen hatte, kamen die Rückversicherer im laufenden Jahr bisher glimpflich davon.

 

'ISAAC' KOSTET KEINE 100 MILLIONEN DOLLAR

 

    So rechnet die Munich Re nach dem Aufprall von Hurrikan "Isaac" auf die US-Küste Ende August nicht mit allzu hohen Belastungen. Die bei dem Dax (DAX)-Konzern versicherten Schäden dürften nach vorläufigen Berechnungen einen mittleren bis hohen zweistelligen Millionen-Dollar-Betrag erreichen, sagte Vorstandsmitglied Peter Röder. Teurer kommen die Münchner voraussichtlich die Folgen der Dürreperiode in den Vereinigten Staaten. Jeworrek rechnet in der Ernteausfallversicherung weiterhin mit einer Belastung von umgerechnet 160 Millionen Euro./stw/jha/

 

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