05.07.2012 08:10
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MORNING BRIEFING - Deutschland/Europa

-1 of 2- 05 Jul 2012 05:40:00 UTC  DJ MORNING BRIEFING - Deutschland/Europa
=== +++++ SPRUCH +++++

   "Intrige, die weibliche Form eines herzhaften Faustschlages ins Gesicht. Schlechter zu erkennen, dafür aber schmerzhafter." (Karsten Mekelburg)

   +++++ TAGESTHEMA +++++

   Die EZB wird bei ihrer Ratssitzung nach Überzeugung der meisten Experten die Zinsschraube weiter lockern. Die Beschlüsse des EU-Gipfels zur Bekämpfung der Schuldenkrise haben zumindest vorübergehend den Druck auf die EZB gemindert, mit Staatsanleihekäufen die Refinanzierungskosten südeuropäischer Länder zu drücken. Die Währungshüter können sich somit ganz auf die Geldpolitik konzentrieren und den Leitzins auf ein neues Rekordtief senken, um der schwachen Wirtschaft im Euroraum unter die Arme zu greifen. Unkonventionelle Maßnahmen wie etwa weitere langfristige Refinanzierungsgeschäfte für Banken sind eher nicht zu erwarten, weil mit der Umwidmung des ESM in einen Krisenfonds für kapitalarme Banken die Aufgabe der Bankenrettung nun endlich wieder von den Staaten übernommen wird. Beobachter erwarten überwiegend, dass die EZB ihren Hauptrefinanzierungssatz um 25 Basispunkte auf ein neues Allzeittief von 0,75 Prozent senken wird. Es gibt aber auch Stimmen, die eine Zinssenkung für das falsche Signal halten. Für Martin Hüfner, Chefvolkswirt bei Assenagon, hilft eine Zinssenkung weder der Konjunktur noch den Banken und auch nicht der Staatsfinanzierung in Italien oder in Spanien.

   +++++ AUSBLICK UNTERNEHMEN +++++

   10:00 DE/Fielmann AG, HV

   DIVIDENDENABSCHLAG

   Maschinenfabrik Berthold Hermle AG

Vorzüge 6,05 EUR Ehlebracht AG 0,10 EUR Deufol AG 0,03 EUR VIB Vermögen 0,35 EUR +++++ AUSBLICK KONJUNKTUR +++++ -DE 12:00 Bundeswirtschaftsministerium (BMWi), Auftragseingang Mai saisonbereinigt PROGNOSE: +0,2% gg Vm zuvor: -1,9% gg Vm -GB 13:00 Bank of England (BoE), Ergebnis der Sitzung des geldpolitischen Rats Bank Rate PROGNOSE: 0,50% zuvor: 0,50% Anleihekäufe PROGNOSE: +50 Mrd auf 375 Mrd GBP zuvor: unv. bei 325 Mrd GBP -EU 13:45 Europäische Zentralbank (EZB), Ergebnis der Ratssitzung Hauptrefinanzierungssatz PROGNOSE: 0,75% zuvor: 1,00% -US 14:15 ADP-Arbeitsmarktbericht Juni Beschäftigung privater Sektor PROGNOSE: +108.000 Stellen zuvor: +133.000 Stellen

14:30 Erstanträge Arbeitslosenhilfe (Woche) PROGNOSE: -1.000 auf 385.000 zuvor: -6.000 auf 386.000

16:00 ISM-Index nicht-verarbeitendes Gewerbe Juni PROGNOSE: 53,0 Punkte zuvor: 53,7 Punkte

17:00 DoE, Rohöllagerbestände (Woche)

+++++ AUSBLICK EUROPÄISCHE ANLEIHE-AUKTIONEN +++++ 10.30 ES/Auktion von 4-prozentigen Anleihen mit Laufzeit Juli 2015 Auktion von 4,25-prozentigen Anleihen mit Laufzeit Oktober 2016 Auktion von 5,85-prozentigen Anleihen mit Laufzeit Januar 2022 im Gesamtvolumen von 2 bis 3 Mrd EUR

10.50 FR/Auktion von 3,75-prozentigen Anleihen mit Laufzeit Oktober 2019 Auktion von 3-prozentigen Anleihen mit Laufzeit April 2022 Auktion von 4,25-prozentigen Anleihen mit Laufzeit Oktober 2023 im Gesamtvolumen von 7 bis 8 Mrd EUR

11.30 HU/Auktion von 12-monatigen Schatzwechseln im Volumen von 45 Mrd HUF Auktion von variabel verzinsten Anleihen mit Laufzeit Dezember 2015 im Volumen von 5 Mrd HUF

11.30 IR/Auktion von dreimonatigen Schatzwechseln im Volumen von 500 Mio EUR

+++++ ÜBERSICHT INDIZES +++++ INDEX zuletzt +/- % DAX 6.564,80 -0,20% DAX-Future 6.573,50 -0,19% XDAX 6.567,73 -0,19% MDAX 10.690,58 +0,43% TecDAX 772,92 +0,60% Euro-Stoxx-50 2.312,41 -0,35% Stoxx-50 2.440,95 -0,08% Dow-Jones 12.943,82 +0,56% (Di.) S&P-500-Index 1.374,02 +0,62% (Di.) Nasdaq-Comp. 2.976,08 +0,84% (Di.) EUREX zuletzt +/- Ticks Bund-Future 142,37% +95 . +++++ FINANZMÄRKTE +++++

   EUROPA

   Ausblick: Voll und ganz auf die Notenbanksitzungen in London und Frankfurt konzentrieren sich die Börsen am Donnerstag. Gespräche mit Aktienhändlern fördern eher Pessimismus zutage: Anleger hätten in den vergangenen Tagen "schon mehr als die von Ökonomen erwartete Zinssenkung von 25 Basispunkten eingepreist". Noch höher gesteckte Erwartungen - beispielsweise deutliche Hinweise der EZB auf Anleihenkäufe - werde die Notenbank jedoch nicht erfüllen. "Wir werden heute das alte Muster 'Buy the rumour, sell the fact' erleben, sagt ein anderer Händler voraus. Die Notenbanker dürften zwar den Zins senken, die anschließenden Kommentare zur Konjunktur dürften jedoch "katastrophal" ausfallen - und Aktienkurse und den Euro unter Druck setzen, so die Prognose des Händlers.

   Rückblick: Impulse waren Mangelware, zumal Wall Street wegen eines Feiertags geschlossen war. Für Donnerstag ist mit etwas mehr Schwung zu rechnen. Denn dann stehen die Notenbanksitzungen der Bank of England wie auch der Europäischen Zentralbank an. An den Anleihemärkten bezogen die Investoren bereits eine leicht defensive Haltung. So zogen die Renditen der zehnjährigen spanischen und italienischen Staatsanleihen an. Der Euro kam im späten Handel deutlicher unter Abgabedruck und fiel stärker Richtung 1,25 Dollar. Zu den Verlierern an den Börsen gehörten die Finanzwerte. Der Sektor ist besonders anfällig für Zinsentscheidungen. Der europäische Sektor der Versicherer verlor 0,8 Prozent, der der Banken 0,5 Prozent.

   DAX/MDAX/TECDAX

   Mit Blick auf die Einzelwerte ging es für E.ON um 1,6 Prozent auf Talfahrt. Trotz einer deutlichen Gewinnanhebung nach einer Einigung mit dem Gaszulieferer Gazprom hatten Analysten den Daumen gesenkt. Die Einigung mit Gazprom sei zwar als positiv, allerdings dürften die Entwicklungen auf den Energiemärkten in Deutschland sowie den nord- und südeuropäischen Staaten weiterhin negativen Einfluss auf das operative Geschäft von E.ON haben, so die Analysten der Citigroup. J.P.Morgan merkte an, dass sich damit auch der letzte der vier Kurskatalysatoren erledigt habe. Metro stellten mit einem Minus von 3,4 Prozent das DAX-Schlusslicht. Der Handelskonzern will rund 280 von knapp 1.000 Vollzeitstellen streichen und KOsten senken und die Strukturen verbessern. Nach einem sehr volatilen Handel schlossen Praktiker mit einem Abschlag von 5,3 Prozent. Es blieb unklar, für welchen Sanierungsplan sich die Aktionäre auf der HV entschieden.

   XETRA-NACHBÖRSE/XDAX (20.20 Uhr): 6.567 (XETRA-Schluss: 6.565)

   Praktiker, die mit der laufenden Hauptversammlung im Xetra-Handel deutlich unter Druck geraten waren, wurden am frühen Abend praktisch unverändert getaxt. Linde reagierten kaum auf die Bestätigung der Bonität durch S&P.

   USA / WALL STREET (Dienstag)

   Der Unabhängigkeitstag am Mittwoch warf seine Schatten voraus, es fand nur ein verkürzter Handel mit dünnen Umsätzen statt. Gestützt wurde der Aktienmarkt von überraschend positiven Daten zum Auftragseingang der US-Industrie. Allerdings ruhten nach den äußerst trüben Konjunkturaussichten des Vortages die Hoffnungen auf den Notenbanken. Deshalb passten die positiven Daten nicht ganz ins Bild. Am US-Rentenmarkt gaben die Notierungen deutlicher nach. Die Rendite zehnjähriger US-Titel stieg auf 1,63 Prozent. Der Euro legte nach einem Rücksetzer zum Dollar zu und wurde klar über der Marke von 1,26 Dollar gehandelt. Der Goldpreis sprang wieder signifikant über 1.600 Dollar. Steigende Inflationssorgen im Zuge möglicher geldpolitischer Lockerungen trieben. Vor dem Hintergrund der Ölpreisrally waren Sektorwerte gesucht. Chevron und Exxon Mobil kletterten um 1,4 bzw 1,1 Prozent. Nach Einzelhandelsumsatzzahlen unter Markterwartung präsentierten sich Konsumwerte schwach. Home Depot fielen um 2,6 Prozent. Microsoft drehten spät ins Plus und gewannen 0,7 Prozent. Der Softwareriese kündigte Abschreibungen von 6,2 Milliarden Dollar an.

   +++++ DEVISENMARKT +++++

DEVISEN zuletzt +/- % 0.00 Uhr Mi, 18.25 Uhr EUR/USD 1,2524 -0,0% 1,2528 1,2530 EUR/JPY 99,9446 -0,1% 100,0564 99,9882 EUR/CHF 1,2013 +0,0% 1,2011 1,2013 USD/JPY 79,7880 -0,1% 79,8750 79,8000 GBP/USD 1,5595 -0,0% 1,5596 1,5594

Der Euro zeigt sich im unmittelbaren Vorfeld der mit Spannung erwarteten Notenbanksitzungen der Bank of England und vor allem der EZB wenig verändert. Händler sprechen von einem von Nervosität und Zurückhaltung geprägten Geschäft. "Bei der Pressekonferenz im Juni hat die EZB die Abwärtsrisiken für die Konjunktur betont und damit die Tür für eine Zinssenkung etwas weiter geöffnet", heißt es bei der Credit Suisse zur Erwartungshaltung des Marktes. "Allerdings hat Präsident Draghi auch zu verstehen gegeben, dass es keinen Konsens für eine Senkung gibt. Da die Eurozone im folgenden aber weiter enttäuscht hat, dürften nun zuletzt ablehnende Ratsmitglieder mit an Bord gekommen sein".

   Eine Zinssenkung um 25 Basispunkte sei bereits eingepreist, so dass die Marktreaktion am Donnerstag begrenzt ausfallen könnte, bemerkt Analystin Sumino Kamei von der Bank of Tokyo-Mitsubishi UFJ und weiter: "Selbst wenn eine größere Senkung um 50 Basispunkte kommen sollte, dürfte der Euro unter der zunehmenden Unsicherheit über die europäische Schuldenkrise leiden".

   (MORE TO FOLLOW) Dow Jones Newswires

   July 05, 2012 01:40 ET (05:40 GMT)

   Copyright (c) 2012 Dow Jones & Company, Inc.- - 01 40 AM EDT 07-05-12

-2 of 2- 05 Jul 2012 05:40:00 UTC  DJ MORNING BRIEFING - Deutschland/Europa -2-

   +++++ Rohstoffe +++++

   Öl

Sorte/Handelsplatz aktuell Vortag (Settlmt) Bewegung % Bewegung abs. WTI/Nymex 86,80 87,66 -0,98 -0,86 Brent/ICE 99,52 99,77 -0,25 -0,25 Der Preis für den August-Kontrakt WTI fiel im elektronischen Geschäft um 0,7 Prozent oder 0,61 Dollar auf 87,05 Dollar. Im Handel war von Gewinnmitnahmen die Rede. Aufgrund des Unabhängigkeitstages in den USA findet dort nur ein elektronischer Handel mit äußerst dünnen Umsätzen statt. Analysten merkten an, dass am Markt durchaus Versorgungsängste eine Rolle spielen. Denn im Iran mehrten sich die Stimmen, die eine selektive Sperrung der für den Ölexport am Persischen Golf so bedeutsamen Straße von Hormus forderten.

   METALLE

Metall aktuell Vortag Bewegung % Bewegung abs. Gold (Spot) 1.613,61 1.615,63 -0,1% -2,02 Silber (Spot) 28,10 28,15 -0,2% -0,05 Platin (Spot) 1.482,93 1.477,73 +0,4% +5,20 Kupfer-Future 3,50 3,53 -1,0% -0,04

+++++ MELDUNGEN SEIT VORTAG 17.30 UHR +++++

   LINDE

   darf trotz eines milliardenschweren Zukaufs sein aktuelles Rating behalten. Die Ratingagentur S&P bestätigte die Einstufung "A". Bereits am Dienstag hatte Moody's sein Linde-Rating besrätigt.

   VW / PORSCHE

   Der zähe, drei Jahre dauernde Übernahmeversuch hat ein Ende: VW wird Porsche endlich vollständig aufkaufen. Demnach wird VW der Porsche Automobil Holding SE, Muttergesellschaft der Porsche AG, 4,46 Milliarden Euro in bar plus eine VW-Stammaktie zahlen. Dafür soll VW im August auch den restlichen Aktienanteil der Sportwagenschmiede in Höhe von 50,1 Prozent bekommen. Die Porsche-Holding bleibt als eigenständiger Konzern bestehen und hält weiterhin einen Anteil von 32,2 Prozent an VW. Porsche SE liegt zu 90 Prozent im Besitz der Familien Porsche und Piech.

   PRAKTIKER

   Der Streit um die Zukunft der angeschlagenen Baumarktkette ist vorerst beigelegt. Am Ende der turbulenten Hauptversammlung stimmte die Vertreterin der beiden Hauptaktionäre, Isabella de Krassny, für die Sanierungspläne des Praktiker-Managements und billigte den Einstieg des US-Investors Anchorage. Als Gegenleistung zogen zwei von ihr vorgeschlagene Kandidaten in den Aufsichtsrat ein. Die Mehrheit der Aktionäre stimmte ebenfalls für die Kapitalerhöhung und die Ausgabe von Options- und Wandelschuldverschreibungen. Anchorage hat ein Darlehen von 85 Millionen Euro versprochen unter der Voraussetzung, dass Praktiker eine Kapitalerhöhung in Höhe von 60 Millionen Euro vornimmt sowie Options- und Wandelschuldverschreibungen ausgibt.

=== DJG/cln/flf/gos (END) Dow Jones Newswires

   July 05, 2012 01:40 ET (05:40 GMT)

   Copyright (c) 2012 Dow Jones & Company, Inc.- - 01 40 AM EDT 07-05-12

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