18.06.2012 08:04
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MORNING BRIEFING - Deutschland/Europa -2-

-1 of 2- 18 Jun 2012 05:34:00 UTC  DJ MORNING BRIEFING - Deutschland/Europa
=== +++++ SPRUCH +++++

   "Ein Zyniker ist ein Mensch, der von jedem Ding den Preis und von keinem den Wert kennt" (Oscar Wilde)

   +++++ TAGESTHEMA +++++

   Bei der Parlamentswahl in Griechenland haben die Befürworter des Sparpakts einen knappen Sieg errungen. Nach Auszählung von 99 Prozent der Stimmen liegt die konservative Partei Nea Dimokratia mit 30 Prozent vor der eurokritischen Linkspartei Syriza, die 27 Prozent der Stimmen erhielt. Parteichef Samaras rief sich zum Wahlsieger aus und forderte die pro-europäischen Kräfte des Landes zur Beteiligung an einer "Regierung der nationalen Rettung" auf. Die sozialistische Partei Pasok, mit der die Nea Dimokratia vermutlich eine Koalition anstreben wird, erhielt der Auszählung zufolge 12,3 Prozent der Stimmen. Noch ist aber offen, ob Samaras mit Pasok eine Koalition zustandebringen kann und - wenn ja - inwiefern sich die Parteien auf eine Neuverhandlung des Sparpakts einigen werden. Mit einer kleinen Erleichterungsrally reagieren die Finanzmärkte in Ostasien auf das Wahlergebnis in Griechenland. Die Indizes an den Börsen der Region legen um bis zu 2 Prozent zu, die Futures auf die US-Aktien-Indizes liegen 0,5 Prozent im Plus. Der Euro schnellte in einer ersten Reaktion bis auf 1,2748 Dollar nach oben, ist inzwischen aber wieder auf rund 1,27 Dollar zurückgefallen.

   +++++ AUSBLICK KONJUNKTUR +++++

Es stehen keine wichtigen Termine auf der Agenda.

+++++ AUSBLICK EUROPÄISCHE ANLEIHE-AUKTIONEN +++++ 11:30 NL/Auktion 3-monatiger Schatzwechsel im Volumen von 1 bis 2 Mrd EUR Auktion 6-monatiger Schatzwechsel im Volumen von 1 bis 2 Mrd EUR

14:50 FR/Auktion 5-wöchiger Schatzwechsel im Volumen von 600 Mio bis 1 Mrd EUR Auktion 12-wöchiger Schatzwechsel im Volumen von 4 bis 4,5 Mrd EUR Auktion 23-wöchiger Schatzwechsel im Volumen von 1,3 bis 1,7 Mrd EUR Auktion 49-wöchiger Schatzwechsel im Volumen von 1,1 bis 1,5 Mrd EUR

+++++ ÜBERSICHT INDIZES +++++ INDEX zuletzt +/- % DAX 6.229,41 +1,48% DAX-Future 6.270,00 +2,15% XDAX 6.263,60 +2,05% MDAX 10.046,11 +1,16% TecDAX 726,84 +0,55% Euro-Stoxx-50 2.181,23 +1,54% Stoxx-50 2.320,26 +0,74% Dow-Jones 12.767,17 +0,91% S&P-500-Index 1.342,84 +1,03% Nasdaq-Comp. 2.872,80 +1,29% EUREX zuletzt +/- Ticks Bund-Future 142,06 +44

+++++ FINANZMÄRKTE +++++

   EUROPA

   Das Ergebnis der Wahl in Griechenland sollte die europäischen Aktienmärkte freundlich in die neue Woche starten lassen. Nach dem Urnengang vom Sonntag verfügen die konservative Neue Demokratie und die sozialdemokratische PASOK über eine Mehrheit der Sitze im Athener Parlament. Beide Parteien haben den Deal aus Hilfspaket von EU, EZB und IWF gegen drastische Sparmaßnahmen ausgehandelt und wollen auch künftig eine Politik der Konsolidierung der maroden Staatsfinanzen betreiben - wenn auch unter gelockerten Konditionen. "Damit ist das unmittelbare Risiko eines Austritts des Landes aus dem Euroraum mit all seinen unabsehbaren Folgen zunächst einmal vom Tisch", sagt ein Händler. Allerdings zeichnet sich bereits jetzt eine eher zähe Regierungsbildung ab. "Daher könnten uns Wochen einer quälend langsamen Regierungsbildung bevorstehen. Warten wir also einmal ab, wie lange die Euphorie anhält", so der Börsianer. Auf der Negativseite müsse auch verbucht werden, dass der Kapitalbedarf der Hellenen ungeachtet des Wahlergebnisses weiter bestehe und sich mancher Marktteilnehmer klammheimlich den Austritt des "griechischen Klotzes am Bein" gewünscht habe. Bereits an den asiatischen Aktienmärkten wurde die Wahl zwar freundlich zu Kenntnis genommen, von überbordender Stimmung konnte aber nicht die Rede sein. "Der positive Effekt hat im Handelsverlauf bereits nachgelassen, noch dazu waren die Volumina dünn", sagt ein anderer Börsianer.

   DAX/MDAX/TECDAX

   Besonders gefragt waren in einem Umfeld sehr fester europäischer Bankenkurse Commerzbank mit einem Plus von 5,6 Prozent. Deutsche Bank legten um 2,4 Prozent zu. Mit der Hoffnung auf eine Bodenbildung bei den Stahlpreisen gewannen ThyssenKrupp 3,4 Prozent. Daneben standen die Index-Veränderungen im Blick. Siemens gewannen 2,7 Prozent auf 66,59 Euro. Das Gewicht des Konzerns im Dax ist zum Schlusskurs wieder auf 10 Prozent gestiegen. Dagegen sind MAN nun auf den letzten Platz zurückgefallen, denn die weiteren Aufkäufe von VW werden nun auch im DAX-Gewicht berücksichtigt. Sie verloren 1,5 Prozent. Die beiden TecDAX-Aufsteiger Cancom und Sartorius lagen ebenfalls sehr fest im Markt.

   XETRA-NACHBÖRSE/XDAX (22 UHR): 6.264 (XETRA-Schluss: 6.229) Punkte

   Im Vorfeld der Griechenland-Wahl verlief der nachbörsliche Handel am Freitag nach Aussage eines Händlers von Lang & Schwarz zurückhaltend. Gesucht waren Infineon, für die eine Taxe von 6,00 zu 6,02 Euro genannt wurde, nach einem Schlussstand von 5,93 Euro. Für den Chiphersteller wird der Rückzug aus seiner ehemaligen Tochter Qimonda möglicherweise teurer als gedacht. Der Insolvenzverwalter von Qimonda hat seinen Anspruch massiv erhöht. "Der Kursanstieg passt eigentlich gar nicht zur Nachricht", merkte der Teilnehmer an.

   USA / WALL STREET

   Die Hoffnung auf mögliche Eingriffe der Notenbanken nach der Griechenland-Wahl hat beflügelt. Sollten die Reformgegner gewinnen und es zu hohen Wellen an den Märkten kommen, dann könnten mit einer gemeinsamen Aktion der Notenbanken die Wogen geglättet werden. Dazu kamen verstärkte Spekulationen um weitere geldpolitische Maßnahmen der US-Notenbank bei ihrer Sitzung in der kommenden Woche. Die US-Konjunkturdaten des Tages heizten diese Erwartungen weiter an. So fiel der Empire-State-Index für den Monat Juni deutlich unter den Prognosen aus. Im Dow-Jones-Index waren die Technologiewerte gesucht. So legten Microsoft um 2,3 Prozent zu. Das Unternehmen steht laut Kreisen kurz vor dem milliardenschweren Kauf des sozialen Business-Netzwerk Yammer. Gesucht waren auch die US-Anleihen. Die Rendite zehnjähriger Treasurys fiel auf 1,58 Prozent. Der Euro zeigte sich stabil über der Marke von 1,26 Dollar.

   +++++ DEVISENMARKT +++++

DEVISEN zuletzt +/- % 0.00 Uhr Fr, 18.00 Uhr EUR/USD 1,2706 -0,2% 1,2737 1,2634 EUR/JPY 100,6517 +0,1% 100,5710 99,3755 EUR/CHF 1,2012 +0,0% 1,2011 1,2012 USD/JPY 79,2135 +0,3% 78,9500 78,6600 GBP/USD 1,5702 -0,2% 1,5738 1,5657

Der Euro schnellte in einer ersten Reaktion auf das Ergebnis der Griechenland-Wahl auf 1,2748 Dollar nach oben, ist inzwischen aber wieder auf knapp 1,27 Dollar zurückgefallen. Am Freitagabend ging die Gemeinschaftswährung noch mit 1,2640 Dollar um. "Ich bin überrascht, dass der Markt nicht stärkere Ausschläge zeigt", so Paul Mackel, Devisenexperte in Asien für HSBC. "Ich sehe immer noch Raum für Enttäuschungen. Das ist ein kleiner Lichtblick, der aber schnell wieder erlöschen kann", bemerkt er mit Blick auf die nun anstehende Bildung einer stabilen Regierung in Griechenland, die erneut schwierig werden dürfte.

   +++++ Rohstoffe +++++

   Öl

Sorte/Handelsplatz aktuell Vortag (Settlmt) Bewegung % Bewegung abs. WTI/Nymex 84,85 84,03 0,98 0,82 Brent/ICE 98,67 97,61 1,09 1,06

Der Ölpreis trat auf der Stelle. Öl der Sorte WTI erhöhte sich zum Settlement um 0,1 Prozent bzw 0,12 Dollar auf 84,03 Dollar. Mit den schwachen US-Konjunkturdaten und der anstehenden Griechenland-Wahl hätten sich die Investoren zurückgehalten, hieß es. Zudem werde auf weitere stimulierende Maßnahmen durch die US-Notenbank gehofft.

   METALLE

Metall aktuell Vortag Bewegung % Bewegung abs. Gold (Spot) 1.623,51 1.626,28 -0,2% -2,77 Silber (Spot) 28,67 28,64 +0,1% +0,04 Platin (Spot) 1.495,25 1.489,75 +0,4% +5,50 Kupfer-Future 3,42 3,38 +1,0% +0,03

+++++ MELDUNGEN SEIT FREITAG 17.30 UHR +++++ PARLAMENTSWAHL FRANKREICH

   Der neue französische Präsident kann mit der Rückendeckung des Parlaments rechnen. In der zweiten Runde der Wahlen zur Nationalversammlung erreichte die Sozialistische Partei die absolute Mehrheit der Sitze.

   GRIECHENLAND

   Die neue griechische Regierung muss sich an die mit der Troika aus EU, Internationalem Währungsfonds (IWF) und Europäischer Zentralbank (EZB) verabredeten Reformen halten. Sie sollte nicht auf eine Abschwächung des Gesamtpakets drängen, gleichwohl es Raum für die Neuverhandlung individueller Aspekte gebe, hieß es von zwei deutschen Bankenverbänden.

   EUROBONDS

   Die EU arbeitet laut "Spiegel" an einem neuen Modell für gemeinsame europäische Schuldanleihen. Statt länger laufender Euro-Bonds wolle die EU nun so genannte Euro-Bills einführen. Das sind gemeinsame europäische Anleihen, die nur eine kurze Laufzeit haben.

   INDEXÄNDERUNGEN

   Zu Handelsbeginn werden folgende Index-Änderungen wirksam:

+ TecDax - NEUAUFNAHME - Sartorius AG - Cancom AG + TecDAX - AUSGESCHIEDEN - BB Biotech AG - centrotherm photovoltaics AG + EURO-STOXX-50 - NEUAUFNAHME - ASML Holding NV - Essilor Iinternational SA + EURO-STOXX-50 - AUSGESCHIEDEN - Deutsche Börse AG - Telecom Italia SpA + STOXX-50 - NEUAUFNAHME - Reckitt Benckiser Group plc + STOXX-50 - AUSGESCHIEDEN - Credit Suisse Group (CS Group)

INFINEON

   (MORE TO FOLLOW) Dow Jones Newswires

   June 18, 2012 01:34 ET (05:34 GMT)

   Copyright (c) 2012 Dow Jones & Company, Inc.- - 01 34 AM EDT 06-18-12

-2 of 2- 18 Jun 2012 05:34:00 UTC  DJ MORNING BRIEFING - Deutschland/Europa -2-

   Für den Chiphersteller wird der Rückzug aus seiner ehemaligen Tochter Qimonda möglicherweise teurer als gedacht. Der Insolvenzverwalter von Qimonda hat seinen Anspruch auf mindestens 3,35 Milliarden Euro zuzüglich Zinsen massiv erhöht.

   WACKER CHEMIE

   Trotz der aktuellen Turbulenzen mit Firmenpleiten bleibt die Solar-Branche für Wacker Chemie mittelfristig vielversprechend. Wacker Chemie habe die Verkaufsmengen mit Polysilizium um zuletzt fast 50 Prozent gesteigert, sagte Finanzvorstand Joachim Rauhut der Fankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

   CREDIT SUISSE

   Die Credit Suisse plant keine Kapitalerhöhung. Entsprechende Forderungen der Schweizer Nationalbank seien ungerechtfertigt, sagte CEO Brady Dougan der "Sonntagszeitung".

=== DJG/raz/ros (END) Dow Jones Newswires

   June 18, 2012 01:34 ET (05:34 GMT)

   Copyright (c) 2012 Dow Jones & Company, Inc.- - 01 34 AM EDT 06-18-12

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