MORNING BRIEFING - Deutschland/Europa -2-
=== +++++ SPRUCH +++++
"Und wen ihr nicht fliegen lehrt, den lehrt mir - schneller fallen!" (Friedrich Wilhelm Nietzsche)
+++++ TAGESTHEMA +++++
Die US-Notenbank hat ihren Leitzins wie erwartet unverändert gelassen und ihre Zusage bekräftigt, die Zinsen bis mindestens Ende 2014 außergewöhnlich niedrig zu lassen. Zudem äußerte sie noch etwas deutlicher als im Juni ihre Bereitschaft zu weiteren Lockerungsmaßnahmen, was an den Finanzmärkten jedoch nur schwache Reaktionen auslöste. Volkswirte hatten diese Entscheidung erwartet, nachdem die Federal Reserve erst bei ihrer vorigen Sitzung eine weitere Lockerung der langfristigen Refinanzierungsbedingungen beschlossen hatte. Der geldpolitische Ausschuss der Fed verwies in seiner Erklärung sowohl auf ein schwächeres Wirtschaftswachstum als auch auf einen rückläufigen Inflationsdruck und erklärte: "Der Ausschuss wird eingehende Informationen über ökonomische und finanzielle Entwicklungen genau prüfen und falls erforderlich zusätzliche Maßnahmen zur Unterstützung der Konjunkturerholung und einer nachhaltigen Verbesserung der Arbeitsmarktbedingungen in einem Kontext von Preisstabilität ergreifen."
+++++ AUSBLICK UNTERNEHMEN +++++
07:00 DE/Deutsche Post AG, Ergebnis 2Q, Bonn
07:00 DE/Fuchs Petrolub AG, Ergebnis 2Q, Mannheim
07:00 DE/MorphoSys AG, Ergebnis 2Q, Martinsried
07:00 FR/BNP Paribas SA, Ergebnis 2Q, Paris
07:30 DE/adidas AG, Ergebnis 2Q, Herzogenaurach
07:30 DE/Drägerwerk AG & Co KGaA, Ergebnis 2Q, Lübeck
08:00 DE/Deutsche Lufthansa AG, Ergebnis 2Q, Frankfurt
08:00 DE/Beiersdorf AG, Ergebnis 2Q, Hamburg
08:00 DE/ProSiebenSat.1 Media AG, Ergebnis 2Q, Unterföhring
08:00 GB/Thomas Cook Group plc, Interim Management Statement, London
08:30 DE/Continental AG, Ergebnis 1H, Hannover
10:30 DE/BayWa AG, PK zum Ergebnis 1H, München
17:50 IT/Enel SpA, Ergebnis 2Q, Rom
Im Laufe des Tages:
FR/GDF Suez SA, Ergebnis 1H, Paris
DIVIDENDENABSCHLAG
Merkur Bank: 0,40 EUR
+++++ AUSBLICK KONJUNKTUR +++++
- EU 11:00 Eurostat, Erzeugerpreise Juni Eurozone PROGNOSE: -0,4% gg Vm/+1,9% gg Vj zuvor: -0,5% gg Vm/+2,3% gg Vj - GB 13:00 Bank of England (BoE), Ergebnis der Sitzung des geldpolitischen Rats Bank Rate PROGNOSE: 0,50% zuvor: 0,50% Anleihekäufe PROGNOSE: unverändert bei 375 Mrd GBP - EU 13:45 Europäische Zentralbank (EZB), Ergebnis der Ratssitzung Hauptrefinanzierungssatz PROGNOSE: 0,75% zuvor: 0,75% - US 14:30 Erstanträge Arbeitslosenhilfe (Woche) PROGNOSE: +17.000 auf 370.000 zuvor: -35.000 auf 353.000 zuvor: +50 Mrd auf 375 Mrd GBP16:00 Auftragseingang Industrie Juni PROGNOSE: +0,5% gg Vm zuvor: +0,7% gg Vm
+++++ AUSBLICK EUROPÄISCHE ANLEIHE-AUKTIONEN +++++ 10:30 ES/Auktion von Staatsanleihen im Gesamtvolumen von 2 bis 3 Mrd EUR, davon: 4,75-prozentige Anleihen, Laufzeit Juli 2014 4,25-prozentige Anleihen, Laufzeit Oktober 2016 5,85-prozentige Anleihen, Laufzeit Januar 2022
11:30 HU/Auktion 12-monatiger Schatzwechsel im Volumen von 45 Mrd HUF Auktion variabel verzinslicher Staatsanleihen im Volumen von 6 Mrd HUF, Laufzeit Dezember 2015
+++++ ÜBERSICHT INDIZES +++++ INDEX zuletzt +/- % DAX 6.754,46 -0,26% DAX-Future 6.747,00 -0,12% XDAX 6.745,09 -0,12% MDAX 10.891,68 +0,60% TecDAX 783,24 +0,71% Euro-Stoxx-50 2.333,38 +0,33% Stoxx-50 2.492,63 +0,57% Dow-Jones 12.976,13 -0,25% S&P-500-Index 1.375,32 -0,29% Nasdaq-Comp. 2.920,21 -0,66% EUREX zuletzt +/- Ticks Bund-Future 143,49% -103
+++++ FINANZMÄRKTE +++++
EUROPA
Die leichte Enttäuschung über den Ausgang der Fed-Sitzung dürfte am Donnerstag keinen Belastungsfaktor für Europas Börsen darstellen. "Es ist noch sehr viel Optimismus im Markt, dass Herr Draghi liefern wird", sagt ein Händler. Vor Handelseröffnung zeichnet sich ein leichtes Plus an den wichtigsten Börsen ab. Denn verbal hat die US-Notenbank ihre Lockerungsbereitschaft sogar verstärkt. Sollten sich die Konjunkturdaten in den kommenden Wochen nicht verbessern, steigt die Wahrscheinlichkeit zusätzlicher unorthodoxer Maßnahmen auf der September-Sitzung. Damit müssen sich die Märkte erst einmal zufrieden geben. Ob sich die Märkte mit rein verbalen Ankündigungen durch EZB-Präsident Draghi zufrieden geben werden, muss indes bezweifelt werden. Draghi hat im Vorfeld hohe Erwartungen geweckt. "Sollte Draghi nicht liefern, ist mit einem scharfen Abverkauf bei Aktien, Rohstoffen und Risikoassets allgemein zu rechnen", heißt es bei IG Markets. Auch die Bank of England tagt am Donnerstag. Allerdings geht man im Handel nicht davon aus, dass die Sitzung größeren Einfluss auf die Finanzmärkte haben wird.
Vor den Sitzungen von US-Notenbank und EZB hielten sich Anleger am Vortag meist zurück. Die US-Konjunkturdaten wiesen in unterschiedliche Richtungen und hatten keinen Einfluss auf den Aktienmarkt. Der Euro tendierte um die Marke von 1,23 US-Dollar. Er konnte die Tageshochs nicht verteidigen, nachdem der Dollar etwas Auftrieb durch den besseren ADP-Arbeitmarktbericht aus den USA erhalten hatte. Societe Generale legte mäßige Zahlen vor. Goldman Sachs wertet es aber als positiv, dass sich die Qualität der Bilanz deutlich verbessert hat. Die Aktie gewann 0,5 Prozent. Dagegen legten Standard Chartered um 3,6 Prozent zu, nachdem das Institut ein Rekordergebnis für das erste Halbjahr gemeldet hatte. Auffallend stark entwickelte sich die Nokia-Aktie. Nach den vorherigen Verlusten schoss sie zwischenzeitlich um knapp 17 Prozent nach oben und ging mit 6,2 Prozent Gewinn aus dem Handel. Hintergrund war ein Gerücht, wonach Lenovo über ein Gebot für das Unternehmen nachdenkt. Viel scheint aber nicht daran zu sein. "Das muss wohl ein Witz sein", meinte Gianfranco Lanci, Europa-Chef von Lenovo.
DAX/MDAX/TECDAX
Die Quartalszahlen der großen deutschen Unternehmen fielen mehrheitlich gut aus. Fresenius Medical Care (FMC) und Konzernmutter Fresenius überzeugten abermals durch solide Ergebnisse. Die DZ-Bank stufte die Zahlen von Fresenius als "exzellent" ein. Nach der guten Entwicklung in diesem Jahr brachte das den Aktien aber nichts mehr. FMC verloren 0,6 Prozent, Fresenius 1,2 Prozent. Angetan zeigte sich ein Händler auch von den Henkel-Zahlen: "Das Unternehmen hat sowohl beim Ergebnis wie auch beim Umsatz die Erwartung unseres Analysten übererfüllt." Die Aktie zog 1,7 Prozent an und markierte ein Allzeithoch. Gut lieft i es im zweiten Quartal zudem bei BMW. Allerdings hatten sich die Aktionäre noch etwas mehr erhofft. Der Margenausblick von 8 bis 10 Prozent für das Gesamtjahr wurde als "einfach zu konservativ" und somit als Enttäuschung eingestuft. Die Aktie verlor 2,9 Prozent. Infineon fiel nach den starken Gewinnen am Vortag um 3,5 Prozent. Stärkster TecDAX-Wert war Drillisch mit plus 8,3 Prozent. Der Mobilfunkanbieter steigerte seine Erlöse dank gut laufender Servicegeschäfte im ersten Halbjahr und erreichte beim operativen Gewinn sogar einen neuen Rekordwert.
XETRA-NACHBÖRSE/XDAX (22 UHR): 6.745 (XETRA-Schluss: 6.754) Punkte
Die Zinsentscheidung der Fed und die ausgebliebene Ankündigung weiterer geldpolitischer Maßnahmen hat die nachbörslichen Kurse laut einem Händler von Lang & Schwarz nur wenig bewegt. "Letztlich ist es wie erwartet gekommen", kommentierte der Händler das Stillhalten der Fed. Die Aufmerksamkeit richte sich nun auf die morgige EZB-Sitzung. Auch die recht guten US-Absatzzahlen der deutschen Autohersteller für den Monat Juli hätten sich nachbörslich nicht niedergeschlagen. BMW, VW und Daimler wurden nur wenig verändert zum XETRA-Schluss getaxt.
USA / WALL STREET
Nach der seit Tagen mit Spannung erwarteten Sitzung der US-Notenbank haben die Aktienkurse leicht nachgegeben. Die Fed räumte ein, dass sich die US-Wirtschaft abgeschwächt habe und zeigt sich auch zu weiteren geldpolitischen Maßnahmen bereit, wenn eine Konjunkturerholung dies erfordere. Konkrete Maßnahmen zur Stimulierung kündigte sie jedoch nicht an. Einige Anleger hatten darauf gehofft, dass die Fed die weiter schwächelnde US-Wirtschaft zusätzlich stimulieren wird. Aber viele Analysten hatten schon zuvor gemutmaßt, dass diese ihr geldpolitisches Pulver vorerst noch trocken hält. Joe LaVorgna, Chef-Volkswirt bei der Deutschen Bank, lobte das Stillhalten der Fed. "Die Stützräder müssen jetzt weg vom Fahrrad, die Wirtschaft muss allein zurecht kommen", sagte er. Größte Verlierer im Dow waren Einzelhandels- und Technologietitel. Die rote Laterne trugen Hewlett-Packard, die gut drei Prozent verloren. Aber auch Boeing, Caterpillar und Wal-Mart gaben deutlicher nach. Bankenpapiere standen ebenfalls unter Druck: Bank of America etwa verloren 1,6 Prozent.
+++++ DEVISENMARKT +++++
DEVISEN zuletzt +/- % 0.00 Uhr Mi, 18.00 Uhr EUR/USD 1,2251 +0,2% 1,2229 1,2299 EUR/JPY 96,1528 +0,3% 95,9114 96,1810 EUR/CHF 1,2016 +0,0% 1,2013 1,2013 USD/JPY 78,4850 +0,1% 78,4275 78,2055 GBP/USD 1,5541 +0,0% 1,5539 1,5594(MORE TO FOLLOW) Dow Jones Newswires
August 02, 2012 01:41 ET (05:41 GMT)
Copyright (c) 2012 Dow Jones & Company, Inc.- - 01 41 AM EDT 08-02-12
-2 of 2- 02 Aug 2012 05:41:00 UTC DJ MORNING BRIEFING - Deutschland/Europa -2-
Der Dollar ist der klare Gewinner der Fed-Entscheidung. Denn die US-Notenbank verzichtet bis auf Weiteres auf weitere Konjunkturstimuli. Weitere quantitative Lockerungen hätten zu einer Ausweitung der Geldmenge führen können, was zu einer höheren Inflation hätte führen können. Sollte die EZB am keine weiteren Schritte zur Stütung des Euro verkünden, sehen Händler den Dollar weiter im Aufwind. Die Euro-Marke von 1,20 Dollar gerate dann in Reichweite, heißt es im Devisenhandel.
+++++ Rohstoffe +++++
Sorte/Handelsplatz aktuell Vortag (Settlmt) Bewegung % Bewegung abs. WTI/Nymex 88,89 88,91 -0,02 -0,02 Brent/ICE 106,01 105,96 0,05 0,05Der Ölpreis legte, gestützt von überraschend stark gesunkenen Rohöllagerbeständen zu. Der September-Kontrakt auf ein Barrel Leichtöl der Sorte WTI stieg um 0,85 Dollar auf 88,91. Zuvor höhere Aufschläge waren nach der Fed-Entscheidung dahingeschmolzen.
METALLE
Metall aktuell Vortag Bewegung % Bewegung abs. Gold (Spot) 1.601,48 1.599,40 +0,1% +2,08 Silber (Spot) 27,46 27,51 -0,2% -0,05 Platin (Spot) 1.399,00 1.401,00 -0,1% -2,00 Kupfer-Future 3,37 3,38 -0,0% -0,00+++++ MELDUNGEN SEIT VORTAG 17.30 UHR +++++
EUROKRISE
EZB-Präsident Draghi will die Schuldenkrise mithilfe einer Doppelstrategie eindämmen. Der Plan, den Draghi am Donnerstag vorstellen will, sieht nach Informationen der SZ eine konzertierte Aktion der EZB und des ESM vor. Beide Institutionen sollen dem Vernehmen nach den Kauf von Staatsanleihen etwa aus Spanien oder Italien koordinieren.
Eurokrise II
Die in der griechischen Regierung vertretenen Koalitionspartner haben die von Ministerpräsident Antonis Samaras gemachten Sparvorschläge akzeptiert. Finanzminister Yannis Stournaras sagte: "Nach Aussage des Ministerpräsidenten müssen wir eine Kürzung der Staatsausgaben um 11,5 Milliarden Euro als Voraussetzung für einen Verblieb in der Eurozone akzeptieren. Wir haben diese Empfehlung akzeptiert."
BONITÄT DEUTSCHLAND
Standard & Poor's hat die deutsche Spitzennote "AAA" bestätigt.
US-AUTOMOBILABSATZ
Juli 2012 2011 Veränderung gg Vorjahr VOLKSWAGEN 37.014 29.066 27,3 % BMW 27.152 26.120 4,0 % MERCEDES-BENZ 22.294 21.065 +5,8 % PORSCHE 2.803 2.768 k.A. FORD 166.991 173.051 -3,5 % GENERAL MOTORS 201.237 214.915 -6,4 % CHRYSLER 126.089 112.026 13,0 % TOYOTA 164.898 130.802 26,0 % HONDA 116.944 80.502 45% NISSAN 98.341 84.601 16,0 % HYUNDAI 62.021 59.561 4,1 %US-AKTIENHANDEL
Eine Computerpanne hat am Mittwoch Chaos an den US-Börsen ausgelöst und den Handel mit fast 150 zumeist kleineren Werten durcheinandergebracht.
STROMBRANCHE
Die Stromverbraucher müssen sich nach Informationen des Handelsblatts auf eine deutliche Erhöhung der Umlage zur Förderung erneuerbarer Energien einstellen. Bei den Betreibern der Stromübertragungsnetze heißt es, ein drastischer Anstieg um fast 50 Prozent im nächsten Jahr sei unumgänglich.
DEUTSCHE POST
hat dank guter Geschäfte in den Wachstumsmärkten der schwächelnden Konjunktur getrotzt und ihren Ausblick für das Gesamtjahr leicht angehoben.
VOLKSWAGEN
hat die Milliarden-Übernahme von Porsche abgeschlossen. Die Porsche-Holding hat den Anteil von 50,1 Prozent in die Volkswagen AG eingebracht.
FUCHS PETROLUB
trotzt der Konjunkturkrise bislang und wächst weiter. Nach einem starken Jahresauftakt liefen die Geschäfte bei dem Schmierstoffhersteller auch im zweiten Quartal noch rund.
MORPHOSYS
hat im ersten Halbjahr rote Zahlen geschrieben, der Verlust fiel jedoch etwas geringer aus als von Analysten erwartet.
DUPONT
kommt die Verletzung eines Agrarpatents teuer zu stehen. Die Jury eines US-Bundesgerichts wies das Unternehmen zu einer Zahlung von 1 Milliarde US-Dollar an den Agrarkonzern Monsanto an.
SHARP
Der angeschlagene Elektronikkonzern will sich anscheinend mit massiven Stellenstreichungen gegen seine Verluste stemmen. Rund 5.000 Arbeitsplätze wolle Sharp in Japan und Übersee abbauen, sagte eine mit der Sache vertraute Person.
=== DJG/cln/reh/flf (END) Dow Jones NewswiresAugust 02, 2012 01:41 ET (05:41 GMT)
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