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28.06.2013 08:09
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Fed-Offizielle versuchen sich in Schadensbegrenzung

Märkte reagieren überzogen
Ranghohe Vertreter der US-Notenbank haben am Donnerstag versucht, vermeintliche Missverständnisse über das Ende der quantitativen Lockerung auszuräumen.
Fed-Chef Ben Bernanke hatte vor gut einer Woche einen Zeitplan für den Ausstieg der Federal Reserve aus den milliardenschweren Anleihekäufen skizziert und damit massive Marktreaktionen ausgelöst. Seine Kollegen im Offenmarktausschuss FOMC steuern nun gegen, indem sie die Reaktionen an den Finanzmärkten als überzogen bewerten und Bernankes Äußerungen ins rechte Licht zu rücken versuchen.
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    Fed-Vizechef William Dudley brachte in New York gar die Möglichkeit eines verzögerten Ausstiegs ins Spiel. Sollten der Arbeitsmarkt und das Wirtschaftswachstum die Erwartungen der Notenbank enttäuschen, sei eine Fortführung der Anleihekäufe über einen längeren Zeitraum und sogar mit höherem Tempo denkbar. Bernanke hatte vergangene Woche eine erste Verringerung der Käufe in diesem Jahr und einen Kaufstopp Mitte nächsten Jahres in Aussicht gestellt.

    Dudley unterstrich die Tatsache, dass sich die Wachstumsprognosen der Federal Reserve in den vergangenen Jahren regelmäßig als zu optimistisch erwiesen haben. Auch Bernanke hatte nach der jüngsten FOMC-Sitzung betont, dass der Ausstieg der Fed nicht fest terminiert sei, sondern unter Vorbehalt einer konjunkturellen Erholung stehe. Die globalen Börsen, Anleihemärkte und viele Währungen reagierten aus Angst vor einer verminderten Geldschwemme dennoch mit starken Kursverlusten.

    Der Fed-Vizechef bemühte sich zudem, Markterwartungen zu zerstreuen, wonach eine erste Anhebung des Leitzinses früher als bisher erwartet erfolgen könnte. Bis zu Zinsanhebungen sei es noch ein weiter Weg, sagte Dudley. Im FOMC gehen die meisten Fed-Vertreter von einer ersten Erhöhung der Fed Funds Rate im Jahr 2015 aus. An den Finanzmärkten deuten jedoch einige Indikatoren darauf hin, dass Anleger höhere Leitzinsen bereits 2014 für möglich halten.

    Dudley bekräftigte, aus einer Rückführung der Anleihekäufe folge keine straffere Geldpolitik. Vielmehr führe die Fed ihren lockeren Kurs nur mit geringerem Tempo fort. Außerdem richte sich die Verringerung der Anleihekäufe nicht nach Kalenderdaten, sondern nach der konjunkturellen Entwicklung.

    In das gleiche Horn stießen die Fed-Offiziellen Dennis Lockhart und Jerome Powell. Lockhart, Präsident der regionalen Zentralbank von Atlanta, sagte, die Fed werde die Märkte nicht auf "kalten Entzug" setzen. Die Anleihekäufe würden flexibel nach Maßgabe der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung verringert. Das Tempo des Ausstiegs sei nicht "vorgezeichnet", sondern werde "von Sitzung zu Sitzung" des FOMC diskutiert.

    Fed-Gouverneur Powell bewertete die Marktreaktion auf die Äußerungen Bernankes als übertrieben. "Die Marktkorrekturen waren stärker, als sie durch jede vernünftige Neubewertung des geldpolitischen Pfades zu rechtfertigen gewesen wären." Selbst bei einer Rückführung der Wertpapierkäufe verblieben die erworbenen Schuldtitel noch eine ganze Weile in der Bilanz der Fed. Dies werde einen dämpfenden Effekt auf das Zinsniveau haben, sagte Powell./bgf/he

FRANKFURT (dpa-AFX)

Bildquellen: Albert H. Teich / Shutterstock.com, Mesut Dogan / Shutterstock.com
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