von Jörg Bernhard
Man darf gespannt sein, ob diese bei den Börsianern Jubelstürme auslösen werden. Der im August erfolgte Börsengang schaffte dies nicht, schließlich wurden die Aktien zu 14 Dollar beim zahlenden Publikum platziert und notieren mit 12,45 Dollar mittlerweile elf Prozent darunter. Ursprünglich wollte Großaktionär Malcolm Glazer sogar eine Spanne von 16 bis 20 Dollar durchsetzen, scheiterte damit aber.
George Soros, der 82-jährige US-Milliardär, scheint hingegen ein Manu-Fan zu sein. Seine im Rahmen des Börsengangs eingegangene Beteiligung an dem Club beläuft sich auf cirka zwei Prozent und hat einen Marktwert von fast 39 Millionen Dollar. Damit hat er sich aber auf keinen Fall ein Klumpenrisiko ans Bein gebunden. Bei der in den 90er-Jahren getätigten Wette gegen das britische Pfund war das genaue Gegenteil der Fall. So richtig und aus ganzem Herzen scheint er vom Aufwärtspotenzial der ManU-Aktie nicht überzeugt zu sein.
Sportlich riskante Spekulation
Aus sportlicher wie betriebswirtschaftlicher Sicht dürften die kommenden 12 Monate ausgesprochen schwierig werden. Vereine wie Chelsea oder Stadtrivale Manchester City dürfen derzeit das Geld ihrer Eigentümer mit vollen Händen ausgeben und Fußballstars en masse kaufen. Bei ManU werden die Aktionäre in Zukunft möglicherweise verstärkt darauf achten, dass sich die Kicker letztendlich auch rentieren.
In der Analystenzunft hält sich die Begeisterung in Grenzen. Zum Kauf raten lediglich die Aktienexperten von Jefferies und der Deutschen Bank. Sollte der Verein nicht an die guten alten (deutlich erfolgreicheren) Zeiten anknüpfen, droht dem Aktienkurs eine weitere Talfahrt. By the way: In der vergangenen Woche wurde Manchester United beim UEFA-Koeffizienten vom FC Bayern München überholt und auf den dritten Rang verwiesen. Einen guten Lauf scheint ManU aktuell wahrlich nicht zu haben.