von Joachim Spiering, Euro am Sonntag
Vor allem die Aktien von MAN (Übernahmegerüchte), Infineon (Ankündigung einer Dividendenzahlung) und VW legten kräftig zu. Gut möglich, dass das Muster der vergangenen Woche eine Blaupause für den weiteren Verlauf bei DAX und Co in den kommenden Wochen und Monaten ist: Die Kursrückschläge werden moderat ausfallen und sollten als Kaufgelegenheit genutzt werden.
Denn eines haben die vergangenen Monate gezeigt: Die Staaten werden alles tun, um die Märkte zu stützen. Ob das gesund ist oder nicht, ob es klug und richtig ist oder nicht, steht dabei auf einem anderen Blatt. Insofern steht weiteren Kursgewinnen nichts im Weg, zumal noch zwei
andere Punkte dafür sprechen. Zum einen ist nach wie vor überall eine enorme Skepsis zu spüren. Kaum einer traut der seit September laufenden Rally so recht – und das ist meist ein gutes Zeichen. Denn die Skeptiker sind in der Regel nicht investiert. Doch je höher die Kurse steigen, desto höher wird der Investitionsdruck – nach dem Motto: Die Hausse nährt die Hausse. Zum anderen sind, siehe oben, die Versicherer weitestgehend noch gar nicht drin im Aktienmarkt. Von dieser Seite wird zusätzlicher Kaufdruck erwartet.

Hier gehts zum aktuellen Heft
Auch aus technischer Sicht spricht vieles für weitere Kursgewinne an den Aktienmärkten. Zumindest nach Meinung von Achim Matzke, technischer Analyst bei der Commerzbank. Matzke wurde 2010 zum besten Analysten des Jahres für deutsche Aktien gewählt. Dies hatte eine Abstimmung unter 1800 institutionellen Anlegern, 225 Wertpapierhandelshäusern und 640 börsennotierten Unternehmen ergeben. Der Experte sieht sowohl für den S & P 500, der als Taktgeber für andere westliche Indizes sehr wichtig ist, wie auch für den DAX gute Chancen, den Hausse-Zyklus auszuweiten. Zwar sei kurzfristig aufgrund der überkauften Lage eher mit Rückschlägen zu rechnen, für 2011 geht Matzke aber davon aus, dass der DAX unter Schwankungen weiter steigt und nach und nach die Widerstandszonen von 6800 bis 6850 Punkten, 7000 bis 7200 Punkten und 7500 Punkten hinter sich lässt. Selbst einen Anstieg auf über 8000 Punkte hält Matzke für gut möglich. Kritisch würde es erst werden, wenn der DAX unter den seit einem Jahr bestehenden Aufwärtskanal fallen würde. Aktuell liegt diese Unterstützung bei 5850 Punkten.
Abseits der derzeit boomenden Branchen wie Autozulieferer und andere Industriewerte sollten sich Anleger die Biotechbranche näher anschauen. Etliche Aktien sind zuletzt kräftig gestiegen. Offenbar legt sich langsam die Skepsis der Investoren. Gute Nachrichten sollen, wie zu hören ist, bei Paion anstehen. Gut scheint es auch bei 4SC, Wilex und Evotec zu laufen.