
Bereinigter Optimismus
Damit sind die längerfristig orientierten Hardcore-Optimisten praktisch wieder unter sich, machen aber dennoch eine Mehrheit von 58 Prozent aller Befragten Investoren aus. Und die Entwicklung der vergangenen Wochen hat gezeigt, dass sich diese Gruppe nicht von fundamentalen oder kurstechnischen Entwicklungen beeinflussen lässt. Nein, es gibt keinen tief verwurzelten Glauben, die Probleme der Eurozone seien nunmehr gelöst, die globale Ökonomie auf einem guten Weg oder die Bewertungen seien attraktiver geworden. Das einzige, was zählt, ist offenbar ein immer noch nicht versiegen wollender Kapitalstrom in deutsche Aktien. Dabei sollten wir nicht vergessen, dass es sich bei den DAX-Bullen um die gleichen Fondsmanager handelt, die noch im dritten Quartal dieses Jahres ausgeprägt pessimistisch gewesen waren, aber seit Anfang Oktober ihre Meinung scheinbar unmotiviert um 180 Grad gedreht hatten. Dies ist auch der Grund, warum diese Akteure nicht in der Lage sind, Gewinne im herkömmlichen Sinne zu realisieren - sie sind im DAX nicht übergewichtet, sondern allenfalls angemessen ("at benchmark") investiert. Deswegen werden die Optimisten mit dem DAX solange mitschwingen, bis sich der Kapitalstrom markant verringert hat.
Damit stellt der derzeitige Optimismus für den DAX weiterhin keine Bedrohung dar. Vielmehr zeigen die oben genannten erwarteten Gewinnmitnahmen einer kleinen Minderheit (also diejenigen, die von den Kapitalströmen nichts zu sehen bekommen haben), dass sogar von einer stimmungsbereinigten Situation für den Aktienmarkt ausgegangen werden kann. Dies wird sich erst ändern, wenn sich bei den mittelfristig orientierten Investoren aufgrund entsprechend guter Fundamentaldaten oder beim Überschreiten des bisherigen Jahreshochs ein zusätzlicher Kaufgrund zum bereits bestehenden Kapitalstrom in den DAX ergibt, der dann, aber erst dann, zu einer Übergewichtung in deutschen Standardwerten führen kann.
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© 28. November 2012/Joachim Goldberg, cognitrend
(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)
(DEUTSCHE-BOERSE AG)
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