29.11.2012 14:48

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MARKTTECHNIK

DAX: Chancen auf Jahresendspurt weiter gut


Technische Analysten rechnen auf kurze Sicht zwar mit einer Korrektur, die Chancen auf eine Jahresendrallye stehen für einige aber weiterhin gut.

"Seit Montag vergangener Woche sollte es aufwärts gehen - es ging aufwärts, und wie!", fassen Charttechniker der BNP Paribas die jüngste Kursentwicklung am deutschen Aktienmarkt zusammen und sprechen gar von einem Kursfeuerwerk. Der DAX sei knapp oberhalb der markanten Kreuzunterstützung bei 6.825/6.900 nach oben abgedreht und habe bis in den Bereich von rund 7.360 Punkten wichtige Unterstützungen zurückerobert. Nun ist aus Sicht einiger Charttechniker zwar mit einem Rücksetzer zu rechnen, bis zum Jahresende seien aber weitere Kursgewinne möglich, heißt es.

  

Nur kurze Korrektur zu erwarten

 

Nach Einschätzung von Christoph Geyer, technischer Analyst der Commerzbank, ist in den kommenden Tagen zwar eine Korrektur am deutschen Aktienmarkt zu erwarten. Einer Fortsetzung der "Jahresendrallye" stehe aber nichts im Wege. "Der DAX hat in den vergangenen Tagen deutlich zulegen können und von seinem letzten Tiefpunkt bis zur Spitze fast 400 Punkte gewonnen", erklärt der Techniker. Die vergangenen beiden Handelstage seien jedoch mit so genannten "Dojis" - Eröffnungs- und Schlussnotierung fast auf einen Niveau - beendet worden, was ein Ausdruck für Unsicherheit sei. Und auch das Kaufsignal beim Stochastik-Indikator liege schon einige Tage zurück und habe den letzten Tiefpunkt markiert.

 

"Die jüngste Bewegung verlief recht schnell, so dass eine Korrektur anstehen dürfte. Diese sollte aber nicht allzu ausgeprägt ausfallen. Die Jahresendrallye könnte daher unverändert weiter laufen", erwartet Geyer. Erst ein erneutes Unterschreiten der Unterstützungslinie bei 7.200 Punkten würde aus Sicht des Analysten eine Eintrübung der technischen Lage nach sich ziehen.

 

DAX im Jahresendspurt

 

Auch Jana Meier von der HSBC zeigt sich für die letzten Wochen des Jahres optimistisch: Nach dem soliden Kursplus des DAX am gestrigen Dienstag bleibe der deutsche Leitindex auf Kurs, das angepeilte Kursziel bei rund 7.400 Punkten Stück für Stück weiter abzuarbeiten und dem Phänomen "Jahresendrallye" alle Ehre zu machen. "Die nächste Hürde, die der angeführten Rallye nun noch im Weg stehen könnte, ist zunächst der alte Aufwärtstrend seit Juni, der aktuell bei 7.409 Punkten verläuft. Im Anschluss geht es immerhin schon wieder darum, die bisherigen Jahreshochs bei 7.435/48/79 Punkten in die Tasche zu stecken. Die technischen Indikatoren tragen dieses Positivszenario durchaus noch ein Stück mit", erläutert die Technikerin.

 

Nicht zu verkennen sei allerdings, dass der Stochastik-Oszillator mittlerweile in überkauftes Terrain vorgestoßen sei. "Den Stopp für bestehende Longpositionen sollten tradingorientierte Anleger deshalb auf das Niveau der 38-Tages-Linie bei aktuell 7.249 Punkten nachziehen", lautet die Empfehlung der HSBC.

 

Chartbild dokumentiert Abwärtstrend

 

Etwas pessimistischer zeigt sich indes Martin Siegert, technischer Analyst der LBBW: Aus Sicht des Technikers wird das Chartbild des DAX seit dem Verlassen des Aufwärtstrendkanals in der zweiten Oktoberwoche von tieferliegenden Hoch- und Tiefpunkten dominiert. "Das dokumentiert einen Abwärtstrend, da jedes Hoch von tieferliegenden Punkten abgelöst wird", argumentiert der Charttechniker.

 

Mit Erreichen der 7.362er Marke am Dienstag habe der DAX zudem eine erneute "Wendemarke" gebildet, die durch die Ausbildung einer Tagesumkehr noch bestätigt worden sei.

 

Unterstützung bilde in den kommenden Tagen zunächst die Marke von 7.292 Punkten, gefolgt von der Zone bei 7.219/7.205 Punkten. "Ein Bruch dieser Unterstützungszone bzw. das Unterschreiten der 'offenen Kurslücke' um 7.184 lassen erneut Verkaufsdruck auf den Markt erwarten. Sollte innerhalb dieser Abwärtsbewegung die Preiszone um 7.064 fallen, muss mit einem direkten Test der 200-Tageline bei aktuell rund 6.841 Punkten gerechnet werden", fasst Siegert zusammen.

 

Investoren treten an die Seitenlinie

 

Die Anleger nehmen indes eine etwas abwartendere Haltung ein, wie die Befragung der Börse Frankfurt von 300 aktiven Investoren zeigt. Zwar liegt der Bull/Bear-Index mit 71,1 Punkten noch immer auf einem eindeutigen Niveau weit oberhalb der 50-Punkte-Marke, die Optimisten und Pessimisten voneinander trennt. Nach den 75,6 Punkten in der Vorwoche ist das Stimmungsbarometer aber zum ersten Mal seit mehreren Wochen wieder gesunken.

 

Das Bullenlager hat im Vergleich zur Vorwoche 6 Prozent verloren, wovon 5 Prozent an die Seitenlinie getreten sind. Somit rechnen 58 Prozent mit steigenden Notierungen im DAX, 19 Prozent mit fallenden. Nicht investiert sind nun 23 Prozent der befragten Anleger.

 

Der Bull/Bear-Index misst den absoluten Optimismus im Markt. Dafür werden die Optimisten ins Verhältnis zu den Pessimisten gesetzt und mit den neutral Gestimmten gewichtet. Werte unter 50 Punkte zeigen eine pessimistische Gesamtstimmung der Anleger. Was es bedeutet, können Sie ab 17 Uhr bei boerse-frankfurt.de/sentiment lesen.

 

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© 28. November 2012 / Karoline Kopp

 

(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)

 

(DEUTSCHE-BOERSE AG)

Bildquellen: Wolfgang Kriegbaum

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