12.09.2012 16:31
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DAX: Korrekturbewegung immer wahrscheinlicher

Markttechnik
Die Feierstimmung an den Börsen hält an. Der DAX eilt von einem neuen Jahreshoch zum nächsten. Dennoch sehen Charttechniker eine Korrektur voraus.
Am gestrigen Dienstag ging der Dax bei 7.310 Zählern mit einem neuen Jahreshöchststand aus dem Handel. Einen weiteren Schub für das deutsche Aktienbarometer gab es mit der positiven Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zur Rechtmäßigkeit des Euro-Rettungsschirm. Der ESM soll nun nach Plänen von Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker am 8. Oktober seine Arbeit aufnehmen.

"Auch wenn das Urteil allgemein erwartet wurde, reagierte der DAX mit einem Sprint Richtung der Widerstandszonen um 7.400 bis 7.500 Punkte", beobachtet Gregor Bauer. Ab nun gilt es für Christoph Geyer von der Commerzbank ganz besonders wachsam zu sei. Die freundliche Entwicklung an den Börsen dürfe nicht darüber hinwegtäuschen, dass nun die Fakten auf dem Tisch liegen und die Marktteilnehmer sich wieder anderen Themen zuwenden werden. "Technisch wird die Luft nun zunehmend dünner und eine Korrekturbewegung immer wahrscheinlicher."

DAX will hoch hinaus

Bauer

"Erst einmal hat die Entscheidung in Karlsruhe den DAX aus einer kritischen Phase befreit", meint Bauer. Denn in der vergangenen Woche sei der deutsche Aktienindex zwar kurz über eine wichtige Widerstandszone zwischen etwa 7.150 und 7.194 Punkten nach oben ausgebrochen. "Im Anschluss fiel er am 10. September kurzzeitig erneut in diese Region zurück, um am gestrigen Dienstag - den Richterspruch aus Karlsruhe vorwegnehmend - schon mal gen Norden zu drehen und über der 7.300er Punkte-Marke zu schließen." Nach dem heutigen Kraftakt treffe der DAX nun zwischen 7.400 und 7.500 Punkten auf den im April 2011 gebildeten massiven Verkaufsbereich. "Hier beschließt sich das künftige Schicksal des hiesigen Bluechip-Index", ist der unabhängige technische Analyst überzeug. Gehe es weiter nach oben, sei ein Kurs um 8.000 Punkte in Sicht.

Enttäuschungspotenzial ist da

"Auf der anderen Seite könnte in den kommenden Tagen und Wochen Ernüchterung folgen", gibt Bauer zu bedenken. "Enttäuschungspotenzial besteht, wenn beispielsweise die konjunkturelle Entwicklung der derzeitigen Euphorie nicht folgen kann." In dem Fall biete der DAX-Bereich um etwa 6.850 bis 7.050 Zähler die nächste Unterstützung, gefolgt von der 200-Tage-Linie bei derzeit etwa 6.550 Punkten. "Hält auch diese nicht, muss mit einem Kursverfall selbst bis in den Bereich um 6.000 Zähler gerechnet werden." Abzusehen sei dieses Szenario gegenwärtig nicht.

Noch Luft nach oben

Wurm

Für Sophia Wurm von der Commerzbank bleibt das technische DAX-Kursziel für dieses Jahr unverändert der Test der Widerstandszone bei 7.500 bis 7.600 Indexpunkten. "Das sind gleichzeitig die Höchstkurse vom Vorjahr." Seit Anfang Juni gehe es für das deutsche Aktienbarometer der technischen Analystin zufolge innerhalb eines intakten mittelfristigen Aufwärtstrends bergauf. "Die zugehörige Aufwärtstrendlinie läuft bei etwa 6.700 Punkten", präzisiert Wurm. Dabei habe der DAX im August eine nach oben trendbestätigende Konsolidierung im direkten Umfeld des bisherigen Jahreshochs bei 7.194 Zählern erfahren. "Abgeschlossen wurde diese rund um die jüngste EZB-Sitzung mit einem weiteren Kaufsignal." Auf kurze Sicht sollten Anleger nach Ansicht von Wurm durchaus Konsolidierungstage mit einkalkulieren.

Anleger wieder optimistischer

Die Stimmung der 300 von der Börse Frankfurt wöchentlich befragten aktiven Investoren hat sich derweil verbessert. Mit 47,2 gegenüber 41,1 Punkten aus der Vorwoche nähert sich der Bull/Bear-Index für die deutschen Bluechips wieder der Marke von 50, die Optimisten und Pessimisten voneinander trennt. 5 Prozent haben ihre Short-Engagements verkauft und 1 Prozent der Befragten verlassen das neutrale Lager. Insgesamt erwarten 6 Prozent der Anleger nun steigende Kurse. Damit sinkt die Anzahl der Anleger, die auf fallende Kurse setzen, auf 41 Prozent, 36 Prozent haben sich für einen Anstieg des DAX positioniert.

Der Bull/Bear-Index misst das Maß an Optimismus im Markt. Dafür werden die Optimisten ins Verhältnis zu den Pessimisten gesetzt und mit den neutral Gestimmten gewichtet. Werte unter 50 Punkte zeigen eine pessimistische Gesamtstimmung der Anleger. Was es bedeutet, können Sie ab 17 Uhr bei boerse-frankfurt.de/sentiment [1] lesen.

© 12. September 2012 / Iris Merker

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[1] http://www.boerse-frankfurt.de/sentiment (Börse Frankfurt)

Bildquellen: Wolfgang Kriegbaum
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