27.06.2013 11:13
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DAX: Mittel- bis langfristiges Bild noch intakt

Markttechnik: DAX: Mittel- bis langfristiges Bild noch intakt | Nachricht | finanzen.net
Markttechnik
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Kurzfristig könnte es zwar noch zu Rücksetzern kommen, an der Stabilität des mittel- bis langfristigen Aufwärtstrend zweifeln technische Analysten aber nicht.
Dem Einbruch der vergangenen Woche folgt die Erholung: Noch am Montag hatte der Leitindex die 200-Tage Durchschnittslinie getestet, die von der aktuellen Notierung rund 250 Zähler tiefer verläuft. "Als wäre es ein Beispiel aus dem Lehrbuch für charttechnische Analyse, federte der DAX von dieser psychologischen Preisunterstützungsmarke ab und befindet sich nun in der Rebound-Bewegung", kommentiert Martin Siegert von der Landesbank Baden-Württemberg, der nach dieser Erholungsphase einen erneuten Test der 200-Tagelinie und mit Bruch dieser Marke eine Fortsetzung der Abwärtsbewegung in Richtung der 7.420er Zone erwartet.

Auch Steffen Schneider von der WGZ Bank ist skeptisch, ob es dem DAX auf kurze Sicht gelingen wird, die Unterstützung im Bereich von 7.650 zu halten. "Der Index musste in der zweiten Hälfte der vergangenen Woche nochmals deutliche Verluste hinnehmen. Schwankungen von 10 Prozent bis sogar 15 Prozent in den Sommermonaten im Rahmen einer oszillierenden Seitwärtsbewegung sind und waren in der Vergangenheit zwar keine Seltenheit, die Dynamik, mit der unser heimisches Aktienbarometer zuletzt gedrückt wurde, ist allerdings außergewöhnlich", erklärt der Techniker. Zwar sei ein weiteres Abrutschen zunächst an der 200-Tagelinie und der längerfristigen Aufwärtstrendlinie gescheitert, bisher zeigten sich aber noch keine klaren Signale für ein Ende der Konsolidierung.

Erneute Rücksetzer wahrscheinlich

"Nach einem kurzen Anstieg, der den DAX zunächst bis in den Bereich der 8.000-Punkte-Marke treiben kann, muss daher mit nochmaligen Verlusten gerechnet werden, die sich bis Ende August erstrecken können", erwartet Schneider. Dann sei unter zyklischen Gesichtspunkten mit signifikanten Wendemarken zu rechnen, an denen der Grundstein für eine Rallye gelegt werden könnte. "Diese könnte bis zum März 2014 andauern. Letztendlich wird es aber darauf ankommen, dass die Bären zuvor nicht zu viel Porzellan zerschlagen: Niveaus signifikant und dauerhaft unter 7.450 Zählern würden dieses zurzeit noch positive, mittel- bis langfristige Bild markant schädigen", warnt der Analyst. Zwar sei ein kurzes Unterbieten der Marke von 7.450 Zählern durchaus möglich, Kurse dauerhaft unter diesem Niveau könnten aber einen mehrmonatigen Bärenmarkt einläuten.

Kurzfristige Turbulenzen

Ganz ähnlich sieht das Wieland Staud, Geschäftsführer und technischer Analyst von Staud Research: "Die Kursgewinne seit Dienstag dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich damit die kurzfristige Verfassung des DAX nicht entscheidend verändert hat. Ein freundlicher Tag allein reicht nur selten für eine Trendwende aus", erläutert der Charttechniker und ergänzt, dass gerade die Dynamik, mit der der DAX "in den Keller rauschte", ein guter analytischer Hinweis darauf sei, dass sich nicht von heute auf morgen wieder "Normalität" einstellen werde. Staud geht davon aus, dass das Börsenbarometer zur Wochenmitte die Gewinne vom Dienstag ausbaut und im Idealfall in Regionen um 7.870 Punkte vordringt, hält es allerdings für fraglich, ob der Index auch in der Lage sein wird, diese Gewinne dauerhaft zu verteidigen. "Im bestmöglichen Fall hat der DAX am Dienstag mit einer Bodenbildung begonnen."

Dennoch: Der mittelfristige Aufwärtstrend ist aus Sicht von Staud intakt: "Das große Jahresziel von 9.000 Punkten wird nicht geändert", konstatiert der Techniker.

Zuversicht von Investoren steigt weiter

Bei den Anlegern nimmt der Optimismus indes weiter zu, wie die aktuelle Umfrage der Börse Frankfurt zeigt. Im Vergleich zum vergangenen Mittwoch ist der Bull/Bear-Index für Institutionelle nochmals sehr deutlich angestiegen, und zwar von 63,9 auf 70 Punkte, damit ganz klar im optimistischen Bereich. 8 Prozent der Befragten sind ins Bullenlager übergelaufen, das mehr als die Hälfte der Befragten ausmacht, nur noch etwas mehr als ein Fünftel ist bearish gestimmt, der Rest neutral.

Auch Privatanleger sind viel zuversichtlicher geworden, der Bull/Bear-Index klettert hier von 60,5 auf 65,8 Punkte. Details erfahren Sie von Cognitrend ab 17 Uhr auf boerse-frankfurt.de/sentiment.

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© 26. Juni 2013 / Karoline Kopp

(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)

(DEUTSCHE-BOERSE AG)
Bildquellen: Andrey Burmakin / Shutterstock.com
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