Massive Verluste -- Dow Jones fällt unter 8.600 -- DAX unter 4.900 -- Bahn verschiebt IPO -- IBM verdient mehr -- AIG braucht Geld -- USA: Bankeneinstieg möglich -- Prudential Financial in Not
Heute anstehende Termine:
- Deutschland: Außenhandel August
- Deutschland: Großhandelspreise September
- USA: Erstanträge Arbeitslosenhilfe
-Chevron: Quartalszahlen
- SinnerSchrader: Quartalszahlen
Hohe Volatilität: Dax schließt unter 4.900
Nach der Talfahrt der vergangenen Tage konnten sich die deutschen Börsen am Donnerstag zunächst wieder etwas stabilisieren. Dabei handelte es sich allerdings primär um eine technische Gegenreaktion, denn die Volatilität blieb weiter hoch. Am Nachmittag machte sich die Verunsicherung der Anleger wieder an den Parketts breit. Die freundliche Stimmung drehte, nachdem auch die US-Börsen sich von ihren Aufschlägen verabschiedeten. Zudem wurde bekannt, dass der deutsche Export so stark gesunken ist, wie seit fünf Jahren nicht mehr. Die konzertierte Notenbankaktion vom Vortag ist indes weitgehend verpufft, nachdem die Zinssenkungen bereits am Mittwoch nur vorübergehend als Beruhigungspille gewirkt hatten.
Der DAX setzte sich zunächst deutlich oberhalb der 5.100-er Marke fest, konnte sich aber nicht in der Gewinnzone halten. Am Ende rutschte der Leitindex sogar unter die 4.900-Punkte-Marke und schloss mit einem Abschlag von 2,5 Prozent bei 4.887 Zählern.
Technologiewerte konnten einen Teil ihrer Zugewinne indes in den Feierabend retten. Der TecDAX verabschiedete sich mit einem Plus von 1,6 Prozent auf 543 Zähler aber dennoch deutlich unter seinem Tageshoch.
22:30 Uhr: Wall Street stürzt erneut ab
Analog zu den deutschen Börsen konnte auch die Wall Street ihre frühen Erholungstendenzen nicht in den Feierabend retten. Die Indizes an der Wall Street hatten im Handelsverlauf am Donnerstag erneut einen massiven Kursrutsch zu verzeichnen. Abermals stand dabei die Finanzmarktkrise im Blickpunkt der Anleger. Nach einer erneuten Milliardenspritze für American International Group gerät mit Prudential Financial offenbar ein weiterer Versicherer in Not. Der Konzern fürchtet massive Belastungen. Auch verhalten positive Meldungen vom US-Arbeitsmarkt konnten die Anlegerstimmung am Donnerstag nicht bessern.
Der Dow Jones-Index gab massiv nach und rutschte 7,33 Prozent auf 8.579,19 Punkte ab. An der Nasdaq Composite fiel der Kursrutsch ähnlich deutlich aus. Das Börsenbarometer verlor 5,47 Prozent und schloss auf 1.645,12 Punkten.
22:12 Uhr: Prudential Financial in Turbulenzen
Der zweitgrößte Lebensversicherer der USA, Prudential Financial, fürchtet angesichts der Finanzmarktkrise massive Belastungen. Wie der US-Konzern am Donnerstagabend auf Basis vorläufiger Zahlen bekannt gab, soll das bereinigte operative Ergebnis in der Finanzdienstleistungssparte im dritten Quartal zwischen 67 und 70 Cents liegen. Zudem erwartet das Unternehmen Abschreibungen in Höhe von 700 Millionen Dollar. Das Investmentgeschäft wird wohl rote Zahlen schreiben, hier wird ein Verlust von 325 bis 375 Millionen Dollar erwartet. Damit würden die Schätzungen der Analysten deutlich verfehlt.
17:57 Uhr: Arcandor will bei Personalkosten sparen
Der Handelskonzern Arcandor will seinen Mitarbeitern ans Gehalt. Wie der Konzern am Donnerstag mitteilte, habe man sich über ein "Zukunftspaket" über die kommenden drei Jahre verständigt, das für die Angestellten im Bereich Primondo, Karstadt und der Holding Einsparungen bei den Lohnkosten vorsieht. Sparen will das Unternehmen dabei "im nicht näher bezifferten Umfang". In Kürze wolle man daher Verhandlungen mit den Betriebsräten und der Gewerkschaft ver.di aufnehmen.
17:45: IPO: NanoRepro wagt es
Trotz des weiterhin schwachen Kapitalmarktumfeldes will das Biotechunternehmen NanoRepro den Sprung aufs Börsenparkett wagen. Ab morgen sollen die Aktien des Unternehmens an der Frankfurter Börse gehandelt werden. Der Emissionspreis soll 11,50 Euro betragen. Damit stemmt sich der Konzern gegen die Finanzmarktkrise, die in den vergangenen beiden Tagen bereits die Deutsche Bahn und das Solarunternehmen SCHOTT Solar zu einer Verschiebung ihrer IPO-Pläne bewegt hatte.
16:29 Uhr: US-Großhandelslagerbestände übersteigen Erwartungen
Die Lagerbestände bei den Großhandelsunternehmen haben sich im August 2008 langsamer erhöht, aber dennoch die Prognosen geschlagen. Dies gab das US-Handelsministerium am Donnerstag bekannt. So lagen die Bestände um 0,8 Prozent über dem Vormonatsniveau, womit die Prognose der Volkswirte von 0,4 Prozent deutlich übertroffen wurde.
16:15 Uhr: Absage von Bahn-IPO bestätigt
Das Finanzministerium hat die Verschiebung des Börsengangs der Bahn-Tochter DB Mobility Logistics am späten Nachmittag bestätigt. Die Verschiebung des IPO wurde mit "extremen Unsicherheiten an den Finanzmärkten" begründet. Bereits am Mittag hatte die "Financial Times Deutschland" berichtet, dass der Staatskonzern nicht wie geplant Ende Oktober, sondern nun frühestens im November den Sprung auf das Börsenparkett wagen will. Von Ministeriumsseite hieß es nun, man wolle den Börsengang "bei einem besserem Marktumfeld vornehmen".
15:30 Uhr: Wall Street startet freundlich
Auch an den US-Parketts kehrt zum Handelsstart am Donnerstag Beruhigung ein. Die Indizes starten nach den Abschlägen der vergangenen Tage mit Aufschlägen. Im Anlegerfokus steht der Computerkonzern IBM, der die Vorlage seiner Quartalsbilanz überraschend vorgezogen hatte und mit seinem Zahlenwerk nach dem schwachen Bereichtssaisonauftakt durch Alcoa überzeugen konnte. Zudem sorgen positive Meldungen von Konjunkturseite für Auftrieb. Die Situation am US-Arbeitsmarkt hat sich verbessert.
Der Dow Jones-Index gewinnt zum Handelsstart am Donnerstag 1,5 Prozent. An der Nasdaq Composite startet ebenfalls erholt.
14:54 Uhr: US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe rückläufig
Die Arbeitsmarktsituation in den USA hat sich in der Woche zum 04. Oktober 2008 verbessert. Dies gab das US-Arbeitsministerium am Donnerstag bekannt. So fiel die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe um 20.000 auf 478.000, während Volkswirte im Vorfeld eine Abnahme auf 475.000 prognostiziert hatten. Für die Vorwoche wurde der zunächst ermittelte Wert von 497.000 auf 498.000 korrigiert.
14:21 Uhr: Staatsgarantien für Dexia
Die Regierungen in Belgien, Frankreich und Luxemburg garantieren für ein Jahr für neue Kreditaufnahmen des angeschlagenen Staatsfinanzierers Dexia. Damit wurde der Konzern das zweite Mal in kurzer Zeit vor der Pleite gerettet. Bereits vor wenigen Tagen hatten die Regierungen das Institut mit einer milliardenschweren Kapitalspritze gestützt und hatten das Finanzhaus teilweise verstaatlicht. Die Staatsgarantien sollen Dexia ermöglichen, wieder über ausreichende Liquidität zu verfügen.
13:30 Uhr: Häuserpreise in Großbritannien sinken kräftig
Der britische Immobilienmarkt hat sich im September 2008 weiter abgekühlt. Dies gab die Hypothekenbank HBOS am Donnerstag bekannt. So reduzierte sich der Halifax-Hauspreisindex gegenüber dem Vormonat um 1,3 Prozent, während die Preise im August um 1,8 Prozent gefallen waren.
13:04 Uhr: Bahn verschiebt Börsengang
Die Deutsche Bahn hat den Börsengang ihrer Tochter DB Mobility Logistics offenbar verschoben. Wie die "Financial Times Deutschland" berichtet, soll der Staatskonzern nicht wie geplant Ende Oktober, sondern nun im November teilprivatisiert werden. Damit reagierte der Konzern auf das anhaltend schwache Marktumfeld, die die Suche nach Investoren derzeit massiv erschwere. Am Vortag hatte bereits ein anderer Börsenkandidat, der Solarkonzern SCHOTT Solar, seine IPO-Pläne auf unbestimmte Zeit verschoben.
12:52 Uhr: Asiens Börsen schließen uneinheitlich
Obwohl es zu Beginn des Handelstages nach einem Erholungskurs an den Parketts in Asien ausgesehen hatte, kehrte die Unsicherheit im Verlauf des Tages an die Märkte zurück. Nicht alle Börsen konnten ihre Gewinne verteidigen.
An der Börse in Japan notierte der Nikkei225 über weite Strecken des Handelstages freundlich. Am Ende rutschte der Leitindex doch ins Minus und schloss 0,50 Prozent schwächer bei 9.157,49 Indexpunkten. Auch das erneute Eingreifen der Bank of Japan, die wieder einmal Geld in die Märkte pumpte, verhalf dem Index nicht zum Verbleib in der Gewinnzone.
In Südkorea nutzten die Anleger indes die niedrigen Einstiegskurse, der KOSPI konnte am Donnerstag um 0,64 Prozent auf 1.294,89 Zähler vorrücken.
Deutlich freundlichere Handelsstimmung herrschte in Hongkong. Dort konnte sich der Hang Seng ein wenig von seinen massiven Verlusten der vergangenen Tage erholen und schloss 3,31 Prozent fester bei 15.943,24 Indexpunkten.
Die Anleger auf dem chinesischen Festland reagierten indes verhalten und schickten den Shanghai Composite erneut um 0,84 Prozent auf 2.074,58 Zähler abwärts.
12:43 Uhr: Verhandlungen um Wachovia-Zerschlagung stocken
Die Verhandlungen zwischen der Citigroup und dem US-Finanzkonzern Wells Fargo um eine Aufspaltung der angeschlagenen Wachovia-Bank sind offenbar ins Stocken geraten. Wie das "Wall Street Journal" berichtet, können sich die beiden Interessenten nicht über die Aufteilung der Assets einigen. Ein Blick in die Bücher das Finanzhauses habe offenbart, dass es offenbar schlimmer um das Institut steht, als befürchtet. Die beiden Bieter seien nun darüber besorgt, dass sie selbst bei einer teilweisen Übernahme des Konkurrenten mit größeren Verlusten konfrontiert wären als erwartet.
12:48 Uhr: Finanzkrise bremst GM in Europa
Der US-Autobauer General Motors tut sich angesichts der aktuellen Finanzkrise nicht nur auf dem Heimatmarkt schwer, sondern muss auch in Europa herbe Absatzeinbußen hinnehmen. Zwischen Januar und September hat der Konzern 1,9 Prozent weniger Fahrzeuge abgesetzt und damit 1,62 Millionen Wagen unter die europäischen Käufer gebracht. Während die Geschäfte in Osteuropa gut liefen, gab es in Westeuropa größere Probleme. Erst vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass die General Motors-Tochter Opel aufgrund sinkender Nachfrage mit einem Produktionsstopp in europäischen Werken reagiert hatte.
12:24 Uhr: TUI: Fusionsverhandlungen nicht gescheitert
Der Reise- und Schifffahrtskonzern TUI hat einen Medienbericht dementiert, nach dem die Fusionsverhandlungen zwischen der Tochter TUIfly und dem Lufthansa-Ableger Germanwings gescheitert sind. Die "Süddeutsche Zeitung" hatte zuvor berichtet, dass die Gespräche über einen Zusammenschluss abgebrochen wurden. Man verhandele weiter über eine Zusammenlegung der Flugtöchter, so ein TUI-Sprecher am Donnerstag. Zu möglichen Gesprächen mit dem Billigflugkonzern Air Berlin hieß es, dass unter dem Konsolidierungsdruck der Branche jeder mit jedem spreche.
11:45 Uhr: BaFin nimmt Premiere ins Visier
Der Bezahlfernsehsender Premiere ist ins Visier der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht geraten. Damit reagiert die BaFin auf die Bekanntgabe aus der vergangenen Woche, als der Konzern überhöhte Abonnentenzahlen eingeräumt hatte. Bei einer internen Überprüfung waren zahlreiche Karteileichen zum Vorschein gekommen. "Wir werden eine routinemäßige Analyse einleiten, um zu prüfen, ob Anhaltspunkte für Verstöße gegen kapitalmarktrechtliche Bestimmungen vorliegen", so eine BaFin- Sprecherin am Donnerstag. Dies sei jedoch noch keine formelle Untersuchung, betonte sie.
11:06 Uhr: Deutsche Bank sucht Heil in Privatkundengeschäft
Deutschlands größtes Finanzhaus, die Deutsche Bank, will ihr Privatkundengeschäft weiter stärken. Daher plant der Branchenprimus einen kräftigen Ausbau seines Filialnetzes. Auf dem europäischen Kontinent sollen bis 2012 rund 400 neue Filialen eröffnet werden, hieß es von Konzerseite am Donnerstag. Das deutsche Filialnetz soll um 150 Außenstellen aufgestockt werden. Die Maßnahmen sollen dem Institut dabei helfen, seine Wachstumsprognosen zu erreichen. Bis 2012 peilt die Bank im Geschäft mit Privat- und Geschäftskunden 18 Millionen Kunden an.



