Es ist das sechste Jahr in Folge mit steigenden Erlösen, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Nach einem vergleichsweise schwachem Jahresanfang geht Vorstandschef Jalal Bagherli von einem deutlich stärkerem zweiten Halbjahr 2013 aus.
Zwischen Januar und Dezember 2012 legte der Umsatz um fast die Hälfte auf knapp 774 Millionen US-Dollar (579 Mio. Euro) zu. Damit traf das Unternehmen zwar seine eigene Prognose, Analysten hatten im Schnitt aber mit einem noch etwas höherem Sprung gerechnet. Neben höheren Stückzahlen profitiert Dialog Semiconductor davon, dass die Chips mittlerweile mehr Funktionen in sich vereinen und dadurch auch ein höherer Verkaufspreis herausspringt. Der Durchschnittspreis kletterte im vergangenen Jahr um fast 30 US-Cent auf annähernd 2 Dollar.
Der Gewinn vor Zinsen und Steuern schnellte 2012 um annähernd 50 Prozent auf 91 Millionen Dollar nach oben. Unter dem Strich blieben mit 62,5 Millionen Dollar neun Prozent mehr als vor einem Jahr. Vorbörslich legte die im TecDax notierte Aktie um mehr als ein Prozent zu.
Für das laufende erste Quartal rechnet Vorstandschef Bagherli im Vergleich zum Schlussquartal 2012 mit einem "saisonal" bedingt niedrigeren Umsatz zwischen 177 und 187 Millionen Dollar. Dahinter stecke das überraschend starke vierte Quartal. In Relation zum Vorjahresquartal dürften die Erlöse aber zulegen, das gilt auch für das Gesamtjahr. Die Auftragseingänge stimmten zuversichtlich, beim Umsatz auf Jahressicht wachsen zu können. Wegen neuer Produkte sei mit einem deutlich stärkeren Geschäft in der zweiten Jahreshälfte zu rechnen. Die Bruttomarge werde zum Jahresstart "geringfügig" niedriger ausfallen als im Schlussquartal. Zwischen Oktober und Dezember lag sie bei 38,5 Prozent.
Dialog Semiconductor profitiert bereits seit einiger Zeit vom starken Wachstum im weltweiten Markt für Smartphones und Tablet-PCs. Das Unternehmen stellt Halbleiter für diese mobilen Endgeräte her. Zudem beliefert das Unternehmen die Licht- und Autobranche. Während sich das Geschäft mit Chips für Smartphones und Co. sehr robust zeigt, lief es in der Branche bei den Halbleitern für die Industrie schleppend. Das hatte der wesentlich größeren Infineon Technologies ein tristes Geschäft für die Zeit zwischen Oktober und Dezember eingebrockt. Vorstandschef Reinhard Ploss rechnet aber dank eines starken Absatzes bei Autochips bald wieder mit besseren Zeiten.
KIRCHHEIM/TECK (dpa-AFX)