13.11.2012 09:29
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Eurogruppe vs. IWF: Griechenlands Zahlmeister im offenen Streit

Mehr Zeit für Griechen?
Griechenlands Zahlmeister haben ihren Clinch über die Schuldenmisere am späten Montagabend erstmals öffentlich ausgetragen.
Im Anschluss an ein Treffen der Euro-Finanzminister in Brüssel erklärte die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, dass sie mit den Ideen der Europäer nicht übereinstimme. Diese wollen Griechenland bei der Schuldentilgung erhebliche Zugeständnisse machen. Der IWF aber sieht das nicht ein.

   Nach Ansicht des IWF sollte Griechenlands Schuldenberg bis zum Jahr 2020 auf 120 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung schrumpfen. Griechenland selbst geht davon aus, dass seine Schuldenquote im Jahr 2014 mit mehr als 190 Prozent einen vorläufigen Höhepunkt erreichen und danach sinken wird.

   Der luxemburgische Ministerpräsident und Chef der Eurogruppe, Jean-Claude Juncker, aber pocht auf längere Fristen. Die Eurozone habe sich doch "mehr oder weniger" darauf geeinigt, dass man Griechenland bis 2022 Zeit geben wolle, um das Schuldenziel zu erreichen.

   Zwar ist dieser Stichtag letztlich nur ein Bestandteil des griechischen Rettungsprogramms, aber die Auseinandersetzung darüber zeigt, wieviel Arbeit noch vor den internationalen Gläubigern liegt. Sie müssen sich auf die Freigabe der nächsten Kredittranche von 31,5 Milliarden Euro einigen, streiten aber seit Monaten hinter den Kulissen, wie sich Griechenlands Schulden auf vernünftige Weise eindämmen lassen. Montagnacht lief das Fass offensichtlich über.

   "Wir haben eindeutig unterschiedliche Ansichten", sagte Lagarde. "Worauf es letztlich ankommt, ist die Nachhaltigkeit der griechischen Schulden, damit das Land zurück auf seine Füße kommt und Zugang zu den privaten [Kapital-]Märkten erhält."

   Der Druck auf die Geldgeber, die nächste Kreditzahlung umgehend freizugeben, ist allerdings nicht mehr ganz so groß, seitdem die griechische Regierung meldete, ein Paket kurzfristiger Staatsanleihen verlängern zu können.

   Dazu ist sie in der Lage, obwohl sich die Europäische Zentralbank nach Aussage informierter Personen weigerte, eine Sondergenehmigung für die Akzeptanz von T-Bills als Sicherheit in Liquiditätsnotgeschäften mit der Zentralbank zu verlängern. Das beleihbare T-Bill-Volumen wurde von 7,0 auf 3,5 Milliarden Euro reduziert.

   Geichwohl sind die Banken des Landes offenbar in der Lage, am Freitag fällig werdende kurzfristige Papiere der Regierung für 5 Milliarden Euro zu verlängern. Das liegt dem Vernehmen nach daran, dass der Kursanstieg griechischer Staatsanleihen in den vergangenen Monaten die Liquiditätslage der Institute insgesamt verbessert hat.

   Die Finanzminister der Eurozone wollen nun am 20. November erneut tagen und zeigten sich am Montagabend zuversichtlich, dass sie sich dann auf die Zahlung der nächsten Hilfstranche einigen würden.

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