Merkels Euro-Rhetorik sorgt für deutliches Minus - DAX unter 6.000 -- Euro stark volatil -- BaFin greift durch: Leerverkaufsverbot -- Toyota, Target, Deere, Air Berlin, PNE Wind im Fokus
- D: Erwerbstätigkeit 1.Quartal
- EU: Produktion Baugewerbe März
- D: ifo Weltwirtschaftsklima 2. Quartal
- USA: MBA Hypothekenanträge Woche
- USA: Verbraucherpreise April
- USA: Realeinkommen April
: Quartalszahlen
- Aareal Bank: Hauptversammlung
- Applied Materials: Quartalszahlen
- Air France-KLM: Quartalszahlen
- Autodesk: Quartalszahlen
- Commerzbank: Hauptversammlung
- CompuGroup: Hauptversammlung
- Crédit Agricole: Hauptversammlung
- Deere: Quartalszahlen
- Grammer: Hauptversammlung
- Limited Brands: Quartalszahlen
- PNE Wind: Hauptversammlung
- R Stahl: Quartalszahlen
- Statoil: Hauptversammlung
- Target: Quartalszahlen
- Vossloh: Hauptversammlung
Merkel-Aussagen und Schuldenkrise: DAX schließt mit deutlichem MinusAn den deutschen Börsen setzte am Mittwoch abermals ein kräftiger Kursrutsch ein. Nach zunächst moderaten Startverlusten, die durch die beschlossenen Maßnahmen zur Finanzmarktregulierung ausgelöst wurden, wurden die Verluste im Handelsverlauf massiv ausgebaut. Die BaFin hat ab heute ein Verbot von ungedeckten Leerverkäufen auf Staatsanleihen der Eurozone erlassen. Anleger machten sich damit weiterhin Sorgen um den Zustand der Eurozone. Auch in den USA soll es neue Regeln für den Börsenhandel geben, um einen erneuten Kursabrutsch wie in der ersten Maiwoche zu verhindern. Der Euro hatte auf die Nachrichten deutlich negativ reagiert und war auf ein neues Vierjahrestief gefallen, bevor er eine Berg- und Talfahrt aufs Parkett legte. Zusätzlich belastend wirkten sich Aussagen von Kanzlerin Angela Merkel aus: In ihrer Regierungserklärung hatte die Politikerin die Euro-Krise als "existenziell" bezeichnet. Am Ende gingen die deutschen Börsen tiefrot aus dem Handel.
Auf Unternehmensseite rückte unter anderem der größte deutsche Billigflugkonzern Air Berlin in den Fokus, nachdem das Unternehmen für das erste Quartal zwar ein Umsatzplus aber auch eine Ausweitung seines Nettoverlustes bekannt gab. Gute Nachrichten von der Bilanzfront kamen unterdessen aus den USA: Der Computerhersteller Hewlett-Packard konnte mit seinen Erstquartalszahlen die Markterwartungen schlagen.
Der DAX stieg mit einem Abschlag von 1,46 Prozent bei 6.091,85 Punkten in den Handel ein. Im weiteren Verlauf konnten die Verluste ein wenig reduziert werden, wurden am Vormittag aber kräftig ausgebaut. Der Leitindex rutschte 2,72 Prozent auf 5.988,67 Indexpunkte ab. Es gab keine Gewinner unter den Standardwerten, lediglich die Finanztitel, die vom Leerverkaufsverbot der BaFin betroffen sind, konnten ihre Verluste in Grenzen halten.
Der TecDAX verlor daneben zum Start 0,7 Prozent auf 763 Indexpunkte. Auch Techwerte notierten im Verlauf weiter im Minus und verabschiedeten sich mit einem Abschlag von 3,0 Prozent bei 745 Punkten aus dem Handel.
17:00 Uhr: Euro nach volatilem Handel festerDie Europäische Gemeinschaftswährung Euro hat sich am Mittwoch stark volatil gezeigt und unterlag deutlichen Schwankungen. Nach einem Vierjahrestief am Morgen, das bei 1,2145 US-Dollar markiert wurde, kann sich die Währung derzeit stabilisieren und legt im Vortagesvergleich 1,29 Prozent auf 1,2331 US-Dollar zu. Weiterhin beherrscht die Schuldenkrise in Südeuropa den Devisenmarkt. Besorgte Aussagen von Kanzlerin Merkel zur Währung und das beschlossene Leerverkaufsverbot der BaFin trieb den Anlegern Sorgenfalten auf die Stirn.
16:33 Uhr: US-Öllagerbestände füllen sichDie Energy Information Administration (EIA) veröffentlichte am Mittwoch für die Woche zum 14. Mai 2010 einen Anstieg der Öllagerbestände. Demnach wiesen die Rohöllagerbestände ein Plus von 0,2 Millionen Barrel aus. Bei den Mitteldestillaten wie Diesel wurde ein Minus von 1,0 Millionen Barrel bei den Lagerbeständen verzeichnet. Bei Benzin wurde ein Minus von 0,3 Millionen Barrel ausgewiesen.
15:35 Uhr: US-Börsen knüpfen an Vortagesverluste anDie US-Börsen setzen ihre schwache Entwicklung vom Dienstag fort und steigen auch in den Handel zur Wochenmitte mit Verlusten ein. Die Abschläge fallen aber deutlich moderater aus als noch am Tag zuvor. Weiterhin sind es Sorgen um die anstehenden Maßnahmen zur Finanzmarktregulierungen, die auch an der Wall Street auf die Stimmung drücken. Besonders die Tatsache, dass die BaFin am Vorabend mit einem überraschenden Leerverkaufsverbot vorgeprescht war, ohne dies mit anderen Ländern Europas abzustimmmen, kommt wenig gut in New York an. Die Anleger sind verunsichert, wie angeschlagen die Eurozone ist. Verstärkt wird die Besorgnis noch durch Aussagen von Bundeskanzlerin Merkel, die die Europäische Gemeinschaftswährung in einer existenziellen Krise sieht.
Auf Unternehmensseite steht ein Nachzügler in Sachen Quartalsbilanzen im Fokus: Der Computerhersteller Hewlett-Packard kann auf eine erfolgreiche Geschäftsentwicklung im ersten Quartal zurückblicken und hat seine Gewinnprognose für das Gesamtjahr angehoben. Auch DeereCo (John Deere) lag mit seinen Zahlen über den Markterwartungen.
Der Dow Jones gibt zum Handelsstart am Mittwoch 0,4 Prozent auf 10.474 Indexpunkte nach. Die Technologiebörse Nasdaq Composite wird ebenfalls schwächer erwartet.
15:14 Uhr: Deere besser als erwartetDer Landmaschinenhersteller DeereCo (John Deere) hat mit seiner Quartalsbilanz über den Erwartungen gelegen. Der Umsatz stieg von 6,75 auf 7,13 Milliarden Dollar, während der Überschuss von 472,3 auf 547,5 Millionen Dollar verbessert werden konnte. Das Unternehmen begründete die positive Entwicklung mit einer globalen Marktbelebung sowie den umgesetzten Restrukturierungen.
15:05 Uhr: Polo Ralph Lauren verdient deutlich mehrDer US-Modekonzern Polo Ralph Lauren hat das erste Quartal mit einem kräftigen Gewinnsprung beendet. Während die Erlöse von 1,18 auf 1,29 Milliarden Dollar anzogen, verdoppelte sich der Nettogewinn von 44,5 auf 114,1 Millionen Dollar. Damit wurden die Analystenerwartungen übertroffen.


