DÜSSELDORF/FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Handelskonzern Metro (
METRO) will seinen Platz im
Dax (
DAX) verteidigen. "Wir arbeiten intensiv daran, die Märkte von unserer Leistungsstärke zu überzeugen", sagte Finanzchef Mark Frese der "Börsen-Zeitung" (Samstag). "Der Markt bewertet uns derzeit nur mit knapp 8 Milliarden Euro - allein der Verkehrswert unserer Immobilien liegt deutlich über diesem Niveau." Die Folgen eines möglichen Abstiegs würden sich nach Freses Einschätzung abgesehen von zusätzlichem Druck auf die
Aktien jedoch in Grenzen halten. "Ob mit oder ohne Dax-Zugehörigkeit bleiben wir am Ende, was wir sind: der viertgrößte Händler der Welt."
Basierend auf den aktuellen Daten würde Metro auch nach eigener Einschätzung aus dem Leitindex fliegen. Denn mit Rang 36 in der Marktkapitalisierung nach Streubesitz verfehlen die Düsseldorfer derzeit den notwendigen 35. Platz knapp. Da jedoch der volumengewichtete Kurs der letzten 20 Handelstage im August entscheidend ist, hat Metro noch einige Tage Zeit zur Trendwende. Die Deutsche Börse (Deutsche Boerse) entscheidet am 5. September über die Zusammensetzung des Börsenbarometers. Ebenfalls auf der Kippe steht der von Volkswagen (Volkswagen vz) mehrheitlich übernommene Lastwagenbauer MAN. Als Favorit für den Aufstieg gilt der Autozulieferer Continental.
Auf allen Ebenen kämpft die Metro laut ihrem Finanzchef um den Verbleib im Dax. Dabei hat für Frese die Absicherung des Cashflows und eine Reduzierung der Mittelbindung im Nettoumlaufvermögen Priorität. Finanzieller Spielraum sei wichtig, um die Nettoverschuldung zu reduzieren. "Wir werden sie in diesem Jahr im Vergleich zu 2011 von 4,1 Milliarden Euro auf deutlich unter 4 Milliarden Euro zurückführen." Mittelfristige Zielgröße sei eine Reduzierung um eine halbe Milliarde Euro. Das sei kein Selbstzweck, es gehe letztlich um die Stabilisierung der Bonitätsnote. "Unsere mittelfristige Zielsetzung ist, die für das Rating relevanten Schlüsselkennzahlen um gut 20 Prozent zu optimieren", sagte Frese.
Dazu könne auch ein Verkauf nicht strategischer Immobilien beitragen. "Da liegt ein erhebliches Volumen", sagte Frese, ohne eine Größenordnung zu nennen. Die Trennung von Kaufhof stehe unverändert auf der Agenda, solle aber nicht übers Knie gebrochen werden. Etwas anders gelagert sei der Fall bei den Selbstbedienungs-Warenhäusern Real. "Es gibt immer wieder Interessenten für Real International, aktuelle Gespräche gibt es aber nicht. Wir werden Ende des Jahres konkrete Entscheidungen treffen", sagte der Finanzchef./enl