Mikrokredite – Gutes tun und gut verdienen (EuramS)
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Die Erträge aus Mikrofinanzinvestments sind nicht allzu hoch, aber dafür konstant. In Deutschland sind derzeit vier Fonds auf dem Markt, die nicht öffentlich vertrieben werden, aber steuertransparent und somit problemlos investierbar sind. Diese brachten bisher Renditen zwischen drei und acht Prozent in Euro. Damit übertrafen sie Geldmarktanlagen und deutsche Staatsanleihen. Gleichzeitig lag die Anfälligkeit für Wertschwankungen unter zwei Prozent – knapp halb so hoch wie bei konservativen Rentenfonds. Im Vergleich zu den 20 bis 30 Prozent Zinsen, die die Kreditnehmer zahlen, erscheinen die Fondserträge dennoch gering. Dieckmann hat die Erklärung: "Circa zwei Drittel der Zinserträge eines Kredits sind erforderlich, um die Verwaltungskosten des MFIs zu decken." Weitere ein bis zwei Prozent gehen für die Fondsgebühren drauf.
Als Instrument zur Risikostreuung eignen sich Mikrofinanzinvestments wegen ihrer Unabhängigkeit von anderen Anlagen. Die Universität Liechtenstein hat herausgefunden, dass die Korrelation zu Anleihen und Aktien vernachlässigbar ist. Studienautor Professor Marco Menichetti: "Niedrige Wertschwankungen und geringe Abhängigkeiten von den Kapitalmärkten machen Mikrofinanz zu einem extrem attraktiven Portfoliobaustein." Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt die New Yorker Stern School of Business.
Die Fondsbranche hat diese Vorzüge erkannt und legt verstärkt Mikrofinanzfonds auf – bislang allerdings nur über kleine Spezialanbieter. Das fünfte Produkt für den deutschen Markt ist ab kommender Woche erhältlich. Fatima Serwoni ist zwar nicht mehr auf Mikrokredite angewiesen. Aber gut eine Milliarde weiterer Menschen braucht diese sinnvolle Starthilfe dringend, um der Armut zu entkommen.


