Milliardenhilfe beruhigt Rentenmärkte - Renditen der Randländer sinken weiter
"Mit den Beschlüssen ist ein Default Griechenlands für die kommenden drei Jahre nahezu ausgeschlossen", betonte Experte Jens-Oliver Niklasch von der Landesbank Baden-Württemberg. Es steht zwar aus deutscher Sicht noch die Abstimmung im Bundestag an, und wahrscheinlich werde es eine Klage vor dem Verfassungsgericht gegen die Hilfe für Griechenland geben. Es sei aber unwahrscheinlich, dass einer der beiden Prozesse das Hilfspaket noch beeinflussen werde. "Alles in allem hat die Griechenland-Krise damit ein Ende genommen", erklärte der Experte.
Die Rendite für zehnjährige griechische Staatsanleihen sank am Montagmorgen auf rund 8,85 Prozent, nachdem sie am Freitag noch über neun Prozent und am Mittwoch zeitweise über die Zehn-Prozent-Marke geklettert war. Die Rendite für zehnjährige Staatspapiere Portugals lag zuletzt bei rund 5,11 Prozent, nachdem sie in den Tagen zuvor auf bis zu 5,8 Prozent geklettert war.
In der Vorwoche waren die Risikoaufschläge insbesondere für griechische Titel zeitweise in schwindelerregende Höhen gestiegen. Dies war ein klares Zeichen der Märkte für ihr hohes Misstrauen in die Zahlungsfähigkeit des Landes. Auch die politische Debatte um die milliardenschweren Hilfen hatte zur Verunsicherung beigetragen. Auslöser für die jüngsten Marktturbulenzen waren Bonitätsherabstufungen der Ratingagentur Standard & Poor's. Sie hatte die Kreditwürdigkeit Griechenlands, Portugals und Spaniens innerhalb von nur zwei Tagen deutlich gesenkt. Die Athener Papiere wurden gar auf "Ramsch-Status" herabgestuft./jha/bgf


