18.02.2013 07:02

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MILLIARDENHILFEN GEBRAUCHT

Zypern bittet Deutschland um Unterstützung


Das Euroland Zypern hat an den Bundestag appelliert, dem Milliarden-Hilfsprogramm für den Inselstaat zuzustimmen.

"Wir bitten nur um die Solidarität, die wir zuvor gegenüber anderen Ländern gezeigt haben. Wir bitten nicht um Geschenke", sagte Zyperns Botschafter Minas Hadjimichael der ZDF-Sendung "Berlin direkt". Das Hilfsprogramm werde Zypern mit Zins und Zinseszins zurückzahlen. "Wir haben auch unseren Stolz und unsere Würde. Alles, was wir wollen, ist ein Darlehen."

    Die Europäische Zentralbank setzt auf Zugeständnisse der zukünftigen Regierung in Nikosia. "Wir brauchen vor Ort einen Ansprechpartner, mit dem man ein Anpassungsprogramm verhandeln kann", sagte das EZB-Direktoriumsmitglied Jörg Asmussen am Sonntagabend in der ARD-Sendung "Bericht aus Berlin".

   Bei der Präsidentenwahl auf Zypern setzen viele EU-Länder auf den Konservativen Nikos Anastasiades. Der Politiker verfehlte am Sonntag die absolute Mehrheit und muss sich in einer Woche einer Stichwahl stellen.

     Zyperns potenzielle Geldgeber verlangen gewisse Vorleistungen, bevor das Hilfsprogramm beschlossen werden kann. "Um die Schuldentragfähigkeit sicherzustellen, werden wir beispielsweise weitreichende Privatisierungen brauchen", sagte Asmussen. "Das hatte der bisherige Präsident (Dimitris Christofias) abgelehnt. Jetzt werden wir gucken, ob man bis Ende März ein solches Programm vernünftig verhandeln kann." Nur noch bis Ende März ist nach offiziellen Angaben Geld in den Staatskassen.

   Zypern hatte einen Antrag auf Hilfen im Sommer 2012 gestellt. Dabei geht es nach bisherigem Stand um Hilfskredite im Volumen von etwa 17,5 Milliarden Euro, darin enthalten sind auch rund 10 Milliarden Euro Bankenhilfe.

     Die zyprischen Banken könnten einem Medienbericht zufolge weniger Hilfen als bisher erwartet benötigen. Das berichtete die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ/Samstag) unter Berufung auf ein Gutachten der Investmentgesellschaft Pimco im Auftrag der Troika aus Internationalem Währungsfonds (IWF), EU-Kommission und Europäischer Zentralbank (EZB). Demnach brauchen die maroden Institute zwischen 5,9 und 8,8 Milliarden Euro - je nachdem, welches Risikoszenario zugrunde gelegt wird. Durch den geringeren Kapitalbedarf der Institute könnte das Volumen des Gesamtpaketes dem "FAZ"-Bericht zufolge nun auf etwas über 16 Milliarden Euro sinken.

     Eine schnelle Einigung auf ein Hilfspaket sei dadurch aber nicht wahrscheinlicher geworden, schreibt die Zeitung. Die zyprische Regierung sperre sich gegen den Beschluss der Eurogruppe, dass eine internationale Wirtschaftsprüfungsgesellschaft vor Ort kontrolliert, ob die in Zypern verabschiedeten Anti-Geldwäsche-Gesetze wirksam angewendet und durchgesetzt werden.

    Botschafter Hadjimichael sagte, die Vorwürfe, Zypern sei ein internationales Drehkreuz für Geldwäsche, seien "unbegründet und unfair". Er räumte ein, dass es in Zypern wegen seiner geografischen Lage und seines Bankensektors ein Risiko gebe, "dass wir für Geldwäsche missbraucht werden".

  Wann der Bundestag über Hilfen für Zypern abstimmt, ist noch unklar. Deutschland hält sich nach einem Bericht der "Bild"-Zeitung (Samstag) ein Nein auch weiterhin offen. Experten der Troika berechnen nach Informationen der Zeitung - auch auf Druck aus Berlin - auch die finanziellen Folgen eines Staatsbankrotts. Eine Pleite Zyperns würde demnach vor allem Griechenland treffen. Banken anderer Euro-Staaten wären den "Bild"-Informationen zufolge dagegen kaum betroffen.

    BERLIN/NIKOSIA (dpa-AFX)

Bildquellen: iStock/goralikus

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Kommentare zu diesem Artikel

findanddecide schrieb:
18.02.2013 13:20:13

Ist das so schwer? Lass diese Banken in die Pleite rutschen, und kurz vor dem finalen Federstrich wird sich einer der finanzstarken Konkurrenten Dann doch erbarmen sie preiswert zu übernehmen. So wie in allen anderen Fällen außer Lehman, wo die Politik das verhinderte.

Großwildjäger schrieb:
18.02.2013 10:05:52

Herr Hadjimichael, wir haben selbst über 2 Billionen Euro Schulden. So viel Geld gibt es in ganz Europa nicht.
Ich wüßte nicht, wie wir da helfen könnten.
Außer vielleicht mit der Entsendung von Steuerfahndern.

DiBoFfm schrieb:
18.02.2013 09:18:29

Zur Gegenfinanzierung der Hilfen braucht man neue Steuern, wie die Finanztransaktionssteuer.
Da man demnächst mit seinem Depot Deutschland verlassen muss, kommt vielleicht Zypern als neue Heimat in Frage.

Credit Default Swap schrieb:
18.02.2013 09:14:35

das 3. wort hast du aber gegooglet oder angelo?

angelo one schrieb:
18.02.2013 08:28:21

Wer ein Schwarzgeldkonglomerat in seine Mitgliedesliste als Währungsland einbezieht, muß auch dafür einstehen...so hilft Europa, die Geldwäsche Rußlands zu stabilisieren, super! Weitermachen...

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