15.03.2013 10:44
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US-Senat wirft JPMorgan massive Täuschung vor

Milliardenskandal
Im Skandal um fehlgeschlagene Spekulationen im Milliardenhöhe gerät die US-Großbank JPMorgan unter massiven politischen Druck.
Das Institut habe bei den im vergangenen Jahr aufgeflogenen Zockereien einer Londoner Abteilung Risiken ignoriert, Verluste vertuscht, die Aufsicht getäuscht und die Öffentlichkeit in die Irre geführt, heißt es in einem in der Nacht zum Freitag veröffentlichten Untersuchungsbericht des US-Senats. Die Fehlspekulationen rissen bei der größten US-Bank im vergangenen Jahr ein Loch von 6,2 Milliarden Dollar in die Bilanz.

    Der rund 300 Seiten starke Untersuchungsbericht wirft ein Schlaglicht auf die Investmentbanking-Branche. Experten diskutieren angesichts der massiven Vorwürfe auch die Frage, ob JPMorgan zu groß ist, um sicher gemanagt werden zu können. In dem konkreten Fall habe das Institut hochriskantes Zocken als Absicherungsgeschäft (Hedging) verkauft, heißt es in dem Bericht. Denn die Verluste entstanden ausgerechnet in einer Abteilung, die eigentlich Risiko begrenzen sollte. Diese Feststellung befeuert in den USA die Diskussion über eine Verschärfung der Regeln für Banken. Die sogenannte "Volcker Rule" soll das Spekulieren der Banken mit eigenem Geld verhindern oder zumindest stark einschränken. JPMorgan-Chef Jamie Dimon ist einer der größten Gegner.

    Der Manager gerät durch den Untersuchungsbericht nun selbst unter Druck. Die Politiker von Demokraten und Republikanern kommen nach neunmonatiger Untersuchung zu dem Schluss, dass lange brenzlige Informationen über das Ausmaß der riskanten Derivate-Wetten auf Geheiß von Dimon vor der Öffentlichkeit verborgen werden sollten. Um die Verluste zu verschleiern, hätten Manager Risikomodelle angepasst und Händler dazu aufgefordert, ihre Positionen überzubewerten.

    Ein Sprecher von JPMorgan sagte zu dem Bericht, dass die Bank wiederholt Fehler eingestanden habe. Bewusstes Fehlverhalten der Führungsspitze wies er aber zurück. "Unser Top-Management hat in gutem Glauben gehandelt und niemals die Absicht gehabt, irgendjemanden zu täuschen." JPMorgan kooperiere mit den Behörden und habe schon zahlreiche Probleme aufgedeckt, die in dem Untersuchungsbericht genannt werden.

     In dem Skandal hatten Londoner Händler der Bank in einem kleinen Bereich des Kapitalmarkts ohne große Kontrollen riesige Handelspositionen aufgebaut. Einem JPMorgan-Beschäftigten brachte dies den Spitznamen "Der Wal von London" ein. Der Fall hatte den Ruf der Bank erschüttert, die einer der großen Gewinner der Finanzkrise ist und eigentlich als Vorzeigeinstitut in den USA galt.

    Einen weiteren empfindlichen Tiefschlag gab es für JPMorgan am Donnerstagabend nach dem jährlichen Bankenstresstest. Wie dem Konkurrenten Goldman Sachs zeigte die US-Notenbank Fed auch JP Morgan die gelbe Karte. Zwar wurden die Kapitalpläne der beiden Bankhäuser nicht ausdrücklich abgelehnt. Sie müssen allerdings nachbessern und bis zum Ende des dritten Quartals neue Pläne vorlegen. Die Fed hält die Annahmen von JPMorgan im Fall einer harten Rezession für zu optimistisch. Gerade die Wetten mit Derivaten beunruhigten die Aufseher bei Instituten mit großen Handelsgeschäften, erklärte ein Analyst.

WASHINGTON (dpa-AFX)

Bildquellen: Daryl Lang / Shutterstock.com
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