Über die neu gegründete Salzach Privatstiftung in Österreich kontrollieren die Mitarbeiter künftig indirekt zwei Prozent der Stammaktien. Diese Anteile wurden bisher der Porsche Piëch Holding zugerechnet - Dividendenzahlungen sind für die Papiere jedoch nicht vorgesehen.
Zwar könne man mit den entsprechenden Stimmrechten auch keine Hauptversammlungsbeschlüsse treffen, erklärte VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh am Donnerstag. In Form der Stiftung demonstrierten die Familien aber, "dass sie zu den fast 600 000 Arbeitnehmern des Volkswagen-Konzerns stehen". Es gebe eine gute Zusammenarbeit beider Seiten. Die Porsches und Piëchs sind neben dem Emirat Katar und dem Land Niedersachsen die Hauptaktionäre von Europas größtem Autobauer.
Die gewählte Konstruktion soll den "Willen der Arbeitnehmer zur Zukunft ihres Unternehmens" sichtbar machen. Ursprünglich waren auch die Gründung eines Vereins oder einer Genossenschaft erwogen worden, um ein bis fünf Prozent der Volkswagen-Stammaktien zu verwalten.
In dem nun umgesetzten Modell dominieren die Belegschaftsvertreter den Stiftungsvorstand. Er übt die übertragenen Stimmrechte aus. Aber auch Mitglieder aus der "jüngeren Generation" der Familien Porsche und Piëch kommen in das Gremium. Im VW-Aufsichtsrat sitze keines von ihnen, hieß es. Die Stiftung, die auch einen ergänzenden Beirat hat, könne also unabhängig über den Einsatz ihrer Stimmrechte entscheiden.
Osterloh war von Beginn an in die Beratungen zu einer stärkeren Mitarbeiterbeteiligung bei Volkswagen eingeschaltet. 2009 starteten die Verhandlungen, rechtliche Voraussetzungen mussten geklärt werden. Die Pläne waren Teil der Einigung mit Porsche zur Bildung eines integrierten Autokonzerns. Seit August 2012 gehört das in der Porsche AG gebündelte Fahrzeuggeschäft vollständig zur VW-Gruppe.
WOLFSBURG/SALZBURG (dpa-AFX)
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