BERLIN (dpa-AFX) - Die großen deutschen Familienunternehmen drängen verstärkt nach Asien. Dabei entwickelt sich Indien zum Wachstumsmarkt der Zukunft und China dürfte schon bald das wichtigste Exportland sein. Das sind zentrale Ergebnisse einer Frühjahrsumfrage des Instituts für Mittelstandsforschung Bonn (IfM) unter Familienunternehmen mit mehr als 50 Millionen Euro Jahresumsatz, die am Montag in Berlin vorgestellt wurde. Auftraggeber waren die
Deutsche Bank und der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI).
Neun von zehn Familienunternehmen vertreiben der Umfrage zufolge Produkte und Dienstleistungen auf internationalen Märkten. Für mehr als ein Drittel von ihnen (35,4 Prozent) ist Frankreich der wichtigste Absatzmarkt, vor China (27,4 Prozent) und den USA (25,3 Prozent). Ein Drittel der Unternehmen, die bereits international aktiv sind, wollen weitere Auslandsmärkte erobern. Angeführt wird die Wunschliste von Indien (19,5 Prozent) und China (16,5 Prozent).
"Konjunkturell bedingt herrscht derzeit allgemeine Zuversicht", sagte der Vorsitzende des Mittelstandsausschusses von BDI und Arbeitgebervereinigung BDA, Arndt Kirchhoff. "Trotzdem dürfen wir strukturelle Probleme in Deutschland nicht übersehen. Zentral gehören dazu die seit Jahren rückläufigen Investitionen am Standort Deutschland."
Gut 40 Prozent der Unternehmen gaben in der Umfrage an, die Eurokrise habe einen negativen Einfluss auf ihre Geschäftstätigkeit. Sie fürchten einen Rückgang ihres Absatzes in einigen Euro-Ländern sowie steigende Kosten für Energie- und Rohstoffimporte. Das IfM befragte zu Jahresbeginn 404 der 2688 größten Familienunternehmen in Deutschland./brd/DP/bgf