14.09.2012 00:01
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Überraschung: BMW greift in der Kompaktklasse an

Vertriebsvorstand Ian Robertson mit dem BMW Concept Active Tourer
Modelloffensive
Offiziell enthüllt BMW auf dem Pariser Auto-Salon, 29. September bis 14. Oktober, den BMW Concept Active Tourer. Euro am Sonntag durfte vorab einen Blick auf den Neuen werfen.
von Christiane Habrich-Böcker, Euro am Sonntag

Mit dem kompakten Konzept wildert BMW eindeutig im Golf-Segment. Und man bricht ein weiteres Tabu: Der Active Tourer ist der erste BMW auf Basis eines Front-Antriebs. Vertriebsvorstand Ian Robertson sprach über die Gründe, warum BMW sich ins Kompaktsegment wagt und so im Revier der mächtigen Volumenhersteller wie VW und Hyundai wildert.

Euro am Sonntag: Warum bieten Sie als Premiumhersteller jetzt in der Unterklasse an? Ist die Premiumklasse nicht mehr ausreichend?
Ian Robertson: Premium ist keine Frage der Fahrzeuggröße. Dies beweist auch der Erfolg von MINI und des BMW 1er. Wir glauben, dass wir mit dem BMW Active Tourer neue Kundengruppen ansprechen werden. Das „Premium“-Kompaktsegment wird in den nächsten Jahren um die fünf Prozent wachsen. Und wir denken, dass wir mit dem Active Tourer Volumen machen. Doch lassen Sie mich klarstellen, auch wenn es ein Kompaktfahrzeug ist, ist der typische BMW-Charakter, der sich durch Dynamik oder Sportlichkeit auszeichnet, selbstverständlich vorhanden.

Sie müssen sich aber nun unter anderem mit dem Golf messen lassen …
… der ja ein gutes Auto ist. Aber davor haben wir keine Angst.

Welche Märkte wollen Sie denn mit dem Fahrzeug erobern?
Ein Hauptmarkt wird sicher Europa sein, daneben natürlich auch einige Emerging Markets und die USA.

In aber das Timing in Hinblick auf die europäische Schuldenkrise nicht denkbar ungünstig?
Wir treffen Entscheidungen nicht auf kurzfristiger Basis. Langfristig glauben wir an den europäischen Markt.

Und da kommt Ihnen das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Euro-Rettungsschirm und die Entscheidung der EZB unbeschränkt Anleihen zu kaufen gerade recht?
Ja, denn das bringt wieder Stabilität für den Euro-Raum und damit auch einen wichtiges Signal für den Euro. Der Euro ist enorm wichtig, nicht nur für unsere Branche.

Mit dem Acitve Tourer gehen Sie in ein Volumensegment. Ist denn das für BMW profitabel?
Bei BMW entscheiden wir uns nur dann für ein Modell, wenn wir es auch profitabel produzieren können. Beim Active Tourer können wir das, weil er auf einer Plattform basiert. Am Ende des Tages werden auf dieser Basis bis zu zwölf Modelle gebaut. Und dadurch können wir ganz anders rechnen.

Wann wird denn das Fahrzeug auf den Markt kommen?
Das ist noch nicht offiziell. Aber es werden sicher nicht mehr viele Jahre ins Land gehen.

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