21.12.2012 00:30
Bewerten
 (0)

Bundesfinanzministerium rechnet mit Konjunkturdelle im Winterhalbjahr

Monatsbericht: Bundesfinanzministerium rechnet mit Konjunkturdelle im Winterhalbjahr | Nachricht | finanzen.net
Monatsbericht

Das Bundesfinanzministerium sieht im Winterhalbjahr einen vorübergehenden Einbruch der deutschen Konjunktur.

Damit gibt das Finanzministerium Erwartungen neue Nahrung, dass die Regierung ihre Wachstumsprognose bald deutlich senken könnte. "Die aktuellen Konjunkturdaten signalisieren einen ungünstigen Einstieg der deutschen Wirtschaft in das Schlussquartal 2012", konstatiert das Finanzministerium in seinem aktuellen Monatsbericht. Im Winterhalbjahr ist nach der Analyse des Ministeriums eine "Konjunkturdelle" zu erwarten.

   Die Ökonomen des Finanzministeriums schließen sich damit dem Tenor führender Wirtschaftsforscher an, die ihre konjunkturellen Erwartungen für 2013 jüngst in der Regel deutlich heruntergeschraubt haben. Erst am Dienstag sprachen die Ökonomen des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) von einer "ausgeprägten Konjunkturschwäche" in Deutschland. Für 2013 erwartet das Institut nun ein Wachstum von nur noch 0,3 Prozent. Im Herbst hatten die Experten noch ein Wachstum von 1,1 Prozent in Aussicht gestellt.

   Das könnte auch eine Rücknahme der Prognose der Bundesregierung in ähnlicher Größenordnung erwarten lassen. Die Regierung will Mitte Januar ihre neue Projektion für 2013 vorstellen. Bislang erwartet sie offiziell 1,0 Prozent.

   Das für die Regierungsprognose zuständige Bundeswirtschaftsministerium betonte am Donnerstag, Staatssekretär Bernhard Heitzer habe bereits erklärt, dass das nach wie vor schwierige internationale und vor allem europäische Umfeld das Wachstum der deutschen Wirtschaft im Jahresverlauf gebremst habe und auch im Schlussquartal weiter abschwäche. "Aus heutiger Sicht könne es vor diesem Hintergrund gegebenenfalls einen Revisionsbedarf nach unten geben."

   Eine Revision der Regierung deutete sich bereits an, nachdem jüngst auch die Bundesbank ihre Wachstumsprognose klar nach unten schraubte. Die Konjunkturforscher der Notenbank rechnen nun nur noch mit einer Zunahme der Wirtschaftsleistung um 0,4 Prozent und nicht um 1,6 Prozent, wie im Juni vorausgesagt. Aus dem Wirtschaftsministerium wurde danach betont: "Aktuelle Projektionen für 2013, etwa der Bundesbank, reflektieren die schwächere Entwicklung im Winterhalbjahr, die wir erwartet haben und die sich jetzt auch in den tatsächlichen Fakten abzeichnet."

   Auch andere Wirtschaftsforschungsinstitute haben sich zuletzt skeptisch über die deutsche Konjunktur gezeigt. Das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) erwartet für 2013 wie das Kieler IfW ein Wachstum des realen Bruttoinlandsprodukts um nur noch 0,3 Prozent. Das Hamburgische WeltWirtschaftsInstitut (HWWI) veranschlagt für 2013 ein Wachstum von 0,5 Prozent und das gewerkschaftsnahe Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) von 0,8 Prozent.

   Das Finanzministerium liefert auch gleich einen realen Beleg für die schwächere Wirtschaftslage mit: Denn die Steuereinnahmen legen zum Jahresende hin verglichen mit 2011 kaum noch zu. "Die Steuereinnahmen (ohne reine Gemeindesteuern) sind im November 2012 im Vorjahresvergleich nur noch um 0,5 Prozent gestiegen", räumt das Ministerium in dem Bericht ein. Im Zeitraum Januar bis November 2012 erhöhte sich das Steueraufkommen hingegen im Vorjahresvergleich um satte 5,0 Prozent. Als Konsequenz erwartet das Finanzministerium zum Jahresende eine Nettokreditaufnahme von unter 25 Milliarden Euro und damit deutlich weniger als im Budget mit 28,1 Milliarden eingeplant.

   Im Verlauf des kommenden Jahres soll es dann aber insgesamt wieder einen Aufschwung geben. Für eine "nur temporäre Schwächephase" sprechen nach der Einschätzung des Finanzministeriums beispielsweise die jüngsten Ergebnisse des ifo-Geschäftsklimas und der ZEW-Konjunkturerwartungen. "Damit bestehen gute Chancen, dass nach der 'Konjunkturdelle' im Winterhalbjahr die wirtschaftlichen Auftriebskräfte wieder stärker werden." Wann genau dies zu erwarten ist, sagen die Ökonomen allerdings nicht.

(BERLIN) Dow Jones Newswires

Bildquellen: Hitdelight / Shutterstock.com, Rostislav Ageev / Shutterstock.com
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub
Technologieaktien: Drei Möglichkeiten, um vom Trend "Digitale Fabrik" zu profitieren!
Die vierte industrielle Revolution ist im vollen Gange und verändert, vom Großteil der Gesellschaft völlig unbemerkt, bereits die Produktionsabläufe in den großen, industriellen Hallen. Wir zeigen Ihnen in der aktuellen Ausgabe des Anlegermagazins drei Möglichkeiten, wie Sie in den kommenden Monaten und Jahren von dem Zukunftstrend "Digitale Fabrik" profitieren können.
Anlegermagazin kostenlos erhalten

Heute im Fokus

DAX geht im Plus aus dem Handel -- Dow schließt schwächer -- Deutsche Bank streicht Boni für Topmanager -- Goldman Sachs verdient mehr -- Citigroup-Überschuss klettert -- ASML im Fokus

Unternehmen warnen Trump vor Handelskrieg mit Peking. Von Goldman Sachs bis Deutsche Bank: Das haben Geldhäuser laut einer Studie mit Kim Jong-Un und der Mafia gemeinsam. Rocket Internet will 2017 drei Beteiligungen in die Gewinnzone bringen. Deutsche Inflation auf höchstem Stand seit Juli 2013.
Diese 10 Automobil Neuheiten gibt es bei der Detroit Auto Show 2017
Jetzt durchklicken
Diese Aktien stehen auf den Verkauflisten der Experten
Jetzt durchklicken
Diese 10 Aktien kann sich nicht jeder Investor leisten
Jetzt durchklicken

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Die Millionen-Dollar-URLs
Jetzt durchklicken
Welche Commodities entwickelten sich 2016 am stärksten?
Jetzt durchklicken
Mit diesem Studium wird man CEO im Dow Jones
Jetzt durchklicken
Das verdienen YouTube-Stars mit Videos
Jetzt durchklicken
So reich sind die Minister aus Donald Trumps Kabinett
Jetzt durchklicken
mehr Top Rankings

Umfrage

Der künftige US-Präsident Donald Trump hat die Nato als obsolet bezeichnet. Halten Sie das Militärbündnis ebenfalls für überflüssig?
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Goldpreis
Meistgesucht
Deutsche Bank AG 514000
Daimler AG 710000
Volkswagen AG Vz. (VW AG) 766403
E.ON SE ENAG99
BASF BASF11
Bayer BAY001
Commerzbank CBK100
Apple Inc. 865985
Deutsche Lufthansa AG 823212
Allianz 840400
Deutsche Telekom AG 555750
Nordex AG A0D655
K+S AG KSAG88
BMW AG 519000
Siemens AG 723610