22.08.2012 10:16
Bewerten
 (8)

Euro-Pessimismus völlig überzogen

Morgan Stanley
Der Reformkurs in der Eurozone wird laut Joachim Fels, Chefvolkswirt von Morgan Stanley, unterschätzt: "Ich halte den gegenwärtigen Euro-Pessimismus für völlig überzogen".
Dies sagte Fels der "Börsen-Zeitung" (Mittwochausgabe). In Deutschland sprächen heute genau jene Skeptiker Italien und Spanien die Reformpolitik ab, die vor einigen Jahren auch Deutschland unterstellt hätten, dass es die Wende nicht hinkriege.

  "Ich nenne hier mal den Ökonomen Hans-Werner Sinn, der die deutsche Wirtschaft als 'Basarökonomie' verspottete und die Hartz-Reformen als unzureichend bezeichnet hatte", sagte Fels. Sinn, Präsident des Münchner Ifo-Instituts, habe dabei "völlig unterschätzt", welchen Anpassungsdruck die damalige Krise in Deutschland auslöste.

   Die heutigen Krisenländer hätten den Willen sich zu ändern, bräuchten dafür aber eben Zeit, sagte Fels. Auch in Deutschland habe es mehrere Jahre gedauert, bis die Reformen ihre "segensreiche Wirkung" eingestellt haben. "Wir reden also über einen Zeitraum von fünf bis zehn Jahren."

  Und hier müsse die Europäische Zentralbank (EZB) in die Bresche springen und notfalls gegen zu hohe Zinsen am Anleihemarkt intervenieren. Ernste Inflationsgefahren entstünden dadurch auf absehbare Zeit nicht. Im Augenblick bestünden eher Deflationsgefahren, vor allem in den Krisenländern. "Denn der relevante Zins für die Realwirtschaft ist einfach zu hoch."

 FRANKFURT (dpa-AFX)

Bildquellen: Patryk Kosmider / Shutterstock.com, Pixelbliss / Shutterstock.com
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub
Bayer: Monsanto-Deal würde ein neues Burg­graben-Unter­nehmen ergeben!
Mit der Übernahme des US-Saatgutspezialisten Monsanto will Bayer im Agrarchemie-Geschäft den großen Wurf landen und zur weltweiten Nummer Eins aufsteigen. Der strategisch sinnvolle Megadeal ist allerdings mit großen Unsicherheiten behaftet. Lesen Sie in der neuen Ausgabe des Anleger­magazins, warum der Life-Science-Konzern dennoch einen näheren Blick wert ist.

Heute im Fokus

DAX kaum bewegt -- LEONI streicht 1.100 Arbeitsplätze -- IWF korrigiert erneut Wachstumsprognose für Deutschland -- Monsanto verlangt wohl deutlich mehr von Bayer -- Deutsche Bank im Fokus

Brexit-Befürworter Johnson will nicht Premierminister werden. JPMorgan: Schottland ist bis 2019 unabhängig und hat eine eigene Währung. ProSiebenSat.1 bekräftigt Wachstumsziele trotz Brexit-Risiken. BMW arbeitet mit Partnern am selbstfahrenden Auto. Beschäftigung in Deutschland erreicht neuen Höchststand.
Diese Aktien stehen auf den Kauflisten der Experten
So hoch sind die Bundesländer verschuldet
Welches ist das wertvollste Team?

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Welche Marke ist die teuerste?
Volatilität in Schwellenländern
Das haben die Dax-Vorstände 2015 verdient
Welches Land gewann am häufigsten die europäische Fußballkrone?
Welches Land schnitt bei den Weltmeisterschaften am besten ab?
mehr Top Rankings

Umfrage

Nach dem Brexit-Votum der Briten werden in Europa Stimmen laut, die auch in anderen EU-Ländern Referenden über die Zugehörigkeit zur EU fordern. Sehen Sie unsere Zukunft in der EU?